Austria-Update vom 3. Juni
ORF sucht neuen Chef und spart in der Unterhaltung
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13 potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten sind noch im Rennen um den ORF-Chefsessel, die Breite der Bewerbungen macht Hoffnung. Und: Der Sender hat das Aus von zwei Quiz-Formaten bestätigt, ein weiterer Klassiker wackelt ebenfalls.
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In der kommenden Woche wird ein neuer ORF-Chef gewählt - und mittlerweile ist auch klar, wer sich Chancen ausrechnen kann. So hat der Stiftungsrat bekannt gegeben, dass von 77 Bewerbungen 75 rechtzeitig abgegeben wurden. Davon erfüllen jedoch nur 13 Bewerberinnen und Bewerber die Formalvoraussetzungen und grundsätzlichen, fachlichen Kriterien. Das hat jedenfalls die zuständige Findungskommission entschieden. Geschafft haben es demnach alle großen Namen, die zuletzt schon kolportiert und zum Teil auch schon bestätigt waren: APA-Chef Clemens Pig, Ex-P7S1-Vorstand Markus Breitenecker, aber auch ORF-Mitarbeiterinnen wie Lisa Totzauer und Kathrin Zierhut-Kunz. Um am 11. Juni, am Tag der Wahl, tatsächlich vor dem Stiftungsrat vorsprechen zu können, müssen die Bewerberinnen und Bewerber von mindestens einem Mitglied des Stiftungsrats nominiert werden. Die Zahl der Personen, die sich letztlich vor dem Gremium präsentieren werden, dürfte also nochmal geringer ausfallen.
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Johannes Larcher
In jedem Fall interessant ist die Tatsache, dass das Bewerberfeld relativ hochwertig ist. Neben den bereits genannten Frauen und Männern gehört beispielsweise auch Johannes Larcher zum Kreis der letzten 13. Der gebürtige Tiroler hat in den 90ern selbst mal für den ORF gearbeitet, mittlerweile kann er auf eine internationale Karriere zurückblicken. So war er für die internationale Expansion von Hulu verantwortlich, zwischen 2020 und 2022 war er zudem Head of HBO Max Global - und auch in dieser Position zuständig für das internationale Geschäft des Streamers. Zu weiteren Stationen des Managers zählen Unternehmen wie Storytel, das Middle East Broadcasting Center, Yahoo oder auch Lionsgate Entertainment und McKinsey.
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In den vergangenen Tagen haben alle aussichtsreichen Kandidatinnen und Kandidaten Werbung in eigener Sache betrieben. In Interviews haben sie ihre Konzepte für den ORF vorgestellt, einige veröffentlichten sogar ihre Bewerbungen bzw. Konzepte. Spannend dürfte nun zu sehen sein, wie die nächsten Tage bis zur Wahl verlaufen. In den vergangenen Jahren hat die Politik über ihren Einfluss im Stiftungsrat den ORF-Chef relativ einfach bestimmen können. Weil das alle wussten, gab es nie ein so heterogenes Bewerberfeld wie dieses Mal. Die ORF-Stiftungsräte sind offiziell weisungsfrei und unabhängig, organisieren sich aber trotzdem in großen Teilen in Freundeskreisen, die den großen Parteien nahestehen. Die Wahl am 11. Juni ist dennoch so offen wie vielleicht keine vorher. Als Favorit der Regierung galt bislang Clemens Pig, aber auch Markus Breitenecker hat vermutlich einige gute Argumente auf seiner Seite. Bei der Wahl reicht die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.
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Die aktuelle ORF-Generaldirektorin, Ingrid Thurnher, ist nur noch bis Ende des Jahres im Amt. Sie hatte in der vergangenen Woche angekündigt, auf eine Bewerbung zu verzichten. In einem Schreiben an die Belegschaft erklärte Thurnher diesen Schritt unter anderem damit, so mehr Freiheiten zu haben, um Missstände im ORF aufzudecken. Thurnher wurde nach dem Abgang von Roland Weißmann ORF-Chefin. "Ich muss nicht taktieren, ich muss nicht tun, was opportun ist", so Thurnher. Gleichzeitig stehen weiterhin mögliche Einsparungen in Höhe von 70 bis 90 Millionen Euro im Raum - Hintergrund ist die Tatsache, dass die Regierung möglicherweise die Abgeltung des Bundes für den Entfall der Umsatzsteuer streichen will. "Das ist in einer Dimension und Kurzfristigkeit, die an den Grundfesten rüttelt", erklärte Thurnher zuletzt. Das Publikum werde einen solchen Einschnitt jedenfalls spüren, so die ORF-Chefin.
