UK-Update vom 10. Februar

LeBlanc moderiert "Top Gear", BBC dreht Thrillerserie

von Marcel Pohlig
10.02.2016 - 11:27 Uhr

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Was für eine Überraschung: "Friends"-Star Matt LeBlanc wird neuer Co-Moderator von "Top Gear". Außerdem: Die Geschichte rund um den Serienmörder John Christie wird zur Serie, BBC News verabschiedet sich teils vom Rolling-News-Prinzip und Channel 5 wird renoviert.

Top Gear mit Matt LeBlanc
© BBC
Der BBC ist eine ordentliche Überraschung gelungen: Knapp drei Monate vor dem Neustart präsentierte die öffentlich-rechtliche Anstalt endlich den ersten Co-Moderator des neuen "Top Gear". An der Seite von Chris Evans wird künftig Matt LeBlanc, der in der Sitcom "Friends" ein knappes Jahrzehnt lang Joey Tribiani verkörperte, durch die kultige Autoshow führen. Wie überraschend die Personalie ist, macht ein Statement des Buchmachers William Hill deutlich: Demnach hat im so wettfreudigen Großbritannien nicht ein einziger Brite auf Matt LeBlanc gesetzt. LeBlanc, der für die BBC bereits die Serie "Episodes" produzierte, ist ein Auto-Narr und war auch in der Vergangenheit bereits mehrmals zu Gast bei "Top Gear". In der Rubrik "Star in a Reasonably-Priced Car" stellte er 2012 so einen Rundenrekord auf, der bislang von keinem Promi gebrochen wurde. Offen ist nun noch, wer neben Evans und LeBlanc durch das neue "Top Gear" führen wird. Evans jedenfalls kündigte bereits im Sommer an, dass auch eine Frau Teil der Sendung werde. Eine Gelegenheit zur Verkündung gibt es in Kürze: Beim BBC Showcase wird Evans das neue "Top Gear" erstmals den internationalen Partnern vor internationalen Partnern vorstellen.

Channel 5
© Channel 5
Channel 5 bekommt bereits am Donnerstag ein komplett neues Kleid. Das bereits vor einem Jahr vom neuen Eigner Viacom angekündigte und längst überfällige Redesign betrifft mit Ausnahme des Senders Spike alle Sender und bringt auch ein neues Logo mit sich. Ähnlich wie beim Konkurrenten Channel 4 setzt der kleinste der großen Sender künftig rein auf seine Ziffer, die in mehrere Segmente unterteilt und in den neuen Bumpern in den Mittelpunkt gerückt wird. Über die deutlich hochwertigeren Animationen werden dabei Botschaften wie "Welcome Back" oer "See you soon" gelegt. Für das Hauptprogramm wurden mehrere Idents produziert, bei denen nicht das Logo im Mittelpunkt steht, sondern eine kleine Geschichte aus dem Alltag mit einer Überraschung am Ende erzählt wird. Im Ident "Birds" landen beispielsweise Papageien auf einem Londoner Balkon, in einem anderen springen mehrere Wale aus dem Wasser. Beim Spartensender 5USA wurden mehrere Luftaufnahmen per Drohne gedreht und fast schon in einem cineastischen Look verschmolzen, beim Sender 5STAR will man mit einem reinen Grafikdesign eher die jungen Zuschauer erreichen. Das Abruf-Angebot im Internet wechselt den Namen von Demand 5 zu My5. Das bisherige Design der Gruppe wurde 2010 nach dem Kauf durch Richard Desmond eingeführt, der sich gleich nach der Übernahme daran störte, dass der Sender unter der RTL-Ära das Wort "Channel" abschaffte und es schnellstmöglich wieder einführte. An die eher boulevardeskere Ära unter Desmond erinnert der neue Auftritt nun absolut nicht mehr. Schade nur, dass man nicht schon den Start von "Akte X" für den Relaunch nutzte, dann hätten es nämlich ungewohnt viele Zuschauer auch mitbekommen. Mit 3,17 Millionen Zuschauern startete "Akte X" nämlich so stark wie seit sieben Jahren keine Serie mehr. Einen Einblick ins neue Design gewährt Viacom auf Vimeo.

The Jump
© Channel 4
Auch in diesem Jahr unternimmt Channel 4 wieder eine Promi-Klassenfahrt nach Österreich und sendet seit gut anderthalb Wochen wieder seine Sport-Show "The Jump". Langsam gehen dem Sender allerdings die Promis aus: Zwar sind bislang nur zwei Ausgaben gelaufen, drei Promis mussten sich aber bereits verletzungsbedingt auf den Heimweg machen: Die Schauspielerin Tina Hobley hat sich am Donnerstag beim Training für Skisprünge verletzt und sich den Ellbogen ausgerenkt, Schwimmerin Rebecca Adlington zog sich eine Woche nachdem sie sich eine Verletzung an der Schulter zuzog am Sonntag ebenfalls zurück und auch Turnerin Beth Weddle musste nach einer Rückenverletzung am Sonntag das Handtuch werfen. Die Häufung der Unfälle bewogen den Sender Channel 4 dann doch noch zu einer Stellungnahme: Zwar handele es sich bei der dritten Staffel um einen neuen Parcours, der sei allerdings nicht schwieriger als in den letzten Jahren. Jeder Wintersport bringe allerdings ein gewisses Risiko mit sich, rechtfertigt sich der Sender. Nach den Unfällen will man die Sicherheitsvorkehrungen nun aber dennoch erneut prüfen lassen. Auf Twitter wurde wegen der vielen Verletzungen bereits ein vorzeitiger Stop der Sendung gefordert.

