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Meine Woche in Serie

"Akte X" - meine Begeisterung ist irgendwo da draußen

von Ulrike Klode
13.02.2016 - 10:20 Uhr

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Unsere Kolumnistin erinnert sich noch sehr gut an ihre erste "Akte X"-Folge - sie ist nämlich erst ein paar Tage her. Es hätte besser laufen können. Außerdem hat sie ambivalente Gefühle, was das angekündigte Ende von "The Good Wife" angeht. Und hat ein paar Tipps mitgebracht.

Es gibt Menschen, die noch ganz genau wissen, wann sie ihre allererste "Akte X"-Folge gesehen - und natürlich, welche das war. Mein Mann ist so ein Mensch. Und ich gehöre jetzt dazu. Allerdings erst seit Montagabend. Die erste Comeback-Folge war meine allererste. Und was soll ich sagen? Joah. Kann ich gucken. Muss ich aber nicht. Ich wurde die ganze Zeit das Gefühl nicht los, dass da Hank Moody und Jeff Winger in einem ganz besonderen "Community"-"Californication"-Crossover mitspielen, das Dan Harmon als "Akte X"-Tribute geschrieben hat. Na gut, das ist jetzt ein bisschen übertrieben. Aber nur ein klein bisschen. David Duchovny trägt ähnliche Klamotten wie in "Californication", und Joel McHale spielt genau wie in "Community" eine Rolle mit Menschenfänger-Zügen.

An alle Fans: Nein, ich will mich nicht lustig machen über die Serie. Es ist allerdings schwer, sich an ein solches Phänomen heranzutasten, wenn man sich vorher nie dafür interessiert hat. Natürlich bin ich mir der popkulturellen Bedeutung von Mulder und Scully bewusst. Ich weiß, wie prägend die Geschichten von Chris Carter und seinem Team für ein ganzes Genre waren. Ich finde es großartig, dass da mit Dana Scully (Gillian Anderson) eine Frauenfigur geschaffen wurde, die so bisher im Mainstream nicht zu finden war - und die Vorbild für viele andere tolle Charaktere war ("Vulture" hat da eine interessante Liste zusammengestellt). Und ja, auch ich habe Kritiken gelesen, die sich alle einig waren: Die erste Folge der zehnten Staffel ist nicht doll. Aber die anderen sollen besser werden. Natürlich werde ich weiter gucken. Und vielleicht kommt die Begeisterung bei mir ja noch. Oder es war alles nur eine fiese Verschwörung. 

Keine Verschwörung, sondern eine Tatsache: "The Good Wife" wird nach der aktuellen Staffel enden. Das hat CBS in dieser Woche bekanntgegeben. Ich habe die Serie erst vor knapp einem Jahr für mich entdeckt (darüber hatte ich - damals noch anderer Stelle - gebloggt) und war eigentlich davon ausgegangen, dass Alicia Florrick und mir noch ein paar gemeinsame Jährchen bevorstehen. Aber: Obwohl ich es natürlich schade finde, dass ich diese besondere Frau gehen lassen muss, finde ich es gleichzeitig auch gut. Denn es gibt viel zu viele Serien, die zu spät beendet wurden - oder werden. Und wenn - wie im Fall von "The Good Wife" - die Erfinder die Serie mit der Begründung verlassen wollen, dass sie nur die erreichte Anzahl von Staffeln vorgesehen hatten, ist es genau die richtige Zeit. Dass das viele Fans sehr schade finden, ist ein gutes Zeichen: Wenn die Serie ihren Zenit überschritten hätte, wäre es vielen vermutlich egal gewesen, dass die Zukunft ohne Alicia stattfindet. Ich freue mich, dass "The Good Wife" mit einer starken siebten Staffel endet, diese besondere Serie hätte es nicht verdient, wenn ausgerechnet die letzte Staffel eine schlechte wäre (wie es die sechste leider war). Für die noch ausstehenden Folgen werde ich mir ganz bewusst Zeit nehmen und sie auskosten - schließlich sind es die allerletzten. (Okay, ob es wirklich die allerallerletzten sind, kann heute niemand mit Sicherheit sagen. Vielleicht hält dieser einfallslose Revival-Wahn noch ein paar Jahrzehnte an und CBS wärmt in 15 Jahren "The Good Wife" auf ...) 


(via Giphy)

Apropos Dinge, die es seeeehr lange gibt: Metallica. Dass die Band in "Billions" eine Rolle spielen würde, hatte ich irgendwo aufgeschnappt. Aber dass es eine so prominente sein würde, hatte ich nicht erwartet. James Hetfield spielt sich selbst, sagt ein paar Sätze und singt sogar nur für den Hauptdarsteller der Serie, den Hedgefonds-Chef Bobby Axelrod (Damian Lewis). Und was mich am Ende der Folge überrascht hat, war folgendes:



Mit eigenem Schriftzug im Abspann? Das ist mir bisher bei keiner Band, die in einer Serie auftritt, aufgefallen. Aber: Metallica ist ja nun auch nicht irgendeine Band.

