Gottschalk Live © ARD/Philipp Hageni
Affront gegen Gottschalk

"Gottschalk Live" endet noch einen Tag früher

von Alexander Krei
03.06.2012 - 14:30 Uhr

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Thomas Gottschalks glücklose Vorabend-Show wird bereits einen Tag früher als ursprünglich geplant zu Ende gehen – die Quoten waren zuletzt noch einmal spürbar gesunken. Und doch ist die Entscheidung auch ein Affront gegen den Moderator.

Es ist eine Zusammenarbeit voller Missverständnisse gewesen – und sie findet auch ein entsprechendes Ende. Ursprünglich sollte die letzte Ausgabe von „Gottschalk Live“ am kommenden Donnerstag ausgestrahlt werden – doch nun hat man sich bei der ARD überraschend dazu entschlossen, den Schlussstrich noch einen Tag früher zu ziehen. „Gottschalk Live“ wird damit also bereits am Mittwoch letztmalig im Ersten zu sehen sein. Von der Entscheidung soll die Redaktion einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge erst am vergangenen Dienstag erfahren haben.

Niemand aus der Führungsebene der ARD habe Kontakt zu Gottschalk gesucht, heißt es – die Entscheidung gleicht somit einem Affront gegen den Moderator, der sich nun entsprechend enttäuscht zeigt und erstmals öffentlich Kritik an seinem Sender äußert. „Angerufen hat mich niemand, aber es wäre auch das erste Mal gewesen, dass die ARD mit einer Stimme gesprochen hätte.“ Anstelle von „Gottschalk Live“ zeigt Das Erste am Donnerstag lieber einen Bericht aus dem EM-Quartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Ursprünglich sollte an diesem Tag auch Gottschalks Charity-Aktion „66 Träume“ zu Ende gehen, die die ohnehin schon miserablen Einschaltquoten von „Gottschalk Live“ in den vergangenen Wochen endgültig auf ein indiskutables Niveau gedrückt hatte. Zuletzt hatten zeitweise nur noch etwas mehr als eine halbe Million Zuschauer eingeschaltet, der Gesamt-Marktanteil ging auf bis zu 2,6 Prozent zurück. Silvia Maric, Sprecherin von ARD-Programmdirektor Volker Herres, übte sich in Schadensbegrenzung. „Es ist ja kein wirklicher Abschied, weil die ARD gerne weiter mit Gottschalk zusammenarbeiten will und sich darauf freut.“

Gottschalk selbst nutzte noch einmal die Gelegenheit, sich von seiner bisherigen Sendung distanzieren. „Die einen dort haben mich mehr geliebt als die anderen“, sagte er zur „BamS“. „Aber ich habe keinen Anlass, mich über irgendjemanden zu beschweren. Auf eines lege ich Wert: Ich bin nicht mit dem Format gescheitert, das ich ursprünglich machen wollte, sondern mit dem, was aus irgendwelchen Gründen daraus geworden ist. Nicht für alles davon bin ich verantwortlich.“

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