Inhalte Panorama US-Update DWDL.de Thema
 
Analysen Top20-Quoten Marktanteile Was wäre wenn..? Quotentipp Quotenprognose
 
Wirtschaft Politik Personalien
 
        Sie sind hier: Startseite » Business » Wirtschaft » "Brender rechnet ab: DDR-Zustände beim ZDF?"
ZDF Logo
© ZDF/DWDL
SPIONE IN MAINZ

Brender rechnet ab: DDR-Zustände beim ZDF?


(20.02.2010) Im "Spiegel" spricht der scheidende Chefredakteur Nikolaus Brender von "Inoffiziellen Mitarbeitern" der Parteien, "wirklich vergleichbar mit den IM der DDR". Redakteure sollen den Parteien Senderinterna zugetragen haben.

Nikolaus Brender
© ZDF/Carmen Sauerbrei
Zu verlieren hat ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender nichts mehr: In wenigen Wochen verabschiedet er sich aus Mainz, weil es die Politik so wollte. Entsprechend scharfe Worte findet er nun im "Spiegel": So "gibt es in der Union ein dunkles Schattenreich, das sich im Verwaltungsrat eingenistet hat und ihn mittlerweile zu dominieren versucht".

Nun sei "auch das ZDF beschädigt. Das Ganze hat der Glaubwürdigkeit der Öffentlich-Rechtlichen einen schweren Schlag versetzt", so Brender. Das Bundesverfassungsgericht sei nun "die einzige Institution, die dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Staatsferne, Form und damit Zukunft sichern kann". Zugleich kritisierte Brender das "Proporzdenken" der Parteien. "Parteipolitische Methodik droht gerade den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu okkupieren." Dazu zählt er "das Denken in Mehrheits- und Minderheitsmustern sowie in Freund- Feind-Schemata. Fraktionszwang. Intransparentes Hinterzimmergeklüngel. Das alles darf es im Journalismus nicht geben".





Zugleich sprach der scheidende ZDF-Chefredakteur von einem internen "Spitzelsystem, das davon lebt, dass Redakteure den Parteien Senderinterna zutragen". So ist von "Inoffiziellen Mitarbeitern" der Parteien die Rede, "wirklich vergleichbar mit den IM der DDR", so Brender im "Spiegel". Es sei ein "feingesponnenes Netz von Abhängigkeiten" entstanden, "aus dem sich Karrierechancen, aber auch Verpflichtungen ableiten lassen". Er selbst habe "versucht, solche Spione wenigstens von Posten mit echter Verantwortung fernzuhalten".

Dass er als Chefredakteur einigen auf die Füße getreten habe, bringe der Job mit sich. Nikolaus Brender: "Ich wollte hier Kämpfer, keine Schlappschwänze." Im "Spiegel" zeigte er sich nun dennoch erleichtert: "Es fällt eine große Last von mir ab." Nun sonderiere er die Angebote, könne aber wohl "vom Journalismus nicht lassen". Von den Öffentlich-Rechtlichen wird er sich aber wahrscheinlich verabschieden: "Das System hat mit mir abgeschlossen. Das werde ich respektieren."



NEUE MELDUNGEN MEISTGELESEN   
Die neuesten Meldungen der DWDL.de-Redaktion
Newsticker Spox.com kümmert sich um "ran" im Netz
Newsticker Neue Reihe: ZDFneo porträtiert "Netzmenschen"
Newsticker Kein Mut zum Talk: Pilawa will lieber Quiz-Onkel bleiben
Newsticker VDZ-Chef sieht ARD & ZDF im Netz als Monster
Newsticker Sky macht Rückkauf des Vermarkters PMS offiziell
Newsticker "Literarischer Salon": "Focus" gewinnt Gast-Autoren
Newsticker Zielgruppe 20-59: Die Top20 vom Donnerstag
Newsticker "The Pacific" verliert überraschend deutlich an Boden
Newsticker Sat.1 hält mit Wasserdrache RTL-Serien in Schach
Newsticker HSE24: Weiterer Sender soll im Herbst starten

Weitere Themen auf DWDL.de