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Ute Biernat
© Grundy LE
UTE BIERNAT

Grundy-Chefin beklagt Nachwuchs-Situation


(13.11.2009) In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" spricht Ute Biernat, Geschäftsführerin von Grundy Light Entertainment über die Nachwuchssituation in Deutschland und die Konkurrenz durch die Doku-Soaps.

Foto: Grundy Light Entertainment
© Grundy Light Entertainment
Ute Biernat, Geschäftsführerin des Unterhaltungs-Produzenten Grundy Light Entertainment, macht sich Sorgen um die Zukunft der Fernsehunterhaltung. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" sagte Biernat, rückläufige Zuschauerzahlen bei großen Unterhaltungsformaten hingen auch damit zusammen, "dass junge Leute im Fernsehen nicht mehr stattfinden". So müsse man bei der Herstellung der Sendungen darauf achten, den Musikgeschmack der Jüngeren und die für sie attraktiven Erzählformen zu treffen.

Auch auf Seiten der Macher sieht sie Probleme auf die Branche zukommen: "Die Nachwuchsarbeit wird total vernachlässigt, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Da findet nichts statt", beklagt die Produzentin, die unter anderem Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar", "Das Supertalent" oder die jüngst bei Sat.1 gefloppte Tanz-Sendung "Yes, we can dance" verantwortet.
 
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Anstatt große Namen wie Johannes B. Kerner oder Jörg Pilawa einzukaufen, präferiert Biernat den langfristigen Aufbau neuer Kräfte. "Das dauert aber und ist immer ein Investment, egal ob das in Menschen, Ideen, Formate oder Produktionen geht". Bei Akteuren wie Ina Müller und Kurt Krömer, deren Programme in der Regel nur zu vorgerückter Stunde in der ARD zu sehen sind, frage sie sich, "warum die noch nicht weiter vorne sind".

Angesichts der Vielzahl dokumentarischer Formate, die derzeit auch zur Primetime bei den großen privaten Sendern zu sehen sind, macht sich Biernat dennoch keine grundlegenden Sorgen um ihr ureigenstes Genre - die große Show: "Das ist eine andere Art des Erzählens. Unsere großen Studioshows sind immer noch große Spektakel. Das sind die Dokus nicht. Die wirken dafür authentischer, weil sich der Zuschauer näher dran fühlt", erklärt sie in der "SZ".

Allerdings führt sie auch aus, dass in der Showproduktion der große Vorteil gegenüber der Fiktion - das Arbeiten mit kurzen Vorlaufzeiten, bei denen man auf Trends reagieren kann - zu selten genutzt wird. "Das finde ich ja so erschreckend, dass wir heute immer noch zwei oder drei Jahre brauchen, ehe eine neue eigenentwickelte Unterhaltungssendung am Start ist", sagt sie. Auch die Herangehensweise an neue Sendungen solle sich ihr zu Folge ändern: "Weg von der Zielgruppe 14 bis 49 Jahre, hin zu einer themenspezifischeren Sichtweise". So würde sie gerne "mehr Formate entwickeln, die zum Beispiel Wissenschaft, vor allem das Thema Gesundheit und Unterhaltung kombinieren".



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