Basketball © Ryan Fung (CC BY-SA 2.0)
Offenbar nicht Primetime-tauglich

ARD zeigt die Basketball-EM, bloß: Wann und wo?

von Alexander Krei
10.07.2013 - 16:10 Uhr

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Die deutschen Spiele bei der Basketball-EM werden in diesem Jahr im Ersten zu sehen sein. Zumindest fast, denn ob ein Spiel gezeigt wird oder nicht, hängt in erster Linie vom Anpfiff ab. Die Primetime wird bewusst gemieden.

Die ARD hat am Mittwoch bekanntgegeben, sich die Rechte an der im September in Slowenien stattfindenden Basketball-Europameisterschaft gesichert zu haben. Geplant sei die Live-Übertragung "fast aller deutschen Spiele" im Ersten, heißt es in der Mitteilung. Genannt werden daraufhin zahlreiche geplante Übertragungszeiten bis hin zu einem möglichen Halbfinale der deutschen Nationalmannschaft. Vom Finalspiel ist jedoch keine Rede. Aus gutem Grund: An diesem Tag findet nämlich die Bundestagswahl statt. Was im Falle eines Falles, sollten die deutschen Basketballer das Endspiel erreichen, geschieht, konnte die ARD-Sportkoordination auf DWDL.de-Nachfrage am Mittwoch nicht sagen.

Sicher: Die Chance, dass die deutsche Mannschaft tatsächlich im Finale stehen wird, ist äußerst gering. Doch auch sonst ergeben sich einige Fragen. Etwa jene, warum man das Auftaktspiel gegen Frankreich - und damit gegen ein mit zahlreichen NBA-Spielern äußerst prominent besetztes Team - gar nicht erst zeigt, auch wenn ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky betont, dass Basketball "eine der beliebtesten Mannschaftssportarten in Deutschland" ist. Die Antwort liegt wohl auf der Hand: Angepfiffen wird das Spiel um 21:00 Uhr. Für Primetime-tauglich hält man Basketball bei der ARD aber offenbar nicht.

Das zeigt sich auch daran, dass man in der Vorrunde nur jene Spiele zeigt, die entweder am Vorabend laufen oder am frühen Sonntagnachmittag. Zu jenen Zeiten also, an denen die Basketball-Übertragungen aus Quotensicht keinen größeren Schaden anrichten können. Denn eines ist auch klar: Wirklich hohe Zuschauerzahlen waren mit der Sportart hierzulande zuletzt nicht zu holen. Für die Hauptrunde sei allerdings die Übertragung aller deutschen Spiele geplant, sowie eines möglichen Viertel- und Halbfinales mit deutscher Beteiligung. Genannt werden hierfür schon verschiedene Sendezeiten, auch auch hier überwiegend am Vorabend liegen, nicht aber in der Primetime. Dabei steht noch gar nicht endgültig fest, wann die Partien tatsächlich stattfinden würden.

Ob man auch Spiele in der Primetime zeigen würde, ist jedenfalls nicht gesichert. Die ARD kann zwar, wie alle anderen europäischen Sender, Wünsche bezüglich der Zeiten äußern, doch ob diese auch tatsächlich erfüllt werden, steht auf einem anderen Blatt. Spätestens wenn die deutschen Basketballer auf Gastgeber Slowenien treffen sollten, werden sich diese einen Anpfiff zur besten Sendezeit wohl kaum entgehen lassen - ganz egal, ob die ARD nun Quotensorgen am Vorabend hat und lieber dort das Basketball-Spiel zeigen würde. Doch das alles ist freilich noch Zukunftsmusik. "Auch wenn Deutschland nicht zu den Favoriten bei diesem Turnier zählt, wird es sicherlich ein spannendes Ereignis werden", ist sich ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky sicher.

"Es freut mich sehr, dass wir den deutschen Fernsehzuschauern einige
Spiele live im Ersten zeigen können", so Balkausky weiter. Die Moderation übernimmt Claus Lufen, als Kommentator ist Andreas Witte im Einsatz. Was mit den übrigen Spielen der Basketball-EM passiert, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Ebenso wie die Antwort auf die Frage, ob man am Abend der Bundestagswahl tatsächlich auf ein deutsches Finale verzichten würde. Einen Plan B gibt es, so scheint es jedenfalls nach mehreren Rückfragen bei der ARD-Sportkoordination, noch nicht. Ein vorzeitiges Ausscheiden der Nationalmannschaft dürfte den Programmplanern des Ersten so gesehen also vermutlich gar nicht ungelegen kommen.

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