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Mehrheit übernommen

ProSiebenSat.1 steigt bei Sportdeutschland.TV ein

von Alexander Krei
22.07.2015 - 12:24 Uhr

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ProSiebenSat.1 hat die Mehrheit an dem Online-Angebot Sportdeutschland.TV übernommen und will die Klickzahlen ebenso wie die Vermarktung vorantreiben. Beim DOSB erhofft man sich von dem Deal "ganz neue Perspektiven".

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und ProSiebenSat.1 machen künftig gemeinsame Sache: Wie am Mittwoch bestätigt wurde, übernimmt die ProSiebenSat.1-Tochter 7NXT einen Mehrheitsanteil von rund 57 Prozent an DOSB New Media, das 2011 vom DOSB gemeinsam mit der Düsseldorfer GSC Global Standard Consulting gegründet wurde. Es geht dabei vor allem um die Online-Plattform Sportdeutschland.TV, die seit fast einem Jahr am Start ist und inzwischen Bewegtbildinhalte aus über 70 Sportarten als Livestream und On-Demand-Videos bietet.

"Wir sehen große Potenziale und einen langfristigen Trend in der Online- und mobilen Live-Sportberichterstattung", erklärte Markan Karajica, Chief Commercial Officer bei ProSiebenSat.1. "Unser Ziel wird es sein, die Vielzahl an Ligen und Sportveranstaltungen für eine immer größer werdende Fangemeinde via Internet live abzubilden. Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft mit dem DOSB, mit der wir den zahlreichen olympischen und nicht-olympischen Sportarten zu wachsender Popularität verhelfen möchten." Wie viel sich der Konzern den Einstieg kosten lässt, wurde nicht bekannt. Auf einer Telefonkonferenz zeigte sich Karajica allerdings zuversichtlich, sehr schnell eine Million Unique User pro Monat erreichen zu können. So soll etwa TV-Werbung dabei helfen, Sportdeutschland.TV bekannter zu machen. Generell will der Konzern dabei seine "Marketing-Power" nutzen.

Gleichzeitig erhofft sich ProSiebenSat.1 in der Vermarktung durch SevenOne Media einen "deutlichen Push", wie Karajica am Mittwoch betonte. "Video ist unsere DNA und wir suchen immer nach innovativen Modellen, um unser Portfolio weiterzuentwickeln." Für ProSiebenSat.1 ist die Transaktion nicht zuletzt ein strategischer Schritt zur verstärkten Ausrichtung in den Bereichen Sport und digitale Angebote. "Es gibt einen sehr großen Trend zur Live-Sportberichterstattung", sagte Markan Karajica. Eine Integration in die "ran"-Welt kam allerdings zunächst nicht infrage. Beide Angebote seien "sehr unterschiedlich positioniert", betonte der ProSiebenSat.1-Mann. "Wo es Sinn macht, werden wir jedoch zusammenarbeiten." ran sei jedoch in erster Linie eine TV-Marke. Angesichts der gerade verlorenen Europa-League-Rechte hält sich die "ran"-Präsenz auf dem Schirm allerdings momentan in Grenzen.

Beim DOSB zeigte man sich unterdessen zufrieden mit dem neuen Partner, von dem man sich mehr Aufmerksamkeit erhofft. "Das Engagement von ProSiebenSat.1 eröffnet ganz neue Perspektiven, Sportdeutschland.TV entsprechend der Wünsche unserer Zuschauer zu erweitern, aber auch die Zusammenarbeit sowohl mit Sportorganisationen und -veranstaltern als auch mit anderen Medienpartnern im TV- und Internetbereich auszubauen", sagte Oliver Beyer, Geschäftsführer von DOSB New Media. Stephan Abel, Vizepräsident Wirtschaft und Finanzen im DOSB, verwies auf fehlende TV-Sendeplätze für Randsportarten. "Das Fernsehen wird derzeit von einer Sportart dominiert", sagte er. Es gehe nun darum, Sportdeutschland.TV "auf eine Basis zu stellen, die es uns erlaubt, das gesamte Spektrum und die Vielfalt des Sports abzubilden".

Angesichts von fast 28 Millionen Mitgliedern in Vereinen, die der DOSB vertritt, steckt tatsächlich viel Potenzial in dem Portal. "Nur mit einem starken Partner können wir das Spektrum des gesamten Sports in Deutschland medial umsetzen", erklärte Abel mit Blick auf die Kooperation. Dass Sportdeutschland.TV ein Erfolg werden kann, zeigte zuletzt etwa die Live-Übertragung der Volleyball-Weltmeisterschaft, die nach Angaben des DOSB mehr als 400.000 Zuschauer im Netz erreichte. Daran will man nun gerne anknüpfen. Das Portfolio soll jedenfalls nach und nach ausgebaut werden, hieß es am Mittwoch. Im Blick hat man schon jetzt die im nächsten Jahr in Rio stattfindenden Olympischen Spiele. So ist für den August ein neues Format geplant, für das man zwei Olympiasieger von 2012 gewinnen konnte.

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