Sports-Update vom 21. März

Großes Fußball-Paket wird vergeben, Formel 1 stärker

von Alexander Krei und Kevin Hennings
21.03.2016 - 12:32 Uhr

Tools

Social Networks

 

Der Poker um ein großes Fußball-Paket, das rund 40 A-Länderspiele umfasst, ist in vollem Gange. Dabei geht's auch um die neue Nations League. Außerdem: Die Formel 1 steigert ihre Quoten, Eurosport punktet mit der MotoGo und Sport1 zieht großes Los.

Foto: Photocase/derfabseEinem "Sponsors"-Bericht zufolge befindet sich die Ausschreibung um etwa 40 Länderspiele der deutschen A-Nationalmannschaft auf der Zielgeraden. Es geht um die Rechte an den Qualifikationsspielen für die Fußball-Europameisterschaften 2020 und die WM 2022 sowie die neue UEFA Nations League, die etwa von Bundestrainer Joachim Löw kritisch beäugt wird. Die Agentur CAA Eleven, die die Spiele im Auftrag der UEFA vermarktet, hat darüber hinaus auch die verbleibenden Freundschaftsspiele im Angebot, die ARD und ZDF nur allzu gerne weiter ausstrahlen würden. Ob sie die Rechte daran bekommen, ist unklar - immerhin hatte RTL vor drei Jahren mit dem Erwerb der Qualifikationsspiele für einen echten Coup gesorgt. der mit starken Quoten belohnt wurde. RTL ist an dem neuen Paket ebenso interessiert wie die Öffentlich-Rechtlichen. Nur ProSiebenSat.1-Boss Thomas Ebeling winkt ab: "Es ist leider ind er Tat so, dass die meisten Sportrechte einfach sehr unwirtschaftlich sind", sagte er kürzlich. "Wir werden sicherlich auch bei den ganz großen Fußball-Paketen nicht mitbieten."

Sky Sports Mix
© Sky
Das englische Sky wird einen neuen Sportkanal mit dem Namen "Sky Sports Mix" starten. Das Ungewöhnliche: Ähnlich wie bei Sky Sports News HQ sollen keine Extrakosten entstehen, was Branchenbeobachter als Angriff auf den Konkurrenten BT Sport werten. Ab dem Start im Sommer wird auf dem neuen Sender Live-Fußball der La Liga und der MLS laufen. Aber auch Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2018,sowie ausgewählte Partien der Premier League zu sehen sein. Ebenfalls gefördert werden soll Frauensport, live ausgestrahlt wird dementsprechend Frauen-Golf, Cricket und das Basketball-ähnliche Netball. Dazu werden Shows wie "Game Changer" gezeigt, mit denen Sky Sports die Leidenschaft des Lernens und Spielens bei Kindern für Sport verbinden möchte. Sky Sports Mix will darüber hinaus auch ausführliche Dokumentationen und Sports Entertainment Shows liefern.

Sport1
© Sport1
Sport1 hat mit der Europa League das große Los gezogen: Nachdem Bayer Leverkusen inzwischen aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist, kann der Sender im April beide Partien zwischen Borussia Dortmund und dem nun von Jürgen Klopp trainierten Liverpool FC ins Programm nehmen. Klopps Aufeinandertreffen mit seinem früheren Verein dürfte die Quoten noch einmal spürbar nach oben treiben: Bereits am vorigen Donnerstag hatte sich Sport1 mit dem BVB-Sieg über Tottenham wieder auf Rekordniveau bewegt - im Schnitt hatten 2,78 Millionen Zuschauer eingeschaltet. Im ZDF wird derweil das Champions-League-Hinspiel zwischen dem FC Bayern und Benfica Lissabon nicht zu sehen sein - die Begegnung läuft am Dienstag, den 5. April ausschließlich bei Sky. Einen Tag später ist das ZDF beim Spiel des VfL Wolfsburg gegen Real Madrid hingegen dabei. Das Rückspiel der Münchner ist eine Woche später dann aber im Free-TV zu sehen, nicht aber der Auftritt der Wölfe in Madrid.

Kicker
© Kicker
Der "kicker" wird teurer: Die Montagsausgabe des Sportmagazins kostet von dieser Woche an 2,80 Euro - das sind 20 Cent mehr als zuletzt. Auch der Preis der Donnerstagsausgabe erhöht sich um 20 Cent: Diese ist künftig für 2,20 Euro zu haben. Es ist nach Angaben von "dnv online" die erste Preiserhöhung des im Nürnberger Olympia-Verlag erscheinenden Hefts seit knapp zwei Jahren: Damals wurde der Preis der Montagsausgabe von 2,40 auf 2,60 Euro erhöht, donnerstags kostete der "kicker" bis dato 1,90 Euro.

