Der Mann der kleinen Schritte kann heute groß feiern: Brian Sullivan, Vorstandsvorsitzender Sky Deutschland, hat den früher scheinbar auf Verlust abonnierten Pay-TV-Marktführer in die schwarzen Zahlen geführt. Nach einem operativen Gewinn im 2. Quartal diesen Jahres bleibt in Q3 - nach neuer Sky-Ausweisung das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 - erstmals auch ein Nettogewinn übrig: 12 Millionen Euro verdiente Sky. Im Vorjahresquartal waren es noch 14 Millionen Euro Verlust. Das EBITDA lag mit 54 Millionen Euro entsprechend auch satte 86 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals und ist damit bisheriger Quartals-Bestwert für Sky Deutschland. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 431 Millionen Euro.



Diese positive Entwicklung fußt einerseits auf weitgehend gedeckelten Kosten und weiterem Abonnentenwachstum auf der anderen Seite: Mit per Ende September netto 96.000 Abonnenten mehr kratzt Sky Deutschland an der 4-Millionen-Marke. Aktuell sind es 3,908 Millionen. Aufhorchen lässt allerdings der durchschnittliche Umsatz pro Kunde: Konnte Sky hier in den vergangenen Jahren erstaunliche Steigerungen erzielen, so lag er im Q1 des Finanzjahres 2014/15 mit 34,00 Euro leicht unter dem Vorjahresquartal (34,07 Euro). Hier macht sich die Integration der zahlreichen ehemaligen Liga Total-Kunden bemerkbar. Es dürfte aber auch ein Vorgeschmack auf den härteren Preiskampf durch neue On-Demand-Angebote sein. Um den Markt nicht der neuen Konkurrenz zu überlassen, hat Sky mit Snap und Sky Online in diesem Segment bereits zwei neue Produkte eingeführt.

Seinen ersten Nettogewinn - ein echter Meilenstein - lässt sich Brian Sullivan davon allerdings nicht vermiesen. "In diesem Quartal hat Sky eine Reihe von bedeutenden Meilensteinen erreicht. Wir verzeichneten erneut ein starkes Kunden- und EBITDA-Wachstum sowie ein positives Nettoergebnis, da sich immer mehr Kunden für unser herausragendes Angebot entscheiden“, urteilt der Vorstandsvorsitzende. Und auch der Ausblick bleibt positiv: Für das Geschäftsjahr 2014/15 bestätigt Sky das erwartete Netto-Abonnentenwachstum zwischen 400.000 und 450.000 und ein positives Gesamtjahres-EBITDA zwischen 80 und 110 Millionen Euro sowie eine anhaltend hohe Steigerung des Gesamtumsatzes.

Weitere Zahlen zum 1. Quartal des Geschäftsjahres 2014/15: Die annualisierte Quartals-Kündigungsquote fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 8,6 Prozent (Q1 2013/14: 12,5 Prozent), die rollierende Zwölf-Monats-Kündigungsquote auf 9,2 Prozent (Q1 2013/14: 11,8 Prozent). Die Zahl der Nutzer von Sky+, dem Sky-eigenen Receiver, steig auf 1,786 Millionen (1,296 Millionen im Vorjahresquartal). Und mit satten 43 Prozent mehr Kunden-Logins bei Sky Go zeigt sich die künftige Bedeutung von On-Demand-Angeboten auch für den Pay-TV-Marktführer. Dazu passt die Ankündigung, dass über Sky+ in Kürze das gesamte Angebot von Sky Go und Snap verfügbar sein.