BBC One Ident
© BBC One
Die BBC entwickelt derzeit ein neues Drama, das auf einer wahren Begebenheit beruht. Ed Whitmore und Tracey Malone, die zuvor u.a. für "Waking the Dead" bzw. "Silent Witness" schrieben, werden die Geschichte rund um den Serienmörder John Christie für das Fernsehen aufbereiten. Entwickelt werden soll eine dreiteilige Miniserie mit einstündigen Folgen. Christie brachte in den 1940er Jahren mehrere Frauen ein und mauerte sie in der Küchenwand ein, wo sie sein Nachmieter fand. Der Fall hatte für die britische Rechtsgeschichte große Bedeutung: Nachdem fälschlicherweise ein Nachbar für zwei Morde verantwortlich gemacht und hingerichtet wurde, wurde die Todesstrafe in Großbritannien abgeschafft. Weil einer der Morde eine misslungene Abtreibung gewesen sein soll, half dies dabei, den Schwangerschaftsabbruch zu legalisieren. Die Anschrift 10 Rellington Place, die 1971 bereits zum Titel einer Verfilmung wurde, erlangte dadurch so traurige Berühmtheit, dass die Straße mehrmals umbenannt und der komplette Straßenzug abgerissen wurde. Gute Nachrichten gibt es unterdessen für die Film-Sparte von Channel 4: Der Sender steigert seine Investitionen massiv um zehn Millionen auf ein neues Jahresbudget von 25 Millionen Pfund und arbeitet künftig mit den Machern von "The Inbetweeners", das nach Ende der Serie zu einem großen Kinohit wurde, zusammen. Iain Morris und Damon Beesley sollen für das Produktionshaus Film4 (nicht den gleichnamigen Sender) vier neue Comedy-Filme produzieren.

ITV
© ITV
Gute Nachrichten gibt es auch für Fans der Serie "Endeavour": Der Privatsender ITV hat eine Fortsetzung der Serie beauftragt. Das Prequel zur bereits eingestellten Serie "Inspector Morse" wird damit im kommenden Jahr bereits in die vierte Staffel gehen. Die vierte Staffel von "Endeavour" wird laut ITV im Jahr 1967 spielen, mit dabei sind auch wieder die Hauptdarsteller Shaun Evans und Roger Allam. Für ITV ist "Endeavour" ein wichtiger Erfolg, erreichte die dritte Staffel im vergangenen Monat doch im Schnitt sechs Millionen Zuschauer. Noch im Frühling starten unterdessen die Dreharbeiten zum neuen Drama "The Level", mit dem ITV abermals das Feld der Krimis beackert. In der Serie geht es in sechs Folgen um die Polizistin Nancy Devlin, die ein Doppelleben führt und neben ihrer Polizei-Karriere eine enge Verbindung zum zwielichtigen Geschäftsmann und Drogenhändler Frank Le Saux unterhält. Le Saux ist für Devlin eine Art Vaterfigur, weshalb sie ihn aus dem Blick der Ermittler fern hält – doch als er ermordet wird, steht ihr Netz aus Geheimnissen plötzlich auf wackeligen Füßen. Unterdessen hat sich der Privatsender auch zu seiner Castingshow "The X Factor" bekannt: Zwar werden immer mehr Stimmen laut, die dem Format eine wohlverdiente Pause verordnen wollen, doch nachdem schon Gerüchte die Runde machten, die Show müsse den Sender für eine Fortsetzung wechseln, erklärte ein ITV-Sprecher, dass man vollkommen beabsichtigt, die Show gemeinsam mit "Britain's Got Talent" auch 2017 fortzusetzen. Die neuen Verträge werden allerdings erst nach dem Finale von "BGT" im Sommer verhandelt.

BBC News
© BBC
Der Nachrichtensender BBC News wurde zwar bereits öffentlich angezählt, da die Kosten bei einer Einstellung des linearen Kanals aber kaum geringer wären, zog die BBC entsprechende Pläne Ende vergangenen Jahres wieder zurück. Den Rotstift setzt man beim Sender aber dennoch an und entfernt ihn in den Abendstunden ein Stück weit vom Rolling-News-Prinzip. Um 19 Uhr startet der Nachrichtensender Ende des Monats eine noch namenlose Sendung und wird fortan eine Stunde lang die Highlights aus den Regionalsendungen, die allabendlichen auf BBC One ausgestrahlt werden, senden. Auch am späten Abend gibt es bei BBC News Änderungen: Um 23:15 Uhr gibt es künftig keine frischen Nachrichten mehr, sondern schlicht die Wiederholung der dann gerade erst bei BBC Two gelaufenen "Newsnight", das Segment "The Papers" verschiebt sich dadurch auf 00:30 Uhr. Die BBC verspricht sich von diesem Schritt mehr jüngere Zuschauer für die "Newsnight" und eine Stärkung der Abendschiene von BBC News, auf die man sich nun stärker konzentrieren könne. Ab 20 Uhr gibt es künftig eine einstündige Nachrichtensendung. Für den "Hardtalk" ist zumindest zu dieser Zeit dann kein Platz mehr, er soll aber im Programm bleiben. In den nächsten Tagen soll außerdem mit neuen Darbietungsformen experimentiert und mehrere Touchscreens in Betrieb genommen werden. Änderungen gibt es auch am Morgen beim Frühstücksprogramm "BBC Breakfast", das auch bei BBC One läuft. Dan Walker wird am 29. Februar erstmals als neuer Hauptmoderator an der Seite von Louise Minchin durch das Format führen.

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