Snapchat bei taff © Screenshot ProSieben
"Sensationsgeilheit"

"taff": Bloggerin stänkert gegen Snapchat-Bericht

von Alexander Krei
13.10.2015 - 16:06 Uhr

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Social Networks

 

Ein "taff"-Bericht über die angebliche Snapchat-Sucht einer Bloggerin erhitzt die Gemüter. In ihrem Blog findet sie scharfe Worte - doch bei ProSieben gibt man sich gelassen. Nicht ganz zu Unrecht, wie frühere Aussagen der 30-Jährigen zeigen.

"Mir geht eure Sensationsgeilheit auf den Sack!" Unter dieser Überschrift, versehen mit dem Hashtag #ftaff, machte Bloggerin Christine Neder am Dienstag ihrem Ärger Luft. Sie stört sich an einem Beitrag des ProSieben-Magazins "taff", in dem sie als Snapchat-süchtig bezeichnet wurde. Über sechs Stunden, so erzählt der Off-Sprecher, "isoliert sie sich täglich von der Außenwelt", weil sie sich mit der vor allem bei Jugendlichen beliebten App beschäftigt, die es ermöglicht, Fotos und maximal zehn Sekunden lange Videos zu teilen. Über 22 Stunden Material habe die junge Frau bereits hochgeladen.

"Sie haben mich benutzt, damit ich in ihre ach so tolle 'süchtig Geschichte' passe", kritisiert Neder und erklärt ihre Beweggründe, sich für den Beitrag überhaupt zur Verfügung gestellt zu haben. "Ich wollte nett sein und eine Redakteurin bei ihrer Story helfen. Ich habe selber beim TV gearbeitet und weiß, wie schwer es manchmal ist Leute zu finden. Ich habe ihr vier Stunden meines Lebens geschenkt und habe es umsonst gemacht, weil sie mir sagte, sie würde im Gegenzug meinen Blog erwähnen." Zugleich stört sie sich an der Aussage, wonach ihrem Freund die Sucht mittlerweile so peinlich sei, "dass er sich nicht vor der Kamera äußern will". Neder behauptet hingegen, ihr Freund wolle mit ihr zusammen sein, "ohne ein Teil dieser ganzen Social-Media-Welt zu sein, was ich absolut verstehen kann und respektiere". Das habe sie der "taff"-Redakteurin mehrfach gesagt.

Snapchat bei taff
© Screenshot ProSieben

Am Ende ihres Blog-Eintrags wendet sich Neder schließlich direkt an die Redakteurin und fragt, ob es sie nicht belaste, "dass der ganze Beitrag auf einer Lüge aufgebaut" sei. "Weder ich bin süchtig, noch habe ich Zeit 6 Stunden vor Snapchat zu hängen, noch ist meine Beziehung gefährdet." Und weiter: "Ich hoffe du hast wenigstens von deinem Chef einen Schulterklopfer bekommen. Wenn ich er wäre, würde ich dich rausschmeißen, denn das was du da gemacht hast, hat nichts, rein gar nichts mit redaktioneller Arbeit zu tun. Ansonsten kann ich dir nur sagen, an deiner Stelle würde ich mich schämen und du bist einer der Menschen durch die das Fernsehen kaputt geht!"

Bei ProSieben kann man die Aufregung um den Bericht hingegen nicht nachvollziehen. "Eine Bloggerin, die via YouTube und in Ihrem Blog verbreitet, dass sie Snapchat-süchtig sei, beschwert sich via Social Media, dass 'taff' in einem Beitrag behauptet hat, sie sei Snapchat-süchtig", erklärte ProSieben-Sprecher Christoph Körfer gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de. Neder wandte sich inzwischen auch noch einmal direkt an die "taff"-Redaktion und stellte unter anderem die Frage, woher sie von der sechsstündigen Isolation wisse. "Es ist unglaublich, wie ihr euch das zurecht gedreht habt." Sie sei auch süchtig nach Schokolade, schreibt sie und fragt: "Wollt ihr jetzt einen Beitrag über Fresssucht mit mir drehen?"

Tatsächlich hatte Neder in der Vergangenheit gleich mehrfach mit einer Snapchat-Sucht kokettiert. Und auch vor der ProSieben-Kamera erzählte sie von Freunden, die sie darauf angeblich ansprechen: "Christina, du hast heute schon über 1000 Snaps gemacht. Bist du denn wahnsinnig?" Ganz unschuldig am entstandenen Eindruck, süchtig nach der App zu sein, ist die 30-Jährige also offensichtlich nicht.

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