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"Schnellst wachsender Herrenclub"

ProQuote übt Kritik an "Spiegel" und "Spiegel Online"

von Uwe Mantel
08.10.2014 - 10:16 Uhr

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Die Journalisteninitiative ProQuote bemängelt, dass der "Spiegel" durch Büchners Konzept "Spiegel 3.0" zum "schnellst wachsenden Männerclub der Republik" werde. "Spiegel Online" sei "nicht sehr sensibel" gegenüber Leserinnen.

Die von "Spiegel"-Chefredakteur Wolfgang Büchner vorangetriebene Verschmelzung der Leitungen von Print- und Online-Ressorts im Konzept "Spiegel 3.0" ruft nun Kritik bei ProQuote hervor. "Da die Chefs so gut wie aller in Frage kommender Ressorts bei Online Männer sind, würde das künftige Online-Print-Führungsteam nicht einmal mehr zu einem Viertel aus Frauen bestehen", bemängelt Vorstandsfrau Kathrin Buchner. Derzeit seien Frauen in den "Spiegel"-Ressortleitungen immerhin zu fast einem Drittel vertreten.

"ProQuote hatte als nächstes den Einzug einer Frau in die Chefredaktion erwartet", so Buchner. "'Der Spiegel' könnte damit ein Signal in die gesamte Branche senden – auch bei 'stern', 'Focus', 'SZ' oder 'FAZ' fehlen Blattmacherinnen noch eklatant." Tatsächlich würde seit Büchners Amtsantritt  hingegen die Zahl der Männer ind er Spitze der Redaktion immer weiter wachsen. Derzeit stehen inkl. dem verstorbenen Rudolf Augstein acht Männernamen im Impressum, demnächst dürften es mit Social-Media-Chef Torsten Beeck sogar neun sein. Buchner: "'Der Spiegel' bläht sich damit auch optisch zu einem der schnellst wachsenden Herrenclubs der Republik auf. Eine bedenkliche Entwicklung – diametral zum Zeitgeist.“"

Auch an "Spiegel Online" selbst übt ProQuote Kritik. Das Angebot erweise sich als "nicht sehr sensibel für die Erwartungen moderner Leserinnen und Leser". Die neu eingeführte Leiste "Redakteure" zeige 20 männliche Kollegen, aber nur fünf weibliche. "Das ist sogar deutlich schlechter als die wahren Verhältnisse", so Buchner. Tatsächlich bestehe die Online-Redaktion schließlich zu einem Drittel aus Frauen. "Im Februar noch bekannte Wolfgang Büchner gegenüber ProQuote, er fände jede andere Verteilung von Führungsverantwortung zwischen den Geschlechtern als 50 zu 50 als unnatürlich", erinnerte die Vorstandsfrau von ProQuote. "Wir sehen das genauso."

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