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Die Monatsmarktanteile im Februar

RTL weit über Vorjahr, RTL II und Vox im Aufwind

von Uwe Mantel
01.03.2016 - 14:36 Uhr

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RTL musste nach dem Dschungel-geprägten Januar Federn lassen, schlug sich aber deutlich besser als im vergangenen Jahr. Zufrieden sein kann man auch bei Vox und RTL II, während die ProSiebenSat.1-Sender im Vergleich zu 2015 Marktanteile verloren

Der Januar ist im deutschen Fernsehen stets ein Ausnahme-Monat: Während RTL über zwei Wochen lang über tolle Quoten fürs Dschungelcamp jubeln kann, hält die private Konkurrenz ihr Pulver in der Regel zurück. Insofern ist der Blick auf die Monatsmarktanteile im Februar schon wieder aussagekräftiger. Doch auch die Februar-Zahlen dürften eher in Köln für zufriedene Gesichter sorgen als bei der Konkurrenz aus Unterföhring.

So sackte der RTL-Marktanteil im Vergleich zum Januar zwar um fast drei Prozentpunkte ab, doch mit einem Monatsmarktanteil von 13,4 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen stand der Dauermarktführer trotzdem erheblich besser da als ein Jahr zuvor, als der Marktanteil noch bei 12,6 Prozent lag. Die Gründe dafür sind vielfältig und beginnen mit einer deutlich stärkeren Daytime. "Punkt 12" etwa kam im Februar 2016 im Schnitt auf über 21 Prozent Marktanteil, ein Jahr zuvor waren es rund vier Prozentpunkte weniger. Auch mit dem "Blaulicht-Report" steht RTL am Nachmittag besser da als im Vorjahr. Dazu liefen bekannte Formate in der Primetime stärker, "Der Lehrer" etwa, "Undercover Boss" oder "Die 2", "WWM" punktete mit Specials, "Take me out" erreichte im Zusammenspiel mit dem weiter sehr starken "DSDS" neue Höhen.

ProSieben und Sat.1 bleiben hinter Vorjahreswerten zurück

Die Marktführer-Position kann RTL derzeit jedenfalls niemand wirklich streitig machen - denn ProSieben blieb im Februar blass. Obwohl der Dschungel als Konkurrent wegfiel und die Erstausstrahlungsdosis im Vergleich zum Januar deutlich hochgefahren wurde, stieg der Marktanteil in der Zielgruppe nur leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 10,8 Prozent - und lag damit immer noch 0,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Daran konnten auch Erfolge wie "Germany's Next Topmodel" oder das zumindest anfangs sehr starke "Akte X" nichts ändern - zumal ProSieben ansonsten im Bereich der US-Serien manch herbe Enttäuschung erlebte, so wie etwa bei "Zoo" oder "Code Black".

Sat.1 konnte im Vergleich zum Januar um immerhin einen halben Prozentpunkt zulegen - doch von so niedrigem Niveau, dass auch im Februar die 9-Prozent-Marke wieder knapp verfehlt wurde. Drei Monate in Folge ist Sat.1 das noch nie passiert. An zweistellige Marktanteile ist derzeit kaum zu denken - soll das gelingen, müsste Sat.1 vor allem den Vorabend in den Griff bekommen, der besonders in der Zeit zwischen 19 und 20 Uhr aus Quotensicht ein ganz trauriges Bild abgibt. Dazu fehlten Sat.1 im Februar einfach die großen Highlights: "The Voice Kids" läuft zwar noch immer gut, aber nicht so überragend, dass es den Sender spürbar nach vorn bringen könnte. Der "Super Bowl" war zwar erfolgreich wie nie, aber eben nur in der Nacht. Und der Film "Die Hebamme II" blieb meilenweit hinter dem Erfolg des ersten Teils zurück. Am Sonntagvorabend geriet "Ganz in weiß" zum großen Flop und auch "Verzeih mir" ist nicht da, wo man es aus Quotensicht gerne haben wollte.

Ins eher triste Bild passt sich auch kabel eins ein: Auch hier ging's im Vergleich zum Januar zwar um 0,4 Prozentpunkte nach oben, doch 5,0 Prozent Marktanteil sind trotzdem ein ziemlich überschaubarer Wert, der noch knapp unter dem Vorjahresniveau lag. Dabei hat kabel eins mit seinen sehr gut laufenden Krimis am Nachmittag eigentlich eine starke Basis, auf der man aufbauen könnte. Doch in der Primetime wollte in Sachen Eigenproduktionen zuletzt nicht viel gelingen, auch wenn die "härtesten Jobs" und die "spektakulärsten Kriminalfälle" sich zum Ende des Monats leicht erholten - jedoch trotzdem unterm Senderschnitt blieben. Und über starke Europa-League-Quoten freut man sich nun bekanntlich bei Sport1 statt bei kabel eins.

