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"Photo for Life"

Arte will Fotografen casten, aber keinen Sieger finden

von Alexander Krei
21.07.2011 - 09:34 Uhr

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Zum Ende des Jahres startet Arte eine Castingshow, in der junge Fotografen im Mittelpunkt stehen. Jury-Chef Oliviero Toscani, einst Fotograf für Benetton, will jedoch lieber über Fotos diskutieren - das Fernsehen mag er ohnehin eigentlich nicht.

Arte wagt sich Ende des Jahres auf neues Terrain und strahlt eine auf fünf Folgen angelegte Castingshow mit dem Titel "Photo for Life" aus, in der Nachwuchsfotografen eine Chancen erhalten sollen. Den Jury-Vorsitz übernimmt dabei der ehemalige Benetton-Fotograf Oliviero Toscani, der die Sendung deshalb interessant finde, weil er wissen wolle, wie junge Fotografen heute denken. "Kein Teilnehmer ist älter als 30 Jahre, darunter viele, die gerade das Studium beendet haben", sagt Tosciani in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Ohnehin handle es sich bei "Photo for Life" nicht um eine typische Castingshow. "Wir sind eher ein Meisterkurs der Fotografie", erklärt der Fotograf. "Die Kandidaten kommen nicht her, um ihr Talent zur Schau zu stellen, sondern um es auszuarbeiten. Wir diskutieren in der Sendung, was Fotografie ist, kann und soll. Wir diskutieren jedes Bild." Einen klassischen Sieger wird es zudem nach Toscianis Angaben nicht geben - ganz so, wie man es von Arte erwarten konnte.

 

Ohnehin hat Tosciani nur mitgemacht, weil es Arte ist: "Eigentlich ist es meiner Meinung nach unmöglich, Kultur und Fernsehen zusammenzubringen. Beides sind Gegensätze. Fernsehen macht aus Menschen Idioten", so der Fotograf in der "Süddeutschen Zeitung". Aus diesem Grund sei er eigentlich für die Abschaffung des Fernsehens. "Alles im TV wird vulgärer, nur Arte widersetzt sich dem. Deshalb mag ich den Sender."

Zugleich betont er die Bedeutung einer Talentsendung für Fotografen, wie sie der deutsch-französische Kultursender plant. "Heute braucht keiner mehr eine große Kamera mit Objektiv, um Bilder zu schießen. Es reicht ein Telefon. Aber diese Kommunikationsmaschine macht noch keinen guten Fotografen, auch wenn viele das Gegenteil denken. Es sind ja auch noch lange nicht alle Autoren, nur weil fast alle lesen und schreiben können."

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