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Neun-Monats-Zahlen

Springers Werbeeinnahmen: Digital schlägt Print

von Uwe Mantel
07.11.2012 - 10:43 Uhr

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Der Springer-Konzern erwirtschaftet inzwischen höhere Werbeeinnahmen im Digital- als im klassischen Print-Geschäft - das trotz rückläufiger Umsätze aber vor allem im Inland hochprofitabel bleibt. Unterm Strich blieb aber etwas weniger Gewinn übrig

Die Axel Springer AG legte am Mittwoch ihre Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Jahres vor. Demnach konnte der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert werden. Bereinigt um Konsolidierungseffekte lag das Plus allerdings lediglich bei 0,4 Prozent. Das um Sondereffekte und Kaufpreisallokationen bereinigte Ergebnis von Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg leicht um 2,9 Prozent auf 459,3 Millionen Euro. Mit einer EBITDA-Rendite von 19,1 Prozent bleibt Springer somit hochprofitabel. Unterm Strich blieb trotzdem weniger Gewinn in der Kasse: Der Konzernüberschuss fiel von 233,2 auf 188,7 Millionen Euro. Bereinigt um nicht-operative Effekte sah es aber deutlich besser aus: Hier ergibt sich nur ein kleiner Rückgang von 259,6 auf 256,9 Millionen Euro.

 

Wachstumstreiber bleibt für Springer weiterhin das Digitalgeschäft. Welche Bedeutung dieses mittlerweile hat, zeigt sich ganz gut an einer Zahl: Inzwischen werden 55 Prozent der Werbeerlöse des Konzerns, die insgesamt um 9 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro zulegten, durch digitale Medien generiert. Im Print-Bereich waren die Werbeerlöse hingegen rückläufig, ebenso wie die Vertriebserlöse, die angesichts sinkender Auflagen um 3,3 Prozent auf 880 Millionen Euro sanken.

 

Trotzdem blieben die Print-Medien zumindest im Inland hochprofitabel. Im Segment Zeitungen National ging zwar der Umsatz um 2 Prozent auf 836,7 Millionen Euro zurück und das EBITDA sank leicht von 203,6 auf 197,2 Millionen Euro, trotzdem lag die EBITDA-Rendite mit 23,6 Prozent auf einem Niveau, von dem die meisten Branchen nur träumen können. Bei den inländischen Zeitschriften sank der Umsatz etwas stärker um 4 Prozent auf 339 Millionen Euro, wobei hier insbesondere die Werbeerlöse um fast 9 Prozent einbrachen. Auch das EBITDA sank von 82,1 auf 71 Millionen Euro - und trotzdem lag die Rendite noch bei 21 Prozent. Nur im Ausland liefen die Geschäfte spürbar schlechter. Der Umsatz im Segment Print International sank um 8,6 Prozent, das EBITDA sank von 56,8 auf 41,1 Millionen Euro. Mit einer EBITDA-Rendite von 12,8 Prozent gehört das Segment damit zu den schwächeren des Konzerns.

Das Wachstum kam hingegen wie bereits erwähnt aus dem Digital-Bereich. Insgesamt wuchs der Umsatz des Segments Digitale Medien um 21,5 Prozent auf 823,3 Millionen Euro - über ein Drittel des Gesamt-Konzernumsatzes. Die Säule "Journalistische Portale & andere digitale Medien", wo zum einen Portale wie bild.de, aber auch Angebote wie idealo oder kaufDA angesiedelt sind, konnte den Umsatz in den ersten neuen Monaten um 25,2 Prozent auf 262 Millionen Euro steigern. Die EBITDA-Rendite liegt auch hier bei beachtlichen 21,8 Prozent. Mit den Rubrikenportalen wie Immonet oder StepStone erwirtschaftete Springer 234,9 Millionen Euro. Das EBITDA liegt hier bei erstaunlichen 43,3 Prozent. Die Säule Performance Marketing, in der die Zanox-Gruppe angesiedelt ist, erwirtschaftet zwar mit 326,6 Millionen Euro den größten Anteil des Digital-Geschäfts, wirft allerdings vergleichsweise wenig Gewinn ab. Die EBITDA-Rendite lag hier bei nur 4,9 Prozent.

Die gut laufenden Geschäfte sorgten unterdessen dafür, dass Springer seine Verschuldung deutlich reduzieren konnte. Waren es Anfang des Jahres noch 472,8 Millionen Euro, so betrug die Nettoverschuldung nach 9 Monaten nur noch 198,8 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Springer weiter einen Anstieg bei Umsatz und Gewinn - und hat damit das nächste Rekordjahr im Auge.

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