US-Update vom 13. September

Spin-Off für "Breaking Bad", Aus für "The Killing"

von R. Pfaff / U. Mantel
13.09.2013 - 11:00 Uhr

Tools

Social Networks

 

Kurz vor dem Finale von "Breaking Bad" ist klar: Für mindestens einen Charakter geht's in einem Spin-Off weiter. Zum zweiten Mal abgesetzt wurde "The Killing. Außerdem: "X Factor" meldet sich mit Tiefstwert zurück und Kritiker setzen auf "S.H.I.E.L.D."

  • Saul Goodman aus Breaking Bad
    © RTL Nitro
    Am 29. September hat Walter White bei "Breaking Bad" für immer ausgekocht, denn an diesem Tag wird der zweite Teil der fünften Staffel mit der 16. Folge zum Abschluss gebracht. Bereits im April verdichteten sich jedoch Gerüchte, dass der Serien-Kosmos in Form eines Ablegers mit Saul Goodman von AMC in Zusammenarbeit mit dem Produktionsstudio Sony TV fortgeführt werden könnte. Nach langem Hin-und-Her und schwierigen Vertragsverhandlungen konnten sich mittlerweile tatsächlich beide Parteien einigen und haben grünes Licht für die Produktion eines Spin-Offs mit dem windigen Anwalt, der von Bob Odenkirk porträtiert wird, gegeben. Unter dem Arbeitstitel und Goodmans eigenem Werbespruch bei "Breaking Bad", "Better Call Saul", soll die Zeit in den Blick genommen werden, bevor er Anwalt von Walter White, Jesse Pinkman oder Verbindungsmann von Anderen kriminell Veranlagten wurde. Unsicher ist bis zu welcher Stufe der Charakterentwicklung Goodmans, vor allem hinsichtlich seines moralischen Verständnisses, zurück gegangen wird und welche Figuren Teil des Prequels sein werden. Abzuwarten bleibt zudem der Verlauf der Verhandlungen mit den Kreativen selbst, allen voran natürlich "Breaking Bad"-Mastermind Vince Gilligan und Odenkirk selbst.
  • The Killing
    © AMC
    AMC killt die Serie zum zweiten Mal: "The Killing", die US-Adaption der dänischen Krimiserie "Kommissarin Lund - Das Verbrechen", wird nicht fortgesetzt. "Wir haben die schwierige Entscheidung getroffen, keine vierte Staffel in Auftrag zu geben", gab AMC in einem Statement bekannt. Das Finale der dritten Staffel war am 4. August zu sehen. Schon nach Staffel 2 hatte AMC die Serie eingestellt - sie dann aber doch wieder auferstehen lassen, nachdem die Produktionsfirma Fox Television Studios noch Netflix als weiteren Partner an Land gezogen hatte. Bessere Nachrichten gibt es für Fans von "Graceland": USA Network hat die Serie, die auf wahren Begebenheiten beruht und die Geschichte einer Gruppe von Undercover-Agents erzählt, schon vor dem Finale der ersten um eine zweite Staffel verlängert, wie der "Hollywood Reporter" berichtet. 
  • Big Brother 15 Logo
    © CBS
    In Deutschland wird "Big Brother" am kommenden Freitag zunächst mal mit einer Promi-Staffel wiederbelebt, in den USA ist das Reality-Format hingegen noch quicklebendig. Die in der kommenden Woche zu Ende gehende 15. Staffel konnte ihre Zuschauerzahlen bei Jung und Alt wieder leicht steigern. Mit bislang im Schnitt 7,3 Millionen Zuschauern und einem Rating von 2,6 bei den 18- bis 49-Jährigen bleibt das Format ein verlässlicher Quotengarant im für alle Networks eher schwierigen Sommer. Obwohl "Big Brother" mit rassistischen und sexistischen Ausfällen seiner Kandidaten für einiges an Kritik gesorgt hat, ist es somit kein Wunder, dass CBS nun bereits grünes Licht für eine 16. Staffel gegeben hat, die dann im kommenden Jahr erneut im Sommer zu sehen sein wird. Unterdessen hat Fox angekündigt, "So you think you can dance" kommendes Jahr in die 11. Staffel zu schicken - trotz erheblich gesunkener Zuschauerzahlen.
