Dass das, was Thomas Gottschalk bei der Vorstellung seiner Pläne für "Gottschalk Live" angekündigt hat, eigentlich von Anfang an nie wirklich auf dem Bildschirm zu sehen war - und schon gar nicht mehr nach dem ständigen Umbau - hat nun auch Gottschalk selbst eingeräumt. "Wir haben nicht das gemacht, was ich vorhatte", beklagt er in einem Interview mit dem "Focus". Sein Fehler sei gewesen, nicht insistiert zu haben.

Das Beispiel, das Gottschalk anführt - eine Live-Schalte zu Papst Benedikt anlässlich dessen Geburtstag, in der er sich mit ihm, Henryk M. Broder und dessen "Deutschland-Safari"-Partner Hamed Abdel-Samad an der Seite unterhalten wollte - erscheint natürlich in der Tat praktisch kaum umsetzbar. Doch klar ist: Von Anfang an fehlte es tatsächlich an solchen relevanten Inhalten, stattdessen verkam "Gottschalk Live" zum belanglosen PR-Talk mit Promis. Der Grund laut Gottschalk: "Solche Schaltungen seien als zu teuer und kompliziert abgelehnt worden."

"Ich habe mir die Nummer schön geredet und war wohl auch eloquent genug, das Konzept der ARD schmackhaft zu machen", zeigt sich Gottschalk auch selbstkritisch. "Beleidigt aus der Öffentlichkeit zurückziehen" wolle er sich nun aber trotz des krachenden Quoten-Flops - schlechter liefen am ARD-Vorabend in den letzten 20 Jahren laut "Focus"-Auswertung nur einzelne Sendungen, die direkt gegen Fußball-Live-Übertragungen zu sehen waren - nicht.