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Hoher volkswirtschaftlicher Effekt

Sky sorgt für 18.000 Jobs in Bars und Kneipen

von Torsten Zarges
04.03.2014 - 22:10 Uhr

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Sky beschert der deutschen Wirtschaft Umsatzeffekte von rund zwei Milliarden Euro, 24.000 Jobs sind von der Pay-TV-Plattform abhängig. Dass vor allem die Gastronomie profitiert, zeigt eine HMR-Studie zu den volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

Für Lutz Hachmeister, Chef der Medienberatung HMR International sowie des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik, haben sich mit der Präsentation seiner jüngsten Studie für den Auftraggeber Sky Deutschland gleich mehrere Kreise geschlossen. In grauer Pay-TV-Vorzeit hatte einst Leo Kirch vergeblich versucht, ihn als Programmdirektor für Premiere zu gewinnen. Später war Premiere unter Vorstandschef Georg Kofler der erste Förderer von Hachmeisters Berliner Institut gewesen.

Da passt es gut, dass genau an diesem Ort nun eine Art volkswirtschaftlicher Ritterschlag für das heutige Sky stattfand. Hachmeister konnte der Pay-TV-Plattform eine "überraschende Höhe und Intensität der Beschäftigungs-, Konsum- und Steuereffekte" bescheinigen, "die durch Sky in vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen zustanden kommen". Die HMR-Studie, deren Methodik für den deutschen TV-Markt ein Novum ist, zeigt auf, dass Sky bei einem eigenen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro für einen externen Umsatzeffekt in der deutschen Wirtschaft in Höhe von mindestens 2,0 Milliarden Euro sorgt.



Als Auftraggeber für Produktionsunternehmen und -dienstleister hat Sky im Geschäftsjahr 2012 laut Studie rund 975 Beschäftigungsverhältnisse außerhalb des eigenen Hauses finanziert. Diese brachten es auf kumulierte Netto-Einkommen von ca. 24 Millionen Euro sowie lohnabhägige Steuern und Abgaben von ca. 16 Millionen Euro. In der Spielzeit 2011/12 zahlte Sky der DFL 250 Millionen Euro für die Bundesliga-Lizenz - mehr als 60 Prozent der national erzielten Erlöse für deren Medienrechte. Im Lizenzfußball waren zu dieser Zeit insgesamt 15.877 Personen als Voll- oder Teilzeitbeschäftigte angestellt. Werden die durch Sky generierten Umsätze der Bundesliga in Bezug zu den ausgewiesenen Personalkosten gesetzt, lassen sich rund 1.700 Beschäftigte im deutschen Profifußball auf Sky zurückführen. Deren Netto-Einkommen summieren sich auf ca. 57 Millionen Euro, die lohnabhängigen Steuern auf ca. 44 Millionen Euro.

Ganz besonders aber profitiert die Gastronomie von Sky. Laut Studie suchen während der Bundesliga-Saison 1,3 Millionen Menschen pro Woche eine Sky-Sportsbar auf. Der durchschnittliche Netto-Bonwert für den Verzehr pro Gast und Woche liegt bei 23,44 Euro. Daraus ergibt sich aufs Jahr gerechnet ein Umsatzvolumen für die Gastronomie von rund 1,0 Milliarden Euro - etwa 2,7 Prozent ihres Gesamtumsatzes. Unter Berücksichtigung der Beschäftigtenanzahl und der durchschnittlichen Personalkosten führt HMR ca. 17.850 Beschäftigungsverhältnisse auf Sky-Sportsbar-Abos zurück. Deren Netto-Einkommen beträgt ca. 193 Millionen Euro, die lohnabhängigen Steuern ca. 70 Millionen Euro.

Zu den weiteren in der Studie berücksichtigten Branchen gehören externe Callcenter, Dienstleister für Service- und Installationsarbeiten, die Elektronikindustrie als Hersteller von HD-Fernsehern und Set-Top-Boxen oder auch die Logistikbranche. Sky lässt etwa 1,8 Millionen Pakete pro Jahr versenden - macht 7.200 pro Tag. Unter der Annahme, dass jeder Zusteller 60 Pakete pro Tag zustellt, wären ca. 120 Zusteller ausschließlich mit der Auslieferung von Sky-Paketen beschäftigt.

Unterm Strich kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass neben den 2.196 Mitarbeitern von Sky selbst (Stand 2012) weitere 21.600 Beschäftigungsverhältnisse in benachbarten Branchen von Sky abhängig sind. Auf jeden Sky-Angestellten fallen somit zehn weitere Arbeitsplätze in Deutschland an. Daraus entstehen Netto-Einkommen von über 350 Millionen Euro und lohnabhängige Steuern von mindestens 200 Millionen Euro. Den Titel der Studie, "Die dritte Säule", hält HMR-Analyst Marco Schröder aufgrund dieser volkswirtschaftlichen Bedeutung für gerechtfertigt - und aufgrund der Tatsache, dass Sky inzwischen 13 Prozent der deutschen TV-Umsätze erlöst (hinter den Gebühren der Öffentlich-Rechtlichen auf dem ersten und den Werbeerlösen der Privaten auf dem zweiten Rang).

Brian Sullivan, Vorstandsvorsitzender von Sky Deutschland, betonte unterdessen vor und nach der Studienpräsentation mehrere Male, wie klein sein Unternehmen im Vergleich noch sei und welch enormes Wachstum noch vor ihm liege. "Wenn Sie heute Abend zehn Freunde treffen, sind Sie statistisch gesehen der Einzige mit einem Sky-Abo", so Sullivan. Für das angestrebte nachhaltige Wachstum sei der Beitrag, den Sky für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft leiste, aus seiner Sicht von größter Bedeutung.

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