  • Agents of S.H.I.E.L.D.
    © ABC
    Über 220 Journalisten der Television Critics Association haben über die Neustarts der kommenden Saison abgestimmt und die vielversprechendsten neuen Serien gewählt - basierend jeweils natürlich nur auf den Pilotfolgen. Es wurde dabei getrennt für Drama-Serien, Comedys und allgemein für beide Genres zusammen abgestimmt. Als vielversprechendsten Serien-Neustart wählten die Kritiker dabei die ABC-Serie "Agents of S.H.I.E.L.D.", gefolgt von Showtimes "Masters of Sex" und der James-Spader-Serie "The Blacklist" von NBC. Obwohl es sich jeweils um Drama-Serien handelt, fällt die Reihenfolge in dieser Kategorie erstaunlicherweise anders aus: Hier setzt sich "The Blacklist" vor "Masters of Sex" an die Spitze. Dahinter folgt die CBS-Serie "Hostages" - die direkt gegen "The Blacklist" gesendet wird. Im Comedy-Bereich wurden "Brooklyn Nine-Nine" (Fox) gefolgt von Chuck Lorres "Mom" (CBS) und ABCs "Trophy Wife" gewählt.
  • Seed
    © City TV / Rogers ChumMedia
    The CW hat sich die kanadische Sitcom "Seed" gesichert. The CW? Sitcom? Das sieht zunächst mal höchst ungewöhnlich aus: Auch wenn schon häufiger darüber spekuliert wurde, dass das mit Abstand kleinste und jüngste der Networks auch in den Comedy-Bereich vordringen möchte, folgten diese Überlegungen nie Taten. Sollte "Seed" aber zum Erfolg werden, dann dürfte das den Startschuss für eigene Produktionen geben. "Seed" erzählt die Geschichte von Harry, einem alleinstehenden Barkeeper, der sich sein Einkommen auch als Samenspender aufbessert. Irgendwann stellt er fest, dass er so schon mehrere Nachkommen gezeugt hat. Die Serie handelt von der Beziehung zu seinen höchst unterschiedlichen neuen Verwandten - von einem lesbischen Paar über eine alleinerziehende Mutter bis zu einer Familie aus der Oberschicht mit einer rebellischen Tochter im Teenageralter. 
  • FX Networks
    © FX Networks
    Der Boom geht weiter: Filme dienen Serien weiterhin als Vorlage. Mit "Hannibal" (NBC) und "Bates Motel" (A&E) wurden in jüngster Zeit zwei Filme mit Serienkiller-Thematik auf dem kleinen Bildschirm weitererzählt, hinzu kommt jetzt noch der New Yorker Yuppie Patrick Bateman, der von der Dekadenz und Oberflächlichkeit der Oberschicht gelangweilt ist und die Leere mit Sex und Mord zu füllen versucht. Bestellt hat FX schon mal einen Piloten zu "American Psycho", der 2000 mit Christian Bale in der Hauptrolle im Kino lief, geplant ist die weitere Geschichte des Fans von weißen Visitenkarten und klinisch reinen Wohnungen als Sequel anzulegen. Der Film selbst wiederum basiert auf dem gleichnamigen Roman von Bret Easton Ellis und schilderte das Leben des Investmentbankers in den 80er Jahren. Die etwaige Serie soll hingegen Geschichten aus der Gegenwart fokussieren und daher einen Bateman als Mittfünfziger in den Mittelpunkt stellen. Wenn man bedenkt, dass die Showtime-Serie "Dexter" mit dem langjährigen Serienmörder Dexter Morgan am 22. September enden wird, könnte dadurch die Lücke für Serienkilleraffine zusätzlich gefüllt werden.
  • Katherine Heigl in Greys Anatomy
