Jürgen Hörner © ProSiebenSat.1
Immer mehr Sender...

Hörner ruft "neue Gründerzeit im Fernsehen" aus

von Uwe Mantel
20.01.2013 - 10:08 Uhr

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Jürgen Hörner, Chef von ProSiebenSat.1 TV Deutschland, sieht eine "neue Gründerzeit im deutschen Fernsehen". Mit immer mehr Sendern müsse man sich auf die "digitale Wirklichkeit einstellen" und "Fernsehen im 'Gangnam-Style' machen.

Der Frauensender Sixx ist inzwischen fest etabliert, Sat.1 Gold gerade frisch auf Sendung gegangen und die Arbeiten an ProSieben Maxx laufen bereits, auch wenn der anvisierte Starttermin im vierten Quartal noch etwas weiter in der Zukunft liegt. ProSiebenSat.1 baut sein Portfolio an Free-TV-Sendern jedenfalls immer weiter aus. Jürgern Hörner, Geschäftsführer von ProSiebenSat.1 TV Deutschland, spricht in einem Interview mit dem "Focus" angesichts dessen schon von einer "neuen Gründerzeit im deutschen Fernsehen".

 

Der Kritik, dass die Anzahl frischer Inhalte nicht mit der steigenden Anzahl an Sendern Schritt hält und stattdessen immer größere Flächen mit Wiederholungen bestritten werden, begegnet Hörner mit dem Argument, dass man sich damit für die "digitale Wirklichkeit" aufstelle. Die klassische Verwertungskette von Kino über DVD, Erstausstrahlung bei einem großen, Wiederholung bei einem kleinen Sender, sei antiquiert. "Stattdessen müssen wir Fernsehen im 'Gangnam-Style' machen." Das Musikvideo von Psy sei in kurzer Zeit auf allen möglichen Kanälen weltweit präsent gewesen. "Das übertragen wir auf den nationalen Fernsehmarkt", so Hörner.

 

So könne man ein Event wie "Der Minister" mit Dokus und Making-Ofs anreichern und so über alle Plattformen und Sender spielen, dass jeder die Inhalte so konsumieren könne, wie es für ihn am komfortabelsten sei. Den Abschied vom klassischen linearen Fernsehen sieht Hörner aber nicht kommen. "Ich halte die Einschätzung, dass jeder sein eigener Programmdirektor sein will, für falsch."

Um einen Kritik-Klassiker kommt auch Jürgen Hörner nicht herum: Das öffentlich-rechtlichen "Zwangs-Pay-TV": "Das vom Gesetzgeber voll durchfinanzierte Fernsehen untergräbt den Wettbewerb", so Hörner. Bei der Champions League habe das ZDF das Angebot von ProSiebenSat.1 um mindestens 30 Prozent überboten. Allgemein würden ARD und ZDF bei Sportrechten das Preisniveau künstlich in die Höhe treiben. Neben der Fokussierung auf die "Grundversorgung" - die nach Lesart des Bundesverfassungsgerichts, das den Begriff geprägt hat, freilich gerade keine Beschränkung auf einzelne Inhalte, sondern ein breites Angebot vorsieht - fordert Hörner zudem einen Verzicht auf Werbung bei ARD und ZDF.

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