
Am frühen Vormittag deutscher Zeit haben die USA und Israel mit erneuten Angriffen auf den Iran begonnen, dabei wurde unter anderem das Staatsoberhaupt Ali Chamenei getötet. Iran schlug im Verlauf des Tages in gleich mehreren Ländern zurück. Diese Eskalation schlug sich auch im TV-Programm zahlreicher Sender nieder. Allen voran die Nachrichtensender hatten am Samstag alle Hände voll zu tun, die minütlich neu veröffentlichten Informationen und Videos zu verifizierten und einzuordnen.
Besonders viele Menschen verließen sich dabei augenscheinlich auf ntv. Der Nachrichtensender aus dem Hause RTL Deutschland erzielte am Samstag einen Tagesmarktanteil (14-49) in Höhe von 2,6 Prozent und war damit sehr erfolgreich. Welt erzielte beispielsweise nur 1,6 Prozent. Vor allem zu Beginn der Berichterstattung war das Interesse hoch: Die erste Sondersendung bei ntv um 7:30 Uhr verzeichnete 150.000 Zuschauende sowie 5,3 Prozent Marktanteil.
Zwischen 8 und 9 Uhr stieg die Reichweite sogar auf mehr als 300.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, der Marktanteil lag zeitweise bei 10,1 Prozent. Das sind Ergebnisse, die ntv normalerweise nur in besonderen Momenten wie diesen erzielt. Über den ganzen Tag hinweg berichtete der Sender über die neuesten Entwicklungen, auch nach 20:15 Uhr schob man einzelne News-Specials ein. Von Welt, das ebenfalls früh auf Sendung war und lange live berichtete, liegen aktuell keine Quotendaten einzelner Sendungen bzw. Sendestrecken vor.
Vergleichsweise lange Zeit ließ man sich bei Phoenix. Der Doku- und Ereigniskanal ging erst um 13:30 Uhr mit einer Sondersendung zur Lage in Nahost auf Sendung, die war dann auch nicht mehr so sehr gefragt. So lag die durchschnittliche Reichweite bei deutlich weniger als 100.000, beim jungen Publikum wurde nur etwas mehr als 1 Prozent Marktanteil gemessen. Deutlich aktueller unterwegs war Tagesschau24, wo man den ganzen Tag über durchgehend live berichtete. Während zwischen 8 und 12 Uhr noch 3,4 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen gemessen wurden, waren es bis 20 Uhr noch 1,9 Prozent. Die durchschnittliche Reichweite lag durchweg bei über 100.000.
Aber auch in den Hauptprogrammen von ARD und ZDF spiegelte sich der Krieg wieder. Das Erste schob um 20:15 Uhr einen "Brennpunkt" ins laufende Programm und erreichte damit 4,45 Millionen Menschen, nachdem die "Tagesschau" zuvor bereits 5,52 Millionen Personen erreicht hatte. Das "heute journal" im ZDF kam im Anschluss an den neuen "Garmisch-Krimi" noch auf 4,51 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Alle genannten Sendungen holten sehr hohe Marktanteile beim Gesamtpublikum.
Am Vorabend nahm übrigens auch das ZDF ein "ZDF Spezial" zu den neuesten Entwicklungen in Nahost ins Programm, diese Sendung wurde von 3,34 Millionen Menschen gesehen. Das war nur etwas weniger Reichweite als die regulären "heute"-Nachrichten (3,41 Millionen) zuvor erzielt hatten. Beide Sendungen lagen über dem Senderschnitt, das Special holte auch bei den 14- bis 49-Jährigen sehr gute 9,8 Prozent, nachdem "heute" noch bei 5,1 Prozent hängen geblieben war.
RTL schob über den Tag verteilt hinweg immer kurze News-Flashes ins Programm ein, die im Umfeld der schlecht laufenden Scripted Realitys und Gerichtsshows aber nur wenig Aufmerksamkeit erhielten - zumindest in der Zielgruppe. Insgesamt sahen teilweise mehr als 700.000 Menschen zu. Am Vorabend lief es für "RTL Aktuell" deutlich besser, die Sendung zeigt sich normalerweise aber noch viel stärker. 1,84 Millionen Menschen sahen am Samstag zu, beim jungen Publikum reichte das für 10,3 Prozent Marktanteil.
Im "Sat.1-Frühstücksfernsehen am Samstag" herrschte dagegen weitgehend business as usual, die Redaktion entschied sich, von den zuvor geplanten Themen und Beiträgen nicht abzuweichen. Mit 350.000 Zuschauerinnen und Zuschauern sowie 6,2 Prozent Marktanteil in der klassischen Zielgruppe war die Sendung kein großer Erfolg, aber eben auch kein Totalausfall. Neben der Hauptausgabe von "Newstime" war die Nachrichtensendung darüber hinaus zweimal am Nachmittag zu sehen, lag dabei aber nur bei 5,8 und 1,9 Prozent.
Quelle für alle Daten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt: AGF SCOPE 1.9; Marktstandard: Bewegtbild; vorläufig gewichtete Daten; Tages-MA: Auswertungstyp TV-Zeitintervall; nutzungsbezogen; Sendungsdaten: Auswertungstyp TV; produktbezogen;
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