Radio-Update vom 28. Januar

Tom Buhrow sauer: "Das sind keine Peanuts mehr"

von Uwe Mantel
28.01.2016 - 12:28 Uhr

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WDR-Intendant Buhrow äußerte sich am Tag nach Verabschiedung des neuen WDR-Gesetzes in einem Interview bei WDR 5 und warf Politikern Feigheit vor. Angesichts der Werbereduzierung mag er selbst die Schließung einer Hörfunkwelle nicht ausschließen.

WDR-Intendant Tom Buhrow
© WDR/Herby Sachs
WDR-Intendant Tom Buhrow ist nach der Verabschiedung des neuen WDR-Gesetzes, das eine Reduzierung der Werbung im WDR-Hörfunk vorschreibt, sauer - soviel lässt sich schon an seiner Tonlage erkennen, die er im Interview im WDR-5-Interview am Tag danach anschlug. Wieviel Geld dem WDR dadurch fehlen wird, vermag er noch nicht genau zu beziffern, aber "es sind viele, viele Millionen auf den Zeitraum 2017 bis 2020. Unsere mittelfristige Finanzplanung muss dann angepasst werden. Und das wird bitter." Sauer ist er vor allem, weil dem WDR diesen Wegfall an Werbeeinnahmen nicht durch einen höheren Rundfunkbeitrag kompensiert werden soll. "Die Politik kann sich nicht einen schlanken Fuß machen und sagen: 'Wie du das jetzt da machst, das ist jetzt deine Sache. Das kannst du schon schlucken, ihr habt ja so ein hohes Budget'. Das sind keine Peanuts mehr, wir haben riesige Sparrunden hinter uns." So habe man die jährlichen Ausgaben bereits um 60 Millionen Euro pro Jahr im Vergleich zur ursprünglichen Planung gesenkt.

WDR Westdeutscher Rundfunk
© WDR
"Wir haben genau das gemacht, was Politik und Gesellschaft immer fordern: uns verschlankt, sind billiger geworden und jetzt kommt das als Dank noch oben drauf. Ich kann nur sagen: Das können wir nicht verstecken." Die Politik habe aber zuletzt "irgendwann vor Jahrzehnten" den Mut gehabt, eine mögliche Werbefreiheit durch höhere Gebühren zu kompensieren. Heute seien die Politiker dafür zu feige. Buhrow: "Da kann ich nur sagen: Das schadet nicht nur uns. Das schadet auch dem Land NRW, weil die Folgen im Medienland NRW spürbar sein werden." Inwiefern das zu spüren sein wird, will oder kann Buhrow noch nicht sagen - er werde aber nichts ausschließen, auch nicht die Schließung einer Hörfunk-Welle. "Das würde uns strategisch sehr schaden. Aber ausrechnen lassen werde ich alles, egal wie. Und dann werde ich strategisch bewerten, was Risiken und Nebenwirkungen einzelner Maßnahmen sind. Aber alles gehört zu dem, was ich mir vorlegen lasse."

Beim Privatsenderverband und den Verlagen ist man hingegen mit der Entscheidung zufrieden. Die Reaktionen finden sie in unserem ausführlichen Artikel vom Mittwoch.

Axel Schulz / Radio TeddyDer Familiensender Radio TEDDY hat sich den ehemaligen Boxer Axel Schulz an Bord geholt. Seit Beginn der Woche beschreibt er beim Ratespiel "Radio TEDDY Dings-Bums" montags bis freitags ab 7:45 Uhr Begriffe aus der bunten Welt seiner Töchter, die von den Radio TEDDY-Fans erraten werden sollen. Darüber hinaus soll Axel Schulz Radio TEDDY auch in Anzeigen- und Großflächenkampagnen in den kommenden Wochen ein Gesicht geben. "Axel Schulz hat ein großes Herz und ist einer der sympathischsten und lustigsten Menschen, die man sich vorstellen kann! Er passt einfach perfekt zu Radio TEDDY", sind sich Geschäftsführerin Katrin Helmschrott und Programmchef Torsten Birenheide sicher.

Foto: photocase.com
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Nachdem das Klassik Radio aus Kostengründen diverse UKW-Frequenzen abgegeben hat, ist in Thüringen die Chance für einen neuen Anbieter entstanden, über eine UKW-Frequenzkette in den Städten Altenburg (107,5 MHz), Arnstadt (96,5 MHz), Apolda (99,5 MHz), Eisenach (90,9 MHz), Erfurt (99,2 MHz), Gera (104,5 MHz), Gotha (99,3 MHz), Meiningen (90,6 MHz), Mühlhausen (102,9 MHz), Nordhausen (107,4 MHz), Schleiz (92,4 MHz) und Weimar (88,7 MHz) auf Sendung zu gehen. Die entsprechenden Frequenzen wurden nun neu ausgeschrieben und sollen nach dem Willen der Landesmedienanstalt im Paket an einen Anbieter vergeben werden. Einschränkungen, welcher Art der Sender sein soll, werden in der Ausschreibung nicht gemacht.

Radio Advertising Summit
© Radiozentrale
Die Planungen für den diesjährigen Radio Advertising Summit nehmen konkretere Züge an. Die Radiozentrale hat nun erste Referenten veröffentlicht, die am 14. April auf dem Kongress sprechen werden, durch den Alexander Bommes führen wird. Zum Kongressauftakt wird Micael Dahlen, Experte für Marketing und Konsumforschung an der Stockholm School of Economics mit seinem Vortrag "Funny or die" uf der Bühne stehen, danach versucht Gerd Leonhard (The Futures Agency" versuchen, einen Blick in die Zukunft zu werfen und vorauszusagen, welche Anforderungen Werbung in der vernetzten und mobilen Welt 2020 erfüllen muss.  Weitere Speaker: Christian Hahn (Deutsche Telekom), Frank Nowack (Ford), Lutz Marmor (NDR), Barbara Evans (Facit Media Efficiency), Christian Rätsch (Saatchi & Saatchi), Frank-Peter Lortz (Zenithoptimedia). Zum Abschluss des Tages wird dann der Radio Advertising Award verliehen - anders als im vergangenen Jahr nicht als Teil des Kongresses, sondern als eigenständige Abendveranstaltung.

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