Das Ende der Zusammenarbeit mit der US-Agentur AP steht bevor, doch kurz vor Weihnachten gibt es offenbar berechtigten Anlass zur Hoffnung, eine nachfolgende Lösung unter Dach und Fach bringen zu können. Inzwischen wurde offiziell bestätigt, dass man anstrebt, die AP-Meldungen im Wortbereich durch Dow Jones ersetzen zu wollen. Anfang Januar soll darüber hinaus auch im Bildbereich ein neuer Partner präsentiert werden, hieß es. "Ich bin zuversichtlich, die Verhandlungen mit Dow Jones im Wortbereich erfolgreich abzuschliessen und damit AP ab Februar zu ersetzen", sagte Investor Ulrich Ende, der zusammen mit weiteren Investoren die Nachrichtenagentur übernehmen will.

Ende konnte die Investorengruppe inzwischen sogar erweitern und will statt rund zwei Millionen Euro jetzt über vier Millionen Euro neues Eigenkapital zur Verfügung stellen. In den nächsten Tagen und Wochen sollen die Verträge nun im Detail ausgearbeitet werden. "Mitte Januar sollte dapd dann wieder auf eigenen Beinen stehen", zeigte sich Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma optimistisch. "Bei der Insolvenz der Nachrichtenagenturgruppe dapd spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle." Durch die Weiterbelieferung der Auslandsnachrichten durch AP bis Ende Januar habe man Zeit gewonnen.

Nun soll die dapd zügig aus der Insolvenz geführt werden, heißt es - durch massive Stellenstreichungen soll das gelingen, aber eben auch durch den einstigen N24-Chef Ulrich Ende. Auch er gab sich am Freitag zuversichtlich. "Nach meinem Eindruck in den letzten Tagen verfügt dapd über ein motiviertes und erfahrenes Team und ist gut aufgestellt. Deshalb werde ich auch um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen", sagte Ende.