Vox und RTL II deutlich im Aufwind

Aufatmen darf man bei RTL II. Nachdem die Quoten seit November mit Werten zwischen 5,3 und 5,5 Prozent auf Tauchstation gegangen waren, ging es im Februar wieder deutlich auf 6,1 Prozent nach oben. Das waren 0,8 Prozentpunkte mehr als noch im Januar und zumindest wieder der Februar-Wert aus dem vergangenen Jahr. RTL II gelang das, obwohl ein mit Spannung erwartetes Projekt wie "Gottlos" eher ernüchternd lief und auch das Aushängeschild "Game of Thrones" nur mit den Folgen am späteren Abend punkten konnte. Grundlage des Aufschwungs war aber, dass RTL II den Vorabend wieder besser in den Griff bekam: "Köln 50667" und "Berlin - Tag & Nacht" liefen so gut wie seit September nicht mehr, "Berlin - Tag & Nacht" holte im Schnitt allabendlich 1,5 Prozentpunkte mehr als noch im Januar.

Auch bei Vox ging's im Vergleich zum - sehr schwachen - Januar um 0,8 Prozentpunkte nach oben. Auch hier lief es zwar auch nicht besser als im Februar vergangenen Jahres, doch das Team von Bernd Reichart darf sich trotzdem über den besten Monatsmarktanteil seit Mai vergangenen Jahres freuen. Auch hier liegt einer der Gründe im Nachmittag: "Zwischen Tüll und Tränen" erwies sich dort mit über 12 Prozent Marktanteil in der ersten Woche als großer Quotenhit, auch um 14 Uhr sieht es dank "Schrankalarm" besser aus als man das lange Zeit gewohnt war. Dazu kommt "Kitchen Impossible" als neues Aushängeschild am Sonntagabend und die gute Performance von "Rizzoli & Isles", die auch "Perception" mit nach oben zog.

ZDF verteidigt die Marktführung vor dem Ersten

Beim Gesamtpublikum machten die Öffentlich-Rechtlichen das Rennen wieder unter sich aus. Sowohl Das Erste als auch das ZDF verloren im Vergleich zum Januar aber jeweils 0,6 Prozentpunkte und lagen auch leicht unter den Februar-Werten des vergangenen Jahres. Das ZDF stand mit 12,6 Prozent dabei aber wie inzwischen gewohnt deutlich besser da als Das Erste, das sich mit 11,6 Prozent zufrieden geben musste. Dass es beim ZDF nicht mehr wurde, lag etwa daran, dass die ganz großen Champions-League-Quoten diesmal nicht drin waren - einmal musste das ZDF sogar ein Spiel ohne deutsche Beteiligung übertragen. Als großer Flop erwies sich zum Start zudem die neue Show-Hoffnung "I can do that".

Beim Gesamtpublium stärkster Privatsender war auch im Februar wieder RTL, das 10,0 Prozent erreichte. Sat.1 musste sich mit 7,5 Prozent zufrieden geben, Vox schloss auf ProSieben auf. Beide Sender erreichten im Februar jeweils einen Marktanteil von 5,2 Prozent.

Die Monatsmarktanteile im Überblick

  MA ab 3
+/-
Vormonat
+/-
Jan 15
MA 14-49 +/-
Vormonat
+/-
Jan 15
Das Erste
11,6 -0,6
-0,2
6,5
-0,5
+/-0
ZDF
12,6
-0,6
-0,3
5,6
-0,8
-0,3
RTL
10
-1,7
+0,4
13,4
-2,9
+0,8
Sat.1
7,5
+0,5
-0,4
8,9
+0,5
-0,6
ProSieben
5,2
+/-0
-0,1 10,8 +0,1
-0,2
Vox
5,2
+0,5
+0,1
6,9
+0,8
+/-0
RTL II
3,6
+0,3
-0,2 6,1
+0,8
+/-0
kabel eins
3,7
+0,3
+0,1
5,0
+0,4
-0,1

Die Spalte +/- gibt die Veränderung im Vergleich zum Vormonat bzw. zum Vorjahresmonat an. Quelle: DWDL-Recherche

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