POST VON KAI
"Bild"-Chef Diekmann berät "Zapp"-Redaktion per Mail
(28.07.2010) Kai Diekmann hat sich seit April gleich mehrmals an die Redaktion des NDR-Medienmagazins "Zapp" gewendet und per Mail Tipps zur Berichterstattung über sein Blatt gegeben. Beim NDR zeigte man sich verwundert.
© Axel Springer VerlagDicke Freunde werden "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann und das NDR-Medienmagazin "Zapp" wohl nicht mehr werden. Wann immer um eine Stellungnahme Diekmanns gebeten wird, erhält die Redaktion eine Absage. Umso kurioser mutet es an, dass sich der "Bild"-Chef in den vergangenen Monaten mehrfach selbst bei "Zapp" meldete.
Gleich sieben Mails schickte Diekmann laut "Süddeutscher Zeitung" seit April an "Zapp"-Redaktionsleiterin Julia Stein und gab Hilfestellung bei der Suche nach Schlagzeilen für die oft kritische Berichterstattung über sein Blatt. "Bigott: Wie Bild mit dem Papst Geld verdient" oder "In Bild steht nur 'Scheiße': Wie Bild-Kolumnist Franz-Josef Wagner unflätig die halbe Welt bepöbeln darf" - nur zwei von Diekmanns zahlreichen Schlagzeilen-Vorschlägen.
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Um einen Scherz handelt es sich bei den Mails übrigens keinesfalls, denn gegenüber der "SZ" bestätigte ein "Bild"-Sprecher die Echtheit. Diekmann habe sich erlaubt, Zapp "kreative Hilfestellung für Geschichten zu geben - die der Einfachheit halber gleich mit dem typisch einseitigen Zapp-Tenor versehen" worden seien. "Zapp"-Redaktionsleiterin Stein zeigte sich verwundert und wies die versteckte Kritik umgehend zurück. Sie betonte, das Blatt sei für "Zapp" kein feststehendes Feindbild. Gleich fünf Mal schrieb sie dem "Bild"-Chef sogar zurück - etwa mit dem Verweis auf das bestehende "Bildblog" oder die gerade eingelegte Sommerpause, die eine Berichterstattung unmöglich mache.
Kai Diekmann scheint sein Ziel jedenfalls erreicht zu haben: Einmal mehr steht der Chefredakteur des Boulevardblattes im Mittelpunkt - wie schon in der jüngsten Vergangenheit bei seinem 100-Tage-Blog, in dem er sich und letztlich die ganze Branche auf den Arm nahm. Zuletzt war Diekmann in einem YouTube-Video als "Kai D. aus B." zu sehen. Darin hatte er über die hohen Roaming-Kosten in Höhe von 40.000 Euro geklagt, die sein Blog verursacht hatte.