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Das ZDF berichtete am Samstagabend im "aktuellen sportstudio" wie gewohnt über das "Topspiel der Woche" aus der Fußball-Bundesliga. Während die Stuttgarter im Nachhinein wie gewohnt O-Töne abgaben, war weder von Schalker Spielern noch dem Trainer etwas zu hören. Was war also geschehen? Schalke-Vorstand Horst Heldt hatte sich so sehr über das ZDF geärgert, dass er kurzerhand eine "Interview-Sperre" verhängte. Hintergund: Das ZDF wird in der kommenden Woche zum dritten Mal das Champions-League-Spiel des BVB übertragen, nicht das entscheidende Spiel der Schalker gegen Basel. Der BVB spiele den "attraktiveren Fußball" und das Spiel sei "spannender und interessanter" für die Zuschauer, hatte das ZDF die Entscheidung begründet. Tatsächlich garantieren in der Regel Bayern und Dortmund die höchsten Quoten - als das ZDF vergangene Woche ein Spiel von Bayer Leverkusen zeigte, setzte es prompt mit 5,6 Millionen Zuschauern ein Saison-Tief. Heldt begründete den ZDF-Boykott süffisant folgendermaßen: "Wir haben es nicht attraktiv genug gefunden, uns zum Interview zu stellen."

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Der Boykott soll aber eine einmalige Geste bleiben, künftig werde man auch wieder mit dem ZDF reden, so Heldt. Und ZDF-Sportchef Gruschwitz ließ via Twitter verkünden "Uns ist sehr an Deeskalation gelegen, suchen Gespräch mit Schalke und der DFL." Schalke und das ZDF sollten sich auch besser wieder miteinander arrangieren, denn sollten sich die Gelsenkirchener erneut für die Champions League qualifizieren, dann werden sie wohl noch länger auf das ZDF treffen. Das ZDF dürfte im Bieten um die Free-TV-Rechte der Königsklasse nämlich recht konkurrenzlos dastehen. Inzwischen hat auch die ARD angekündigt, kein Angebot für die nächste Rechteperiode abzugeben.

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Die ARD hat sich aber über die Sportrechteagentur SportA dafür die Rechte für die Übertragung der FIFA Klub-WM in Marokko gesichert. Die Spiele des FC Bayern am 17. Dezember und - sofern die Bayern das Finale erreichen - am 21. Dezember werden somit live im Ersten zu sehen sein. Von vor Ort berichten beim Halbfinale Gerhard Delling und Mehmet Scholl, kommentiert wird das Spiel von Steffen Simon. "Für die ARD ist es ein schöner Erfolg, dass wir live im Ersten den FC Bayern München bei der FIFA Klub-WM begleiten können", so ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. "Die FIFA Klub-WM ist der letzte Höhepunkt des Fußball-Jahres. Der FC Bayern München kann sich bei einem Titelgewinn als erster deutscher Club in einer Saison insgesamt  alle fünf möglichen Titel auf nationaler und internationaler Ebene sichern."

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Eurosport hat die paneuropäischen Fernseh- und Digitalrechte für die Übertragung der French Open bis 2021 verlängert. Die Rechte gelten für alle Länder, in denen Eurosport sendet, mit Ausnahme von Frankreich. Es wird also wie bislang flächendeckend auf Eurosport und Eurosport 2 sowie auch über den Eurosport Player online und mobil übertragen. Abonnenten des Eurosport Players können von einem verbesserten Multi-Court-Angebot mit Bonuskanälen profitieren. Eurosport-CEO Jean Thierry Augustin: "Mit der Verlängerung bis ins Jahr 2021 und mit der höheren Übertragungsintensität durch zusätzliche Übertragungsrechte ist es uns gelungen, unsere Partnerschaft auf eine komplett neue Ebene zu bringen. Tennis ist ein "Teil unserer DNA" und zieht Millionen von Zuschauern an. Allein unsere Live-Übertragungen aus Roland Garros auf Eurosport und Eurosport 2 erreichen jährlich mehr als 60 Millionen Zuschauer."

ran - never stop.© ProSiebenSat.1
ran.de wird die "SES Fight Night", die am 6. Dezember in Frankfurt/Oder stattfindet, exklusiv übertragen. Dort treten unter anderem der Gelsenkirchener Schwergewichtler Francesco Pianeta und die beiden SES-Weltmeisterinnen Ramona Kühne und Christina Hammer an. Die insgesamt sechs Kämpfe werden ab 19 Uhr im Livestream auf ran.de, der "ran"-App oder auch auf MyVideo.de zu sehen sein. Als Experten sind Axel Schulz und Robert Stieglitz mit dabei. Eine einstündige Zusammenfassung der Kämpfe zeigt Sat.1 einen Tag später - allerdings zu nachtschlafender Zeit ab 1 Uhr.