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Mittlerweile machen auch erste Gerüchte die Runde, welche Formate es bei einem Sparvorhaben dieser Größenordnung treffen könnte. Wie der "Kurier" berichtet, steht wohl auch das Quiz-Format "Millionenshow" auf einer Streichliste. Die Sendung, die jährlich angeblich fünf Millionen Euro kostet, könne im nächsten Jahr auslaufen, berichtet die Zeitung. Gleichzeitig heißt es, das Ende solle hinausgezögert werden. Die "Millionenshow" wird seit Jahren von EndemolShine Germany in Köln produziert - der ORF teilt sich das Studio mit RTL, das hier "Wer wird Millionär?" produziert. Der Vertrag von "Millionenshow"-Moderator Armin Assinger läuft jedenfalls Ende des Jahres aus, eine Verlängerung hat es noch nicht gegeben. Vom ORF heißt es lediglich, dass es die "Millionenshow" auch nach 2026 zu sehen gebe - das bedeutet aber nicht, dass man künftig noch neue Ausgaben produzieren wird.
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Weiter ist man im ORF schon an anderer Stelle im Unterhaltungsbereich. So hat man mittlerweile bestätigt, dass die beiden Quiz-Formate "Smart 10 - Das Quiz mit den zehn Möglichkeiten" und "Q1 - Ein Hinweis ist falsch" (Foto oben) auslaufen, ab dem nächsten Jahr sollen keine neuen Folgen mehr produziert werden. Zunächst hatte auch hier der "Kurier" über das bevorstehende Ende berichtet. Von "Smart 10" hatte der ORF erst kürzlich einen Kinder-Ableger angekündigt (DWDL.de berichtete). Beide Sendungen sind aktuell am Vorabend von ORF 1 zu sehen und waren maßgeblich daran beteiligt, die US-Fiction aus dem Programm des Senders zu verdrängen. "Diese Maßnahmen betreffen vorwiegend Randzonen, um die Finanzierung öffentlich-rechtlicher Kernaufträge und publikumsstarker Hauptabendangebote sicherzustellen", heißt es vom Sender.
Österreich in Zahlen
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Mit im Schnitt mehr als eineinhalb Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern ist der Eurovision Song Contest in Wien die meistgesehene Sendung des Monats Mai gewesen. Darüber hinaus überzeugten bei den ORF-Sendern auch Infosendungen sowie Krimis wie beispielsweise "Kommissar Rex" und "SOKO Donau". ORF 1 kam damit im Mai auf einen Monatsmarktanteil in Höhe von 10,8 Prozent, das waren 0,6 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig rutschte ORF 2 auf 19,5 Prozent ab - damit fiel der Sender zum ersten Mal in diesem Jahr unter die 20-Prozent-Marke. Mit einem Marktanteil in Höhe von 33,4 Prozent lief es für die ORF-Gruppe dennoch sehr gut, es war sogar der höchste Mai-Wert seit zehn Jahren.
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Zufrieden sein kann man auch bei ProSiebenSat.1Puls4, das sich mit seinen Österreich-Sendern in der klassischen Zielgruppe (12-49) auf 11,6 Prozent steigern konnte. Am erfolgreichsten war einmal mehr Puls 4 mit 5,1 Prozent, ATV erreichte 4,1 Prozent. Zwischen den beiden Kanälen platzierte sich ServusTV, das im Mai auf 4,3 Prozent Marktanteil kam. Im Vergleich zum Mai 2025 hat der Salzburger Privatsender damit rund einen halben Prozentpunkt verloren, gleichzeitig blieb ServusTV mit 4,6 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum der insgesamt größte Privatsender. ATV und Puls 4 kamen hier auf weniger als 3 Prozent.
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