
Um 18 Uhr war klar, dass die AfD einen haushohen Sieg bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt einfahren wird - viele Fragen blieben aber den Abend über offen: Wird es zur absoluten Mehrheit reichen, schafft das BSW den Sprung über die 5-Prozent-Hürde - und wie soll es nun überhaupt weiter gehen. Das führte dazu, dass das Interesse an der Wahl in dem vergleichsweise kleinen Bundesland mit etwas mehr als 2,1 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern bundesweit groß war - insbesondere auch bei den Jüngeren.
Die meisten informierten sich dabei im Ersten. Zwischen 17:39 Uhr und der 20-Uhr-Ausgabe der "Tagesschau" sahen hier im Schnitt 3,34 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer zu, was einem starken Marktanteil von 20,9 Prozent entsprach. In der Altersgruppe 14-49 fiel der Marktanteil mit 24,9 Prozent sogar noch ein ganzes Stück höher aus. Zur "Tagesschau" wurde dann ein Reichweiten-Peak von 7,73 Millionen allein im Ersten erreicht.
Die ARD tat außerdem gut daran, auch nach der "Tagesschau" mit der Wahlberichterstattung fortzufahren und auf eine "Tatort"-Wiederholung zu verzichten. Ab 20:23 Uhr blieben 4,24 Millionen Interessierte dran, die Marktanteile lagen weiterhin bei sehr guten 19,3 Prozent insgesamt und 24,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Damit lag die ARD knapp vor dem ZDF, das mit einem Rosamunde-Pilcher-Film 4,15 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in der Primetime erreichte.
Rund um Pilcher herum war aber auch das ZDF-Programm ganz auf die Wahl ausgerichtet. Dort lag die durchschnittliche Reichweite zwischen 17:38 Uhr und 19 Uhr bei 2,01 Millionen, die Marktanteile bei 14,1 Prozent insgesamt und 11,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Zur "heute"-Ausgabe zog die Reichweite auf 3,39 Millionen an, danach waren zwischen 19:26 Uhr und 20:15 Uhr 2,71 Millionen mit dabei. Das ZDF sortierte sich am Vorabend damit klar hinter der ARD ein.
Die ARD hatte den Start der Talkshow "Caren Miosga" durch den Verzicht auf den "Tatort" auf 21:18 Uhr vorgezogen. 3,22 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen hier zu, der Marktanteil lag bei 15,9 Prozent. Auch hier fällt vor allem das überdurchschnittlich hohe Interesse bei den Jüngeren auf: In der Altersgruppe 14-49 belief sich der Marktanteil auf 17,3 Prozent. Maybrit Illner ging eine Stunde später im ZDF auf Sendung und erreichte dort 2,19 Millionen Menschen und Marktanteile von 14,9 Prozent beim Gesamtpublikum und 9,6 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.
Auch RTL war den ganzen Vorabend über gemeinsam mit ntv auf Sendung - mit den Öffentlich-Rechtlichen konnte man aus Reichweitensicht aber bei Weitem nicht mithalten. Bei RTL sahen laut AGF-Messung im Schnitt 0,84 Millionen Personen zu, weitere 240.000 waren es bei ntv. Für RTL wird ein Marktanteil von 5,2 Prozent ausgewiesen, ntv kommt auf 1,5 Prozent. In der Altersgruppe 14-49 erreichte RTL 8,2 Prozent, gemeinsam mit ntv kommt man in Summe auf immerhin 11 Prozent Marktanteil, bei den 14- bis 59-Jährigen war es etwas weniger. Später am Abend war die Wahl bei RTL auch nochmal Thema in der letzten Ausgabe von "Stern TV am Sonntag" - allerdings im Mix mit anderen Beiträgen. Das Fromat verabschiedete sich mit schwachen Quoten von 4,8 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen und 4,6 Prozent bei den 14- bis 59-Jährigen. 400.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen insgesamt zu.
Nochmal zurück in den Vorabend: Welt erreichte dort zwischen 17:50 Uhr und 19 Uhr rund 400.000 Zuschauerinnen und Zuschauer und kann sich über Marktanteile von 2,8 Prozent beim Gesamtpublikum und 4,7 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen freuen. Im Dritten Programm des MDR verfolgten zur gleichen Zeit rund 530.000 Personen den Wahlausgang. 3,8 Prozent betrug der Marktanteil beim Gesamtpublikum, 3,2 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen. Phoenix weist die Reichweiten sehr kleinteilig teils im Minutentakt aus, Stichproben zeigen dort am Vorabend Marktanteile von meist zwischen 1 und 2 Prozent.
Quelle für alle Daten in diesem Artikel, sofern nicht anders vermerkt: AGF SCOPE 1.15; Marktstandard: Bewegtbild; vorläufig gewichtete Daten; Tages-MA: Auswertungstyp TV-Zeitintervall; nutzungsbezogen; Sendungsdaten: Auswertungstyp TV; produktbezogen;
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