Sky-Sportsbar© Sky
Wer Sport nicht allein vor dem Computer verfolgt, sondern lieber in größerer Gesellschaft mitfiebert, der kann das zum Beispiel in Sky-Sportsbars tun. Zum ersten Mal überhaupt fährt Sky dafür nun eine Werbekampagne. Anlässlich des DFB-Pokal-Achtelfinals am Dienstag werden Radiospots auf Radio Köln und 91.2 in Dortmund geschaltet. Darin werden die Fans aufgefordert, die Auswärtsspiele von Köln und Dortmund doch in den Sportsbars zu verfolgen. Angelaufen ist die Kampagne bereits am Samstag. Am Dienstag startet Sky auf seiner Facebook-Seite "Dein Sky Sport" zudem einen bundesweiten Wettbewerb unter allen Fußball-Fans: Sportsbar-Besucher können während des Spieltags Fan-Fotos einsenden und erklären, warum ihre Bar die beste ist. Die drei besten Einsendungen werden mit einem Verzehrgutschein in Höhe von 150 Euro belohnt, der in der jeweiligen Sky-Kneipe eingelöst werden kann.

Sky© Sky
Sky verstärkt sein Experten-Team mit Ex-Nationalspieler und Ex-BVB-Profi Patrick Owomoyela. In seiner neuen Rolle wird er künftig regelmäßig sowohl als Experte im Studio als auch als Co-Kommentator bei der Berichterstattung über Fußball-Bundesliga und Champions League dabei sein. Auch bei "Sky 90" soll er regelmäßig mit von der Partie sein. Seinen ersten Einsatz hat er am 7. Dezember: Dann ist er beim Spiel zwischen dem BVB und Bayer Leverkusen als Co-Kommentator dabei. Sky-Sportchef Burkhard Weber: "Ich freue mich sehr, mit Patrick Owomoyela einen weiteren Ex-Nationalspieler im Sky Experten-Team begrüßen zu dürfen. Bereits zu seiner aktiven Zeit war ich davon beeindruckt, wie sachlich er als unmittelbar Beteiligter das Geschehen auf dem Platz analysieren konnte. Mit dieser Fähigkeit, seiner Nähe zum aktuellen Fußball-Geschehen und seiner Persönlichkeit wird er künftig unsere Berichterstattung bereichern."

Foto: NDR© NDR
Die Rennserie DTM trägt im kommenden Jahr unter anderem Rennen in Ungarn und China aus. Aus Sicht der ARD, die die Übertragungsrechte hält, keine besonders glückliche Situation. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky verwies auf dem SPONSORs Motorsport-Summit zum einen auf die Zeitverschiebung, zum anderen sei bei Rennen in Deutschland oder Österreich entlang der Strecke "die Hölle los", was sich letztlich auch auf die TV-Zuschauerzahlen niederschlage. In China oder Ungarn befürchte er hingegen eher Desinteresse. "Mir wäre ein Rennen auf dem Sachsenring lieber als in China", so Balkausky klar.

Sport in Zahlen

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Weil sich das ZDF nicht mit dem Rechtevermarkter Infront einig wurde (Details hier und hier), gab es die Wintersport-Übertragungen aus dem finnischen Kuusamo an diesem Wochenende nur bei Eurosport zu sehen. Das Skispringen am Samstagnachmittag sahen dort immerhin 400.000 Zuschauer. Das entsprach einem Marktanteil von 2,5 Prozent beim Gesamtpublikum und 1,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Die Nordischen Kombinierer am frühen Sonntagmorgen sahen 220.000 Zuschauer, was sogar für 2,9 Prozent Marktanteil reichte. Langlauf verfolgten am Vormittag dann sogar 320.000 Zuschauer, was 3,4 Prozent Marktanteil entsprach.

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Handball-Fans hatten am Sonntagnachmittag die Qual der Wahl: Während Eurosport die Champions-League-Partien von Kiel und Flensburg übertrug, lief zeitgleich bei Sport1 die Bundesliga-Partie zwischen Melsungen und den Rhein-Neckar Löwen. Das Spiel der Kieler, die sich fürs Achtelfinale qualifizierten, sahen 180.000 Zuschauer bei Eurosport, wie Flensburg ebenfalls in die nächste Runde einzog, sahen im Anschluss 250.000 Zuschauer. Die Marktanteile beim Gesamtpublikum lagen bei guten 1,3 bzw. 1,5 Prozent. Die Bundesliga-Partie bei Sport1 hatte ein paar Zuschauer weniger. Hier sahen im Schnitt 170.000 Zuschauer zu, was 1,1 Prozent Marktanteil entsprach. Dafür war Sport1 bei den Jüngeren erfolgreicher: 1,0 Prozent betrug der Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. Das Kiel-Spiel bei Eurosport erreichte nur 0,5 Prozent, das Flensburg-Spiel 0,8 Prozent in dieser Altersgruppe.