In der Reihe unserer bisherigen Gäste von ProSiebenSat.1, HBO Max, Banijay Germany und Netflix fehlt natürlich noch RTL Deutschland. Eigentlich war das schon früher geplant, doch dann war dort wahrlich viel los in den ersten Monaten diesen Jahres. Erst Shift 26, jetzt die Übernahme von Sky Deutschland. Umso mehr gibt es jetzt zu besprechen, und das auch wenige Wochen nach dem DWDL-Interview mit Stephan Schmitter. Am Mikro wird es in der neuen Folge unseres Podcasts „visionär on air“ persönlicher. Wir waren zu Gast in Köln-Deutz, wo das temporäre Podcast-Studio spiegelt, was gerade im Haus passiert: Ein großer Umbau.
Morgenmensch Schmitter, sozialisiert als Radiomacher der zur Arbeit fuhr als andere nach Hause torkelten, kommt nach eigener Angabe morgens - und auch sonst - sehr gut ohne Kaffee aus - und Milch demnach auch. Wie kommuniziert der CEO von RTL Deutschland und in welcher seiner Shows würde er selbst antreten? Auf den persönlichen Einstieg folgt die Achterbahnfahrt: 2026 sei bisher ein Abbild der extremen Amplituden in der Medienbranche. Zu Shift 26 hätte es keine Alternative gegeben: „Da musst du schwere Entscheidungen treffen und musst das Team auch für die Zukunft aufstellen, weil sonst haben alle keine Zukunft mehr.“
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Umso wichtiger war dann der 22. April diesen Jahres: Schmitter berichtet vom Tag der EU-Entscheidung - Schilderungen des nervösen Wartens auf eine Entscheidung, die er heute als „Eisbrecher“ bezeichnet. Erstmals wurde der Medienmarkt nicht national und im Bewegtbild allein im linearen TV definiert. Das könne auch andere Firmen, andere Kombinationen ermutigen. RTL Deutschland und Sky Deutschland - das sei jetzt „der erste Leuchtturm“. Einer, der ab 1. Juni strahlen soll und gleichzeitig wird deutlich: Die Umsetzung der Übernahme wird dauern. Sie ist komplex, auch technisch. Schließlich laufen Sky und Wow auf anderen Plattformen als RTL+.
Zusammen mit Sky Deutschland will RTL Deutschland auf Augenhöhe mit internationalen Streamingdiensten mitmischen können. Dazu brauche es aber mehr Transparenz: Schmitter kritisiert die mangelnde Bereitschaft mancher Streamer, sich dem Reichweiten-Wettbewerb zu stellen. Immer wieder geht es ihm um Tempo - auch bei einer konvergenten Währung für alle, die ums gleiche Werbebudget kämpfen. Schmitter sympathisiert in dem Zusammnhang mit einem Wechsel auf die Netto-Reichweite um vergleichbarer zu sein mit anderen medialen Angeboten.
Es geht in den knapp 40 Minuten auch um die Regulierung von BigTech bzw. Regulierung deutscher Medienhäuser - um ungleiche Bedingungen anzupassen. Und um 2026 als Zeitenwende für RTL Deutschland: Deutlicher denn je will man sich durch die Sky-Übernahme unabhängiger von der Volatilität des Werbemarktes und dem steigenden Wettbewerb durch neue Player, inkl. KI-Firmen, machen. Und das als RTL, Inbegriff des werbefinanzierten Privatfernsehens. Wobei Schmitter einräumt: Das zahlt aktuell und wird auch noch länger die Miete zahlen. Ein Gespräch über Public Value, schmerzhafte Learnings, wertvolle Radio-Erfahrungen und einen Wunsch an die Branche.

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