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Überraschung

Nachrichtenagentur dapd meldet Insolvenz an

von Alexander Krei
02.10.2012 - 17:41 Uhr

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Die dapd Nachrichtenagentur und sieben weitere dapd-Töchter haben ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung in Gang gesetzt - bis Ende November wird nun alles überprüft. Der Nachrichtenbetrieb soll allerdings wie gewohnt weiterlaufen.

An großen Tönen mangelte es den Verantwortlichen der dapd in der Vergangenheit gewiss nicht, doch wirtschaftlich ist es um die Nachrichtenagentur offensichtlich nicht allzu gut bestellt. Wie nun bekannt geworden ist, haben die dapd Nachrichtenagentur und die dapd Nachrichten am Dienstag ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung in Gang gesetzt. Am Donnerstag sollen weitere sechs Gesellschaften des Nachrichtenagentur-Bereichs folgen. Und auch personelle Konsequenzen hat es bereits gegeben: Geschäftsführer Cord Dreyer hat sein Amt niedergelegt und ist aus dem Vorstand ausgeschieden.

Auf Vorschlag des Gesellschafters wurde Wolf von der Fecht, Partner der Düsseldorfer Sozietät Metzeler von der Fecht, zum alleinigen Geschäftsführer der insolventen beziehungsweise von Insolvenz bedrohten Gesellschaften bestellt. Der Rechtsanwalt will nun bis Ende November prüfen, in welcher Form für die Gesellschaften eine Fortführungsperspektive besteht. Martin Vorderwülbecke, Vorstandsvorsitzender der dapd media holding, wird seine Funktionen auf Holdingebene sowie in den nicht-insolventen Gesellschaften der Gruppe indes weiter ausfüllen.

Vorderwülbecke dankte Cord Dreyer für seine Verdienste um die dapd - doch als Chefredakteur ist er wohl weiterhin an Bord. Wolf von der Fecht hat Dreyer nämlich gebeten, ihm als Chefredakteur beratend zur Seite zu stehen. Wie genau es mit der dapd weitergeht, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht klar. Vorderwülbecke gab sich am Dienstag in einer ersten Stellungnahme zumindest verhalten optimistisch. "Das neue Insolvenzrecht bietet Chancen, die wir gemeinsam nutzen werden, um für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter zukunftsfähige Lösungen zu finden." Die dapd-Gesellschaften werden allerdings auch während des vorläufigen Insolvenzverfahrens die Nachrichtenproduktion wie bisher fortsetzen, hieß es.

Kunden sollen "den gewohnten Service im gleichen Umfang und der gewohnten Qualität" erhalten, beschwichtigte die Nachrichtenagentur am Dienstag in einer Pressemitteilung. Von dem Verfahren seien ausschließlich die acht Berliner Gesellschaften der dapd-Gruppe betroffen. Weitere 18 Gesellschaften, sowie die dapd media holding seien davon unberührt. In der jüngeren Vergangenheit hatte die dapd im Wettstreit mit dem Marktführer dpa durch immer neue Expansionen Schlagzeilen gemacht. Damit dürfte nun allerdings erst mal Schluss sein.

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