ran auf Sat.1
© ProSiebenSat.1
Sat.1 plant am 9. April eine lange Boxnacht, die allerdings nur zur Hälfte frei empfangbar sein wird. Los geht es um 23:05 Uhr mit dem Kampf Jack Culcay, der die Chance hat, den Weltmeistertitel im Superweltergewicht zu gewinnen. Im Anschluss schaltet der Sender nach London, wo Anthony Joshua in den Ring steigt, um gegen den Amerikaner Charles Martin seinen ersten WM-Titel zu holen. In der Nacht steigen dann zwei Fights in den USA, die Sat.1 allerdings nur gegen Bezahlung anbietet: Wer sehen möchte, wie sich Arthur Abraham im MGM Grand Garden in Las Vegas gegen den Mexikaner Gilberto Ramirez schlägt, muss auf Pay-per-View zurückgreifen. Auch der anschließende Kampf zwischen Manny Pacquiao und Timothy Bradley läuft ausschließlich auf ranfighting.de. Mindestens 17,99 Euro werden für den Livestream aus Übersee fällig, wie die "Welt" berichtet. Sat.1-Sportchef Alexander Rösner spricht von einem Testballon und sagt: "Große Kämpfe sind nur durch das Pay-Per-View möglich. Auf allen großen Märkten in der Welt funktioniert das. Jetzt wollen wir auch, dass es bei uns funktioniert, denn wir wollen auf unserer Plattform künftig alle großen Kämpfe zeigen." Das hatte zuletzt auch schon Sky versucht - inzwischen gibt man sich diesbezüglich aber schon wieder deutlich zurückhaltender.

Sport in Zahlen

Formel 1
© RTL / Lukas Gorys
Bei RTL kann man zufrieden sein mit dem Auftakt der neuen Formel-1-Saison: 1,94 Millionen Zuschauer stellten sich am frühen Sonntagmorgen den Wecker und sahen die Live-Übertragung aus Australien. Das waren über 200.000 Zuschauer mehr als vor einem Jahr. In der Zielgruppe konnte der Marktanteil um knapp vier Prozentpunkte auf 38,8 Prozent gesteigert werden. Bei der später gezeigten Wiederholung waren zudem noch einmal 1,83 Millionen Zuschauer dabei. In der Addition aus Live-Rennen und direkt anschließender Wiederholung sahen am Sonntag insgesamt 3,77 Zuschauer den Großen Preis von Australien - vor einem Jahr waren hier nur 3,33 Millionen Fans gezählt worden. Das neue Qualifying hatten am Tag zuvor bereits 1,11 Millionen Zuschauer bei RTL sehen wollen.

Sky
© Sky
Bei Sky waren unterdessen 190.000 Zuschauer beim Großen Preis von Australien dabei. Der Pay-TV-Sender kann sich über einen starken Marktanteil von 4,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen freuen. Vor einem Jahr hatte der Sender allerdings sogar noch mehr als sechs Prozent erzielen können. Mehr Zuschauer als mit der Formel 1 lockte Sky am Wochenende erfahrungsgemäß mit der Bundesliga vor den Fernseher: In der Zielgruppe lag der Marktanteil von Einzelspielen und Konferenz am Samstagnachmittag bei starken 14,6 Prozent - das der beste Wert für den Bezahlsender seit Anfang November. Insgesamt schalteten 1,46 Millionen Zuschauer ein. Auch das war der höchste Wert seit längerer Zeit.

Eurosport
© Eurosport
Fast eine halbe Million Zuschauer haben am Sonntag das MotoGP-Rennen bei Eurosport verfolgt: 490.000 Zuschauer waren im Schnitt ab 18:45 Uhr bei der Live-Übertragung dabei, die dem Sender somit einen Marktanteil von 1,7 Prozent bescherte. Bei den 14- bis 49-Jährigen kam die MotoGP auf 2,4 Prozent. Zum Vergleich: Normal sind für Eurosport weniger als ein Prozent. Gut fuhr der Sender aber auch schon im Vorfeld: So lockte die Moto3-Klasse gegen 16 Uhr bereits 320.000 Zuschauer vor den Fernseher, ehe bei der Moto2 im Schnitt 370.000 Zuschauer einschalteten. Die Marktanteile bewegten sich in der Zielgruppe mit 2,3 beziehungsweise 2,1 Prozent auch hier klar über den Normalwerten von Eurosport.

Das Runde im Eckigen

Katarina Witt - Eine Reise zu mir
© MDR
2 x Olympiasiegerin, 4 x Weltmeisterin und 6 x Europameisterin - sie ist eine der erfolgreichsten Eiskunstläuferinnen aller Zeiten: Das Erste zeigt am Karfreitag um 19:00 Uhr ein einstündiges Porträt von Katarina Witt, die Ende vergangenen Jahres ihren 50. Geburtstag feierte. Für den Film "Katarina Witt - Eine Reise zu mir" von Beate Boßdorf begab sich Witt auf eine Reise, um die Menschen wieder zu treffen, die nicht nur ihr sportliches Leben bereichert und entscheidend geprägt haben. Dabei kam es zu Gesprächen und spontanen Begegnungen, die extrem berührend sind und die sie von einer bislang unbekannten Seite zeigen. In ihrer früheren Trainingshalle sieht sie etwa ihre mittlerweile fast 90-jährige Trainerin Jutta Müller wieder, zudem trifft Witt ihren ehemaligen Trainingskollegen Ingo Steuer, mit dem sie auch über dessen IM-Tätigkeit spricht.

Was noch zu sagen wäre...

"Wir sollten nicht über die Logik reden und was Spielern durch den Kopf geht, wenn sie unsinnige Dinge tun."
Hans Meyer im Sport1-"Doppelpass"

Kommentare zum Artikel