Berlin Models © RTL
Aus für quotenschwache Dailysoap

RTL versetzt seinen "Berlin Models" den Todesstoß

von Alexander Krei
20.01.2015 - 16:12 Uhr

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Zwei Monate lang gab RTL seiner neuen Dailysoap Zeit, nun gibt man die Hoffnung auf: Zum Ende der Woche muss "Berlin Models" den Nachmittag räumen. Bis zum Schluss wurden meist nur einstellige Marktanteile erzielt. Wie es weitergehen soll...

Die Etablierung werde Zeit benötigen, ahnte RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger bereits zum Start von "Berlin Models" und versprach, der neuen Dailysoap diese Zeit auch geben zu wollen. Tatsächlich hielt der Sender seiner Serie zwei Monate lang den Rücken frei - obwohl die Quoten von Beginn an schlecht waren. Der Dschungel war so gesehen die letzte Chance für das Format. Doch auch das kräftige Trommeln im Umfeld der quotenstarken Realityshow half nichts: Nachdem die Soap mit gerade mal 7,8 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen in die neue Woche startete und sich damit als das mit Abstand schwächste Glied im gesamten Tagesprogramm entpuppte, hat man in Köln nun das Aus beschlossen.

Angesichts von im Schnitt weniger als neun Prozent Marktanteil in der Zielgruppe kann RTL die Filmpool-Produktion, die eine von Sänger vermutete Lücke zwischen den am Markt existierenden "Reality Soaps" und den klassischen täglichen Serien schließen sollte, getrost als Flop abhaken. Nur hin und wieder waren zweistellige Marktanteile drin - ein echter Aufwärtstrend blieb jedoch bis zuletzt aus, sodass die Einstellung der ursprünglich auf 100 Folgen angelegten Soap alles andere als überraschend kommt. Bis zum Ende der Woche wird "Berlin Models - Unser Leben, unser Traum" noch auf dem täglichen Sendeplatz um 17:00 Uhr verbleiben, ehe die noch ausstehenden Folgen ab dem 31. Januar jeweils samstags um 10:15 Uhr vor "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" in Doppelfolgen versendet werden.

"Durch die sehr junge Ausrichtung sind wir mit ‚Berlin Models‘ bewusst ein Risiko eingegangen“, sagte RTL-Sprecher Christian Körner am Dienstag gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de. "Qualitativ, inhaltlich und produktionell sind wir von der Arbeit des Teams vor und hinter der Kamera nach wie vor überzeugt. Wir haben dem Format Zeit gegeben, müssen aber auch anerkennen, dass es für eine breite Zuschauerschaft am späten Nachmittag bei RTL auf Dauer nicht reicht. Wir danken dem gesamten Team für seinen leidenschaftlichen Einsatz." Erfolgreich war "Berlin Models" allenfalls beim ganz jungen Publikum - doch das war eben nicht genug, um einen dauerhaften Verbleib im Programm des Marktführers zu gewährleisten.

Langzeittrend: Berlin Models
Berlin Models

Schon vor dem Start mutmaßte DWDL.de, dass die Serie womöglich zu jung sei für RTL, zumal die Liebes- und Laufsteg-Geschichten rund um die Modelagentur aus der Hauptstadt zu den im Vorfeld ausgestrahlten "Verdachtsfällen" von Anfang an nicht so recht passen wollten. Von der kommenden Woche an soll daher erst mal die Scripted-Reality-Reihe "Betrugsfälle" um 17:00 Uhr für eine Begrenzung des Schadens sorgen. Wohl wissend, dass das vermutlich ebenso wenig eine Dauerlösung sein kann wie die momentane Drei-Stunden-Programmierung der "Verdachtsfälle". Unterhaltungschef Tom Sänger, der auch für die Daytime von RTL verantwortlich zeichnete, erklärte jedoch bereits im November, innerhalb der Sendung "zahlreiche neue Ansätze testen" zu wollen.

Ein wirklich glückliches Händchen bewies RTL in den zurückliegenden Monaten am Nachmittag allerdings nicht. Zum Start in die Saison hatte sich der Sender bereits an der Scripted Reality "My Life in..." die Finger verbrannt und das Format nach nicht mal einer Woche aus dem Programm genommen. Wenig später folgte die Absetzung der Kuppelshow "Bei Anruf Liebe", die die Erwartungen des Senders ebenfalls nicht erfüllen konnte. Das nun beschlossene Aus für "Berlin Models" passt also gut in dieses triste Bild. Es ist jedoch nicht die erste Soap, die um 17:00 Uhr scheiterte: Vor knapp acht Jahren hatte der Sender mit der "Ahornallee" schon einmal versucht, eine weitere tägliche Serie ins Programm zu nehmen. Auch damals war übrigens nach gerade mal zwei Monaten Schluss.

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