Eurovision Song Contest © EBU
Mehr Spannung erhofft

Künftig 24 Points: ESC-Voting wird verändert

von Alexander Krei
18.02.2016 - 11:14 Uhr

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Um die Stimmen des Publikums und den Gewinner erst ganz am Ende zu ermitteln, wird es in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest weitreichende Änderungen geben. Das Voting soll dadurch spannender werden - es gibt aber einen Nachteil.

Die so genannte Reference Group und das EBU-Team haben massive Veränderungen beim Voting des Eurovision Song Contests beschlossen. Die Wertungen der einzelnen Länder-Jurys und der Zuschauer sollen demnach künftig getrennt bekanntgegeben werden. Die Änderungen führen dazu, dass bei den Schalten in die zahlreichen Länder jeweils nur noch verkündet wird, welchem Teilnehmer die jeweilige Jury zwölf Punkte gegeben haben. Die restlichen Punkte sollen eingeblendet werden.

Die Summe der Televotingergebnisse geben schließlich die Moderatoren in der Halle bekannt - in diesem Jahr wird diese Aufgabe von Petra Mede und dem Vorjahressieger Måns Zelmerlöw übernommen. Sie beginnen mit jenem Land, das von allen Zuschauern zusammengerechnet die wenigsten Punkte bekommen hat. Das Publikum erfährt dabei nicht, aus welchem Land die jeweiligen Punkte kommen. Allerdings soll es möglich sein, die Details im Anschluss an die Show im Internet nachzulesen. Genau das könnte aber der entscheidende Nachteil sein, wie auch Jan Feddersen auf eurovision.de zurecht anmerkt.

"Man will wissen, ob etwa Deutschland aus Österreich wieder nix bekommen hat - oder ob die osteuropäischen Länder oder die skandinavischen sich jeweils beim Televoting meist begünstigt haben", schreibt Feddersen und regt an, den Vorgang genau umgekehrt zu halten: "Die Punktedurchsager aus den Ländern sollten zunächst die Televotingergebnisse verkünden - im Block am Ende aber die gesammelten Juryergebnisse hinzuaddieren. Als Zuschauer will man schließlich wissen, wie die Abstimmung im eigenen Land ausgefallen ist."

Ob das Mitfiebern durch die nun einstimmig beschlossene Neuerung also wirklich größer werden wird, bleibt also abzuwarten, doch die Verantwortlichen des ESC erhoffen sich durch das neue Verfahren mehr Spannung, weil der Sieger durch die alte Vorgehensweise häufig schon lange vor dem Ende der Show feststand. Das wird nun tatsächlich erst am Ende der Fall sein. "Die neue Art der Präsentation ist ein großer Schritt hin zu einer besseren Fernsehshow und einem spannenderen Wettbewerb", ist sich Jon Ola Sand von der EBU sicher. Die neuen Regeln würden zudem garantieren, dass der Song, der bei den Zuschauern am besten ankommt, tatsächlich zwölf Punkte erhalte - unabhängig von der Entscheidung der Juroren.

Nimmt man das neue Verfahren als Grundlage, so hätte Schweden übrigens auch im vorigen Jahr gewonnen - auch wenn das Publikum die Beiträge aus Italien und Russland besser bewertete. Deutschland wäre übrigens nicht punktelos auf dem letzten Platz gelegen, sondern hätte mit 29 Pünktchen zumindest Frankreich und Großbritannien überholt.

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