Die Fußball-WM dominiert nicht nur im linearen Fernsehen, auch im Streaming ist das Turnier in den USA, Kanada und Mexico derzeit nicht vorbeizukommen der mit Abstand gefragteste Inhalt. Die ARD erreicht laut der AGF-Ausweisung mit Inhalten rund um die Fußball-WM zwischen dem 8. und 14. Juni rund 5,86 Millionen Menschen, das ZDF 4,59 Millionen. Die Zahl sagt aus, wieviele Menschen mit Video-Inhalten, die zur WM 2026 veröffentlicht wurden, mindestens eine Sekunde in Kontakt kamen - also nicht unbedingt die Spiele, auch die Berichterstattung drumherum spielt hier mit rein.
Daneben schafften es nur die News-Marken über die Millionen-Marke, allen voran diesmal "ntv Nachrichten", vor "Tagesschau" und "ZDFheute". Eine starke Woche war es auch für "Welt News" aus dem Hause Axel Springer mit einer Streaming-Nettoreichweite von 0,86 Millionen. Das war der beste Wert seit sieben Wochen und reichte für einen Einzug in die angebotsübergreifende Top 10. Stärkste Programmmarke abseits von News und Sport war "Prominent getrennt", das im Vergleich zur Vorwoche bei RTL+ sogar wieder um über 80.000 zulegen konnte, die Millionen-Marke aber nicht ganz zurückerobern konnte.
Weiter hinten im Feld schafften auch "Die Bachelors" den Sprung in die Top 20: 0,545 Millionen im Streaming erreichte Personen bedeuteten einen neuen Wochenbestwert. Hier half offenbar der Start des Formats im Free-TV (wo es nur für sehr magere Quoten reichte) auch den Streaming-Abrufen. Bei RTL+ startete die Staffel schon Anfang Mai, kam in den ersten vier Wochen aber stets auf eine Nettoreichweite von unter 300.000, in KW 23 waren es dann rund 350.000. Im RTL+-internen Reality-Ranking landeten "Die Bachelors" übrigens trotzdem nur auf Rang 4, weil "Ex on the Beach" und "Temptation Island" noch gefragter waren.
Die Prime-Video-Comedy "LOL" musste nach vier Wochen den Platz an der Spitze zwar wieder abgeben, 0,862 Millionen Menschen wurden trotzdem erreicht, obwohl keine neuen Folgen mehr dazu kamen. Auch von "Off Campus" gibt's längst keine neuen Folgen mehr, dass die Serie sich nun die fünfte Woche im Ranking hält, unterstreicht also ihre Stärke.
Erstmals überhaupt in den AGF-Top 20 taucht die ZDF-Reportage-Reihe "Die Spur" auf. Die Folge "Vermisst: Die Deutsche aus den Epstein-Files" sorgte für Schlagzeilen und lockte auch über eine halbe Million Menschen zum ZDF-Streaming-Portal.
Nettoreichweitenstärkste Programmmarken im Streaming in KW 24
| Programmmarke | Anbieter | Nettoreichweite Streaming only |
| Sportschau Fußball-WM | ARD | 5,862 |
| Fußball-WM | ZDF | 4,594 |
| ntv Nachrichten | RTL | 1,439 |
| Tagesschau | ARD | 1,302 |
| ZDFheute | ZDF | 1,254 |
| Prominent getrennt - Die Villa der Verflossenen | RTL | 0,964 |
| Gute Zeiten, Schlechte Zeiten | RTL | 0,878 |
| LOL: Last One Laughing Germany | Amazon | 0,862 |
| Welt News | Axel Springer | 0,839 |
| Sturm der Liebe | ARD | 0,776 |
| Rote Rosen | ARD | 0,691 |
| Ex on the Beach | RTL | 0,683 |
| In aller Freundschaft | ARD | 0,669 |
| Off Campus | Amazon | 0,622 |
| Temptation Island | RTL | 0,589 |
| Mission Sommermärchen | ZDF | 0,563 |
| Der Bachelor | RTL | 0,545 |
| WM 1994 - Elf Helden, ein Albtraum | ARD | 0,536 |
| Die Spur | ZDF | 0,532 |
| ZDFinfo Doku | ZDF | 0,524 |
Quelle: AGF Videoforschung; AGF SCOPE 1.15; 08.06.2026-14.06.2026; verschiedene Nutzungsfilter; Marktstandard: Bewegtbild; Auswertungstyp Programmmarke; nutzungsbezogen; Paketnummer: 17844 vom 22.06.2026
Programmmarken? Was ist das?
Die 2024 eingeführte Ausweisung der AGF soll Auskunft darüber geben, wie viele Menschen mit Video-Inhalten einer "Programmmarke" in Kontakt gekommen sind - unabhängig ob im linearen TV, den Mediatheken oder Websites der Sender; unabhängig davon, ob es sich um eine ganze Folge oder einen kurzen Schnipsel handelte; unabhängig davon, wie lang die Nutzung war. Spannend ist insbesondere auch die Auswertung rein auf Streaming-Ebene, weil hier bislang kaum öffentliche Daten vorlagen. Wichtig allerdings: Es geht hier nur um die Reichweite auf eigenen Plattformen, YouTube oder Soziale Netzwerke werden nicht erfasst. Und: Es handelt sich stets um Nettoreichweiten, die nicht vergleichbar sind mit der durchschnittlichen Sehbeteiligung, wie man sie aus der TV-Quoten-Berichterstattung kennt. Details dazu haben wir in einem eigenen Artikel erläutert.
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