UK-Update vom 17. Februar

"Top Gear" komplett, NBCUniversal startet Abrufdienst

von Marcel Pohlig
17.02.2016 - 11:40 Uhr

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Das deutlich vergrößterte Team von "Top Gear" ist endlich komplett, mit dabei ist auch die deutsche Rennfahrerin Sabine Schmitz. Außerdem: NBCUniversal lanciert einen Abrufdienst für Reality-Fans und BBC Two startet ein neues Magazin rund ums Fernsehen.

Top Gear 2016
© BBC
Sieben auf einen Streich: Nachdem kürzlich bereits Matt LeBlanc als neuer Co-Moderator der Kultshow "Top Gear" präsentiert wurde, steht nun endlich auch das komplette Team für den Neustart des Formats fest. Die Crew wird dabei deutlich größer als in der Vergangenheit: Sieben Personen umfasst die Crew von "Top Gear" künftig vor der Kamera. Neben Chris Evans und Matt LeBlanc wird dabei, wie rund um Weihnachten bereits spekuliert, die deutsche Rennfahrerin Sabine Schmitz Teil der Sendung. Neben ihrer Tätigkeit als Rennfahrerin kann Schmitz auch Fernseherfahrung vorweisen, moderierte sie in der Vergangenheit doch bereits Auto-Formate für DMAX und Sport1. Mit ihr macht Hauptmoderator Evans ferner auch sein Versprechen wahr, eine Frau ins Team zu holen. Mit an Bord ist auch Eddie Jordan, der bis zuletzt für die BBC durch die Formel-1-Übertragungen als Experte führte. Ergänzt wird das Team durch den YouTuber Chris Harris und den Journalisten Rory Reid, der das öffentliche Casting für sich entscheiden konnte. Komplettiert wird das Team durch The Stig – der kultige Rennfahrer im weißen Overall wird also auch künnftig eine Rolle im neuen "Top Gear" spielen. Starten wird die neue Crew im Mai.

Too Much TV
© BBC
Das britische Fernsehen macht das Fernsehen zum Thema: BBC Two hat mit "Too Much TV" ein neues Format angekündigt, das laut Beschreibung der Sendung von Fernsehliebhabern für Fernsehliebhaber gemacht werden soll. Konkret werden in der Sendung aktuelle Meldungen zum Fernsehen präsentiert und Promi-Gäste zum Plausch im Studio empfangen. In dem live ausgestrahlten Magazin sollen außerdem Tipps für das Abendprogramm gegeben werden – und ins Archiv gegriffen werden, um vergangene Highlights noch einmal zu senden. Durch die Sendung, die ab dem 29. Februar werktags um 18:30 Uhr laufen wird, führen immer zwei Moderatoren. Zum Moderatorenteam gehören Emma Bunton, Sara Cox, Rufus Hound und Aled Jones. Geplant sind zunächst dreißig Ausgaben. Rund um Ostern wird bei BBC Two unterdessen Mary Berry zurückkehren. Die beliebte Jurorin des "Bake Off" wird unter dem Namen "Mary Berry's Easter Feast" zeigen, wie sich die Bräuche an Ostern in einzelnen christlichen Gemeinschaften unterscheiden und den Fokus dabei natürlich auf das Essen legen. Berry wird dabei auch selbst den Kochlöffel schwingen und in der zweiteiligen Sendungen ihr Ostermenü präsentieren.