    © Touchstone Television
    Nachdem in den letzten Monaten bereits drei "Wizard of Oz"-Projekte angekündigt wurden, gesellt sich zum Zauberreigen noch ein weiteres, viertes Projekt, und zwar bei The CW. Im Fokus soll natürlich Dorothy Gale stehen, allerdings eine böse Version von ihr. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman für eine jüngere Zielgruppe von Danielle Paige und soll unter anderem von Tim Kring ("Heroes") mitverantwortet werden. Die Euphorie dürfte wohl auch auf das Jubiläum des Kinofilms mit Judy Garland in der Hauptrolle zurückgehen: nächstes Jahr feiert dieser quasi seinen 75. Geburtstag. Ganz ohne Zauber könnte es bei NBC zugehen, denn der Sender konnte bei einem neuen Projekt von und mit Katherine Heigl als Meistbietender hervorgehen. Zudem ist NBC daran gebunden, einen Piloten erstellen zu müssen. Heigls Figur wird dabei an der Schnittstelle zwischen CIA und US-amerikanischem Präsidenten angesiedelt sein und für den notwendigen Informationsaustausch zwischen Regierung und Geheimdienst sorgen.
  • Carson Daly
    © NBC
    In der Late-Night-Schiene von NBC bleibt kein Stein auf dem Anderen: Im Februar löst bekanntlich Jimmy Fallon Jay Leno in der traditionsreichen "Tonight Show" ab, zum gleichen Zeitpunkt wird Seth Meyers dessen "Late Night" übernehmen - und auch bei "Last Call with Carson Daly", was zu sehr später Stunde zu sehen ist, gibt es einen Moderatorenwechsel. Daly selbst wird künftig nämlich nicht mehr spätnachts, sondern frühmorgens in der "Today Show" von NBC zu sehen sein und dort den neuen "Orange Room" übernehmen. Mit Social-Media-Hangouts, Live-Stream-Interviews und der Beobachtung der Reaktionen in Sozialen Netzwerken soll er die strauchelnde Morgenshow modernisieren und verjüngen. Bei "Last Call" wird er sich auf den Produzentenposten zurückziehen, ein neuer Moderator soll zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden. Ungeachtet dessen wird er den größten NBC-Hit "The Voice" auch weiterhin moderieren.
  • USA
    © DWDL
    Blicken wir noch darauf, wer zuletzt auf den Besetzungscouches Platz genommen hat: Emily Swallow, zuletzt als Dr. Michelle Robidaux in der TNT-Serie "Monday Mornings" zu sehen, übernimmt eine wiederkehrende Rolle in der neuen "The Mentalist"-Staffel - als geheimnisvolle Frau, die entscheidenden Einfluss auf Patrick Janes Leben haben könnte. Da "The Mentalist" zu Staffel 7 wohl ohnehin komplett umgekrempelt werden soll - der bisherige rote Faden, der Fall um Red John, wird nämlich aufgelöst - könnte sie dann eine feste Hauptrolle bekommen. Ein weiteres bekanntes Gesicht gibt's unterdessen aller Voraussicht nach bei "24: Live another Day" zu sehen: Kim Raver, die in einigen früheren Staffeln Jack Bauers Lebensgefährtin Audrey Raines, soll kurz vor der Vertragsunterzeichnung stehen. Neben Kiefer Sutherland wird zudem auch Mary Lynn Rajskub in ihrer Rolle als Chloe O'Brian wieder mit dabei sein. Michael J Fox hat unterdessen seine Eltern gefunden - also, diejenigen, die seine Eltern in seiner neuen Sitcom "The Michael J. Fox Show" spielen: Candice Bergen - unter anderem als Shirley Schmidt aus "Boston Legal" bekannt - und Charles Grodin übernehmen die Elternrollen. Der einstige "CSI: Miami"-Darsteller Jonathan Togo kommt unterdessen bei "Covert Affairs" unter.

