
Das zweite Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei dieser Weltmeisterschaft geriet wohl deutlich knapper als es vielen Fußball-Fans lieb war: Die Deutschen gerieten in Rückstand und konnten das Spiel erst in der Nachspielzeit noch drehen. Kein Vergleich also zum 7:1-Torfestival, das man zum Auftakt gegen Curaçao abgeliefert hatte. An fehlender Spannung kann es also eigentlich nicht gelegen haben, dass die von der AGF ausgewiesene Reichweite der Free-TV-Übertragung erheblich geringer ausfiel als in der Vorwoche.
So schauten im Schnitt diesmal 18,26 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer im ZDF zu, das waren über fünf Millionen weniger als beim ersten Spiel am Sonntag zuvor. Die Marktanteile lagen natürlich trotzdem auf astronomisch hohem Niveau: 72,1 Prozent wurden beim Gesamtpublikum erzielt, 76,4 Prozent bei den 14- bis 59-Jährigen, 78,5 Prozent in der Altersgruppe 14-49.
Ein Grund für den doch sehr starken Reichweiten-Rückgang um 22 Prozent dürfte wohl auch in einem höheren Public-Viewing-Faktor liegen. An einem hochsommerlichen Samstagabend werden sicherlich mehr Personen das gemeinschaftliche Seherlebnis dem heimischen Fernseher vorgezogen haben als vergangene Woche, als das erste Spiel an einem Sonntagvorabend bei mäßig guter Witterung zu sehen war. Wie stark dieser Effekt war, lässt sich aber vorerst nur mutmaßen. Denkbar auch, dass inzwischen mehr Fußball-Fans zu den MagentaTV-Übertragungen gewechselt haben - hier gibt es keine unabhängige Reichweiten Messung. Denkbar auch, dass die deutlich spätere Anstoßzeit ihren Teil beigetragen hat und die Partie manchem, der nicht zu den Hardcore-Fußballfans gehört, zu lange dauerte - oder auch, dass schlicht generell weniger Interesse bestand.
Klar ist aber, dass das ZDF den Abend dank der WM natürlich trotzdem dominierte. Am Vorabend verfolgten bereits 5,47 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die WM-Partie zwischen der Niederlande und Schweden, was 33,3 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum und 48,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen entsprach. Den Studioteil ab 21 Uhr zwischen den beiden Spielen verfolgten 5,93 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer, nach dem Schlusspfiff waren ab 00:08 Uhr noch 9,01 Millionen Fußball-Fans mit von der Partie. Die Marktanteile lagen zu dieser Zeit bei 59,7 Prozent insgesamt und 66,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.
Selbst als ab 00:36 Uhr noch die Doku "Kapitän Kimmich" bis tief in die Nacht zu sehen war, waren laut AGF-Messung im Schnitt noch knapp über zwei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer dabei, was 28,8 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum und 40,0 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen entsprach. Apropos tief in der Nacht: In der Nacht zuvor übertrug die ARD ab 3:40 Uhr das Spiel zwischen Brasilien und Haiti. 0,41 Millionen schlaflose Fußball-Fans waren hier im Schnitt dabei, was 19,5 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum entsprach. 25,7 Prozent waren es in der Altersgruppe 14-49.
Quelle für alle Daten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt: AGF SCOPE 1.9; Marktstandard: Bewegtbild; vorläufig gewichtete Daten; Tages-MA: Auswertungstyp TV-Zeitintervall; nutzungsbezogen; Sendungsdaten: Auswertungstyp TV; produktbezogen;
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