hayu
© NBCUniversal
Netflix und Amazon haben es vorgemacht, nun möchte auch NBCUniversal ein Stück vom Online-Kuchen abbekommen. Im März startet das Unternehmen in Großbritannien eine neue Abrufplattform, die sich gezielt an Fans von Reality-Formaten richtet. Unter dem Namen hayu geht die Plattform an den Start und soll Formate wie "Keeping Up With the Kardashians", "Made in Chelsea" und "RuPaul's Drag Race" im Portfolio haben. Insgesamt sollen zum Start über fünfzig Staffeln mit insgesamt rund 3.000 Folgen zum Abruf bereit stehen, jedes Jahr sollen 500 weitere Episoden hinzukommen. Kostenlos ist hayu nicht, es werden im Monat 3,99 Pfund fällig – damit koste hayu weniger als ein Lippenstift, ist der Slogan zum Start. Neben Großbritannien soll hayu auch in Irland und Australien lanciert werden. Im klassischen Fernsehen haben Reality-Formate unter anderem bei ITV2 ein Zuhause. Dort wird im Sommer eine neue Staffel der Kuppelshow "Love Island" produziert, wie der Sender nun bestätigte. Daneben hat ITV2 außerdem eine Fortsetzung seiner Panelshow "Safeword" in Auftrag gegeben. Aufgezeichnet werden sechs neue Folgen im März, eine Ausstrahlung sollte kurz danach folgen.

Saturday Night Takeaway
© ITV
Bereits am kommenden Samstag starten Ant & Dec in die nunmehr dreizehnte Staffel ihres "Saturday Night Takeaway". Der wird diesmal etwas größer aufgezogen als gewohnt. Das Finale der Staffel wird diesmal nämlich auf einem Kreuzfahrtschiff gefeiert. Ant & Dec melden sich dabei live aus Barcelona. Im Vorfeld verlost ITV dabei eine entsprechende, zweiwöchige Reise auf dem gleichen Kreuzfahrtschiff an 200 Zuschauer. Neu in der Staffel wird außerdem das Segment "Who Shot Simon Cowell?" sein. In dem Sketch werden verschiedene Promis verdächtigt, Cowell erschossen zu haben. Daran beteiligt ist auch "Broadchurch"-Macher Chris Chibnail, womit die Suche nach dem tatsächlichen Killer den ein oder anderen Twist beinhalten dürfte. Die BBC hat sich unterdessen an Perlen im eigenen Archiv erinnert. Anlässlich der Feierlichkeiten zu 60 Jahren Comedy in der BBC wird nun tatsächlich ein Remake der Sitcom "Are You Being Served?", die von 1972 bis 1985 bei BBC One lief, produziert. Der Sender verspricht für das Special eine Starbesetzung, hat aber noch keine Namen genannt. Geäußert hat der Sender sich allerdings zu seiner "White Queen" bzw. dessen Sequel "White Princess", das vom amerikanischen Starz produziert wird. Nachdem die BBC sich schon nicht an der Produktion beteiligt, steht nun auch fest, dass "The White Princess" auch nicht bei der BBC ausgestrahlt wird.

BBC Plaza
© DWDL
Am Montagabend wurde BBC Three ein letztes Mal im Fernsehen ausgestrahlt, nun ist der Sender eine reine Online-Marke. Damit setzte die BBC den seit knapp zwei Jahren gehegten Plan zur Kosteneinsparung nun in die Tat um. Sparen wird die BBC aber auch in Zukunft weiterhin müssen. Dabei wird nun abermals auch über Veränderungen hinter den Kulissen nachgedacht. So wird in Erwägung gezogen, die bisherige, nach Sendern gegliederte Struktur aufzugeben. Als Teil eines solchen Vorgehens könnten beispielsweise das Radioprogramm BBC Radio 1 mit BBC Three zu einer neuen Jugendeinheit verschmolzen werden. Damit sollen die Inhalte künftig Vorrang gegenüber den festgefahrenen Strukturen haben. Dieser Schritt wäre zumindest naheliegend: Anfang des Jahres schaffte die BBC bereits die einzelnen Führungspositionen für die Fernsehkanälen ab und bündelte die Zuständigkeit unter Charlotte Moore, die zuvor nur für das Hauptprogramm BBC one verantwortlich zeichnete. Die BBC bestätigte dem "Guardian" zwar, verschiedene Reform-Optionen zu prüfen, eine Entscheidung gibt es aber bislang noch nicht.

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