US-Quoten-Update

  • The X Factor Logo
    © FOX
    Die erste "X Factor"-Staffel, für die Simon Cowell "American Idol" verlassen hatte, blieb mit 11 Millionen Zuschauern weit unter den Erwartungen. Zur zweiten Staffel sollte alles besser werden - doch die Quoten brachen weiter ein. Im Schnitt sahen nur noch etwas über acht Millionen Zuschauer zu. Also legte man erneut Hand an - und erntete zum Auftakt von Staffel 3 den nächsten Tiefschlag: 6,2 Millionen Zuschauer sahen die erste neue Folge, in der Zielgruppe wurde ein Marktanteil von 2,1/7 Prozent (Rating/Share) erreicht - wenn man bedenkt, mit welcher Überlegenheit "Idol" noch vor wenigen Jahren das US-Fernsehen beherrschte, sind das geradezu erschreckende Werte. Die FOX-Show verlor damit sogar das direkte Duell mit "Big Brother", das bei CBS am Mittwoch immerhin 6,8 Millionen Zuschauer und einen Zielgruppen-Marktanteil von 2,3/7 Prozent einfahren konnte.
  • Boardwalk Empire
    © HBO
    Die vierte Staffel von "Boardwalk Empire" startete am Sonntag mit 2,4 Millionen Zuschauern bei HBO - das war glatt eine halbe Million weniger als beim Staffel-Auftakt ein Jahr zuvor, immerhin aber etwas mehr als die letzte Staffel im Schnitt erreicht hatte. Dass der Staffel-Auftakt diesmal vergleichsweise mau ausfiel, hängt wohl nicht zuletzt mit der Konkurrenzsituation zusammen: Man musste direkt gegen das erste Sonntags-Football-Spiel der NFL (25,4 Millionen Zuschauer) sowie das derzeit mitten im Finalhype befindliche "Breaking Bad" ran. Zusammen mit der Wiederholung am selben Abend kam "Boardwalk Empire" dann aber immerhin schon auf 3,2 Millionen Zuschauer. "Boardwalk Empire" liegt damit weit hinter den HBO-Hits "Game of Thrones" und "True Blood", aber vor der Aaron Sorkins-Serie "The Newsroom", deren Rekord bislang 2,3 Millionen Zuschauern beträgt.
  • Sons of Anarchy
    © FX
    Bei FX feierte unterdessen bereits die sechste Staffel von "Sons of Anarchy" ihre Premiere und stellte einen neuen Rekord auf: 5,87 Millionen Zuschauer sahen zu, darunter fast vier Millionen 18- bis 49-Jährige - das entspricht einem Rating (der üblichen Währung in den USA) von 3,1 - ein Wert, der auch für den größten Teil der Network-Serien nur schwer zu erreichen ist. In ihrem Timeslot am Dienstagabend waren die "Sons of Anarchy" in jedem Fall Marktführer bei den jungen Zuschauern. Zusammen mit den Wiederholungen kommt die erste neue "Sons of Anarchy" sogar schon auf 8,09 Millionen Zuschauer - und wird nach Vorliegen der endgültigen Zahlen mit allen Zuschauern innerhalb einer Woche wohl die meistgesehene Serien-Episode aller Zeiten bei FX sein.
  • NBC Logo
    © NBC
    Das Quiz-Genre zu revolutionieren - das war das ausgegebene Ziel, das NBC mit seinem "Million Second Quiz" verfolgt, das am Montag nun Premiere feierte. Die Zuschauerzahlen im linearen Fernsehen waren allerdings bislang wenig revolutionär: 6,5 Millionen Zuschauer sahen die Autakt-Folge, in der Zielgruppe lag der Marktanteil bei 1,7/5 Prozent. Am Dienstag waren schon nur noch 5,8 Millionen Zuschauer dabei, in der Zielgruppe ging's auf 1,5/5 Prozent nach unten, am Mittwoch ging es weiter auf 5,2 Millionen Zuschauer und 1,3/4 Prozent nach unten. Das "Million Second Quiz" läuft 24/7 eine Million Sekunden lang, die NBC-Partnerstationen können sich jederzeit einklinken, die Zuschauer können von zuhause rund um die Uhr mitspielen - zumindest theoretisch: Trotz der zwar soliden, aber keinesfalls überragenden Zuschauerzahlen brachen die Server während der ersten Sendung nämlich völlig zusammen, die App war unbenutzbar. Erst am zweiten Tag konnte man die App wieder zum Laufen bekommen werden, die Server-Kapazitäten wurden vorsichtshalber verzwölffacht - was allerdings die Frage aufwirft, wie man die Anforderungen im Vorfeld so krass unterschätzen konnte.

Kommentare zum Artikel

Top5 Zuschauer gesamt

Meistgesehene Sendungen vom 03.04.-09.04.

NCAA Tournament Final 21,20 Mio.
The Big Bang Theory 17,73 Mio.
NCIS 17,39 Mio.
NCIS: Los Angeles 14,56 Mio.
Dancing with the Stars 14,47 Mio.

Top5 Zielgruppe 18-49 Jahre

Meistgesehene Sendungen vom 03.04.-09.04.

Sendung Rating Share
NCAA Tournament Final 7,2 20 %
The Big Bang Theory 4,9 18 %
The Voice (Mo) 3,5 10 %
The Voice (Di) 2,9 8 %
Scandal 2,9 9 %

Rating gibt an, wieviel Prozent der 18-49-jährigen Zuschauer, die einen Fernseher besitzen, ein bestimmtes Programm eingeschaltet haben.
Share gibt an, wieviel Prozent der Zuschauer, die zu diesem Zeitpunkt ferngesehen haben, das jeweilige Programm eingeschaltet hatten. Share entspricht also der deutschen Marktanteils-Angabe.