Und auch diese Woche habe ich Tipps für Sie - dieses Mal sind es vier:

Eine sehr sehenswerte österreichische Serie ist bei Netflix aufgeschlagen: "Braunschlag". Die Geschichte dieses herrlich schrägen Örtchens ist zwar schon 2012 in Österreich gelaufen, in Deutschland ist sie aber erst 2015 angekommen - seltsam, der Weg ist doch gar nicht weit. Nachdem sie erst bei RTL Crime, dann bei 3Sat und Einfestival gelaufen ist, kann man sie seit Mittwoch bei Netflix sehen. 

Zwei Großmeister höchstpersönlich sind für den nächsten Tipp verantwortlich: die HBO-Serie "Vinyl", gemacht von Martin Scorsese und Mick Jagger. Es geht um - na was wohl? - die wilde US-Musik-Szene in den 70-ern, die erste der zehn Folgen ist zeitgleich zum US-Start in der Nacht vom 14. auf 15. Februar bei Sky Online/Sky Go zu sehen.

Eine deutsche Serie, auf die ich mich schon sehr freue: "Gottlos - Warum Menschen töten", eine RTL-II-Produktion (ja, RTL II - Sie haben sich nicht verlesen). Es geht um Verbrechen, aber nicht um ihre Aufklärung. Sondern darum, was Menschen dazu bringt, Verbrechen zu begehen. Was muss passieren, damit jemand zum Mörder wird? Ein spannendes Experiment mit niederländischen Vorbild. Die erste Folge gibt's am 15. Februar. 

Die Erlebnisse von Jimmy McGill, bevor er Saul Goodman wurde, gehen weiter: Die zweite Staffel "Better Call Saul" startet am Mittwoch bei Netflix. Eines der wenigen Spin-offs, das der Originalserie das Wasser reichen kann.  

Jetzt zum wirklich Wichtigen: Wo kann man das alles gucken, über das ich schreibe?

"Akte X": Die neuen Folgen laufen seit 8. Februar montags um 21.15 Uhr auf ProSieben. Alle neun Staffeln und die bereits gesendeten Folgen der zehnten Staffel gibt's bei den Streaminganbieter Amazon Video, iTunes und Maxdome. Andere Anbieter haben einzelne Staffeln. Gibt's auf DVD.

"Californication": Läuft derzeit montagnachts auf Tele 5. Alle sieben Staffeln sind bei Amazon Video, iTunes, Netflix, Sky Online und Sky Go verfügbar. Und auf DVD.

"Community": Ist derzeit beim Pay-Sender ProSieben Fun zu sehen und im frei empfangbaren Kanal Comedy Central. Fünf der sechs Staffeln sind bei Amazon Video und Sony verfügbar, andere Streaminganbieter haben einzelne Staffeln. Gibt's auf DVD.

"The Good Wife": Die sechste Staffel läuft derzeit beim Pay-Sender Fox. (Anmerkung: Ich hatte vergessen, Fox zu erwähnen. Das habe ich nach dem Hinweis eines Lesers nachgetragen.) Fünf Staffeln gibt's bei Amazon Video und iTunes, andere Dienste habe einzelne Staffeln. Wer Staffel 6 und die bereits gesendeten Folgen von Staffel 7 gucken will, wird zum Beispiel bei iTunes US fündig. 

 "Billions": Parallel zur Ausstrahlung in den USA gibt's die Folgen bei Sky Online, Sky On Demand und Sky Go, ab 25. April dann synchronisiert oder im Original bei Sky Atlantic.

"Braunschlag": Läuft derzeit bei keinem Sender. Gibt's bei Amazon Video, iTunes, Maxdome (Flatrate) und Netflix. Und auf DVD.

"Vinyl": Sky Online, Sky On Demand und Sky Go. Ab 7. April synchronisiert und im Original bei Sky Atlantic.

"Gottlos - Warum Menschen töten": Die drei Folgen laufen am 15. und 22. Februar auf RTL II. 

"Better Call Saul": Die erste Staffel ist bei Amazon Video, iTunes, Maxdome, Netflix, Sony, Videoload und Xbox Video. Die zweite Staffel gibt es in Deutschland vorerst nur bei Netflix: Ab 17. Februar wird wöchentlich eine Folge freigeschaltet.

Wer mir auf Twitter folgen möchte, kann das hier tun: @FrauClodette.

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