Neo Magazin © Screenshot ZDFneo
"Fernsehnothilfe" für "TV total"

Stefan Raab reagiert auf Böhmermanns China-Streich

von Alexander Krei
28.03.2014 - 11:05 Uhr

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Ist "TV total" ein Fall für die "Fernsehnothilfe"? Diesen Eindruck erweckte Jan Böhmermann im "Neo Magazin", wo er Stefan Raab gehörig an der Nase herumführte. Doch der reagiert mit Humor. Was Raab zu Böhmermanns Aktion sagt...

Vor zehn Tagen kam die Redaktion von "TV total" einem vermeintlichen Skandal auf die Schliche: Im Internet kursierte ein Video, das die chinesische Version von "Blamieren oder kassieren?" zeigte - sehr zur Überraschung von Moderator Stefan Raab, der in seiner Show darüber spottete und schließlich mit Elton eine Runde "Blamielen odel kassielen" spielte. Was die "TV total"-Crew zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht wusste: Hinter dem bunten und reichlich skurril anmutenden Clip steckte keineswegs das chinesische Fernsehen. Viel mehr war es Jan Böhmermann, der Raab gehörig an der Nase herumführte.

Im "Neo Magazin" schlachtete Böhmermann am Donnerstagabend seinen Triumph ausgiebig aus - und unterhielt sich nicht nur mit dem vermeintlichen Moderator der China-Version, der im Übrigen gar kein Chinesisch spricht, sondern präsentierte auch ein Making-Of des Drehs, das zeigt, wie Böhmermann plötzlich im Hühner-Kostüm auf der Bühne steht. Schon vor Monaten habe man ein Video in Umlauf gebracht. "In China kennt euch leider keine Sau. Wir wollten schauen, wie eure Redaktionskontrolle läuft", sagte Böhmermann an das Team von "TV total" gerichtet. "Die haben 2000 Sendungen Erfahrung, machen das seit 20 Jahren. Aber dass das dann so leicht ging, hat mich dann schon gewundert."

Inszeniert wurde der große Spaß als Aktion der "Fernsehnothilfe" - ganz so, als wolle man "TV total" unter die Arme greifen. "Viele sagen, er ist gelangweilt, ist lustlos, hat keine Lust mehr auf 'TV total'", erklärte Böhmermann noch vor der eigentlichen Auflösung des Streichs über Stefan Raab. In der vergangenen Woche sei allerdings durch den Clip dann doch Leben in die Sendung gekommen. Und Böhmermann lässt nicht nach zu betonen, wem Raab das zu verdanken hat. "Wenn ich als kleiner ZDFneo-Moderator schon nicht eingeladen werde zu 'TV total', dann muss man halt irgendwie anders den Weg finden ins ProSieben-Programm", so Böhmermann, der gerade erst mit den Kollegen von "Circus HalliGalli" eine Sender-übergreifende Aktion gemacht hat. 

"Wir wollen, dass unsere Ideen ins große Fernsehen kommen. Wenn schon die Sendung bei Neo bleibt, dann sollen wenigstens die Ideen strahlen - über Neo hinaus", so Böhmermann, der selbst nur allzu gerne mit seinem Nischensender-Dasein kokettiert, über das Ziel, ins Programm von ProSieben zu gelangen. Ein Kollege, der ebenfalls im Spot auftaucht, wird dann noch deutlicher: "Die senden alles. Alles - um Quote zu machen. Wir haben die Ideen, die haben die Quote." Deutliche Kritik, die allerdings schön verpackt daherkommt. Dass es aber auch um persönliche Eitelkeiten geht, machte die Aktion des "Neo Magazins" ebenfalls deutlich. "Das schmeichelt doch dem Ego eines jeden Moderators, wenn seine Show in China nachgemacht wird, wenn man für sowas empfänglich ist", sagt der "Neo Magazin"-Moderator.

Böhmermann führt Raab an der Nase herum (1 Videos)

Kurz darauf ist zu sehen, wie sich Elton auf seiner Facebook-Seite, aber auch in der Sendung selbst über die chinesische Kopie freut. "Ich hab's weit gebracht", sagt er bei "TV total". Als noch einmal der Ausschnitt aus der Sendung gezeigt wird, in der Raab die vermeintliche China-Version von "Blamieren oder kassieren" nachspielt, kommentiert Jan Böhmermann schließlich: "Blamielen odel kassielen. Wenn man jetzt böse wäre, könnte man sagen: In diesem Fall wohl eher blamielen. Aber sieh's mal neo!" Und Stefan Raab sieht es offenkundig tatsächlich neo und nimmt die Aktion mit Humor. Gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de gratulierte Raab am Freitag den Kollegen: "Glückwunsch! Super Gag, ich habe mich sehr amüsiert. Ein echt gelungener Coup."

Doch womöglich war "Blamieren oder kassieren" für Böhmermanns Truppe erst der Anfang. Der scherzte nämlich bereits im "Neo Magazin": "Ich hab 'ne Idee für einen geilen Duschkopf, bei dem die Haare nicht nass werden." Für ihn und seine Redaktion hat sich der kuriose China-Streich in jedem Fall gelohnt - auch aus Sicht der Quoten. Mit 120.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 1,3 Prozent beim jungen Publikum war das "Neo Magazin" jedenfalls überaus erfolgreich, was man über Twitter dann auch mit Freude zu Protokoll gab: "Gestern waren wir fast eine richtige Fernsehsendung!"

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