Ferdinand Wegscheider © Screenshot ServusTV
Der ehemalige ServusTV-Chef Ferdinand Wegscheider hat in seinem Wochenkommentar "Der Wegscheider" mehrmals gegen das Objektivitätsgebot verstoßen, zu dieser Entscheidung ist nun das Bundesverwaltungsgericht gekommen. Es ist ein Urteil mit XXL-Anlauf: Schon 2021 hatte der Presseclub Concordia eine offizielle Beschwerde gegen Wegscheider eingereicht. Die Medienbehörde KommAustria stellte dann auch tatsächlich ein Fehlverhalten fest, das Bundesverwaltungsgericht hob diese Entscheidung später jedoch auf. Zuletzt verlangte der Verwaltungsgerichtshof eine neue Überprüfung - und die ist nun erfolgt. Wegscheider verbreitet in den Kommentar seit langer Zeit Fake News und Verschwörungsmythen. Er sprach in Bezug auf Corona immer wieder von einer "Plandemie" und zog die Wirkung von Corona-Impfstoffen in Zweifel, später stellte er die Ereignisse des 11. September infrage. Und erst kürzlich sprach er vom "Menschen erdachten Klimawandel". ServusTV argumentierte stets, dass es sich bei der Sendung um Satire handele - dem folgte das Gericht nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, ServusTV kann außerordentliche Revision erheben. Gegenüber DWDL.de will sich der Sender nicht zur Sache äußern. Ferdinand Wegscheider ist seit dem Herbst 2025 nicht mehr Senderchef von ServusTV, seinen Wochenkommentar macht er bislang aber noch weiter. 

Thomas Prantner © ORF / Hans Leitner
Knall im ORF-Stiftungsrat: Der von der steirischen Landesregierung, die von der FPÖ angeführt wird, in das Gremium entsandte Thomas Prantner legt sein Amt nieder, das hat er jetzt angekündigt. "Nach wochenlangen medialen Diskussionen, parteipolitischen Angriffen und rufschädigenden Wortmeldungen gegen meine Person im Landtag möchte ich keine Belastung für die steirische Landespolitik und die Landesregierung sein", heißt es in dem Schreiben Prantners, aus dem die Tageszeitung "Der Standard" zitiert. Prantner, der früher lange als Direktor für Online und Neue Medien im ORF gearbeitet hat, will sich künftig auf seine Agentur konzentrieren. Prantner geriet zuletzt in die Kritik, weil verschiedene Notizen und Mails aus seiner Zeit beim ORF öffentlich wurden. Diese dokumentieren unter anderem seine Rolle als Verbindungsmann zur FPÖ. Der Redaktionsausschuss entzog Prantner zuletzt, neben weiteren Stiftungsräten, öffentlich das Vertrauen. 

Peter Schöber © ORF/Roman Zach-Kiesling
Und noch mehr aus dem ORF-Stiftungsrat: Seit einigen Tagen können Mitglieder des Aufsichtsgremiums Einsicht in verschiedene Compliance-Berichte nehmen. Dabei geht es unter anderem um die Causa Roland Weißmann, aber auch um eine Untersuchung rund um Peter Schöber. Dem Geschäftsführer von ORF III wurden vor wenigen Jahren unter anderem Mobbing, Diskriminierung und unangemessenes Verhalten vorgeworfen. Nach der Untersuchung war von einem "teilweise problematischen" Führungsverhalten die Rede, Schöber wurde etwas entmachtet, blieb aber im Sender (DWDL.de berichtete). Gegen die Einsichtnahme in seine Untersuchung durch den Stiftungsrat wollte sich Schöber noch juristisch wehren. ORF-Chefin Ingrid Thurnher informierte den Stiftungsrat, dass Schöber "mittels Klage sowie eines Antrags auf Erlassung einer Einstweiligen Verfügung" gegen die Offenlegung vorgehe. Offenbar ohne Erfolg: Mehrere Medien berichten, dass das Gremium Einsicht habe nehmen können. 

ORF © ORF
Wie erwartet hat der ORF die Stelle des Generaldirektors bzw. der Generaldirektorin neu ausgeschrieben. Erst in der vergangenen Woche ist Ingrid Thurnher in die Position gewählt worden - allerdings nur bis Ende des Jahres. 2027 beginnt die nächste reguläre Amtszeit, daher nun die erneute Ausschreibung. Ob sich Thurnher erneut bewirbt, ist unklar. Die Amtsperiode beträgt fünf Jahre, zuletzt war Roland Weißmann im Zuge von Vorwürfen vorzeitig zurückgetreten und Thurnher übernahm. Seit Weißmanns Rücktritt tobt auf dem Wiener Küniglberg ein offener Kampf um die Deutungshoheit der Geschehnisse. Interessierte Medienmanagerinnen und Medienmanager können sich für die jetzt ausgeschriebene Stelle noch bis zum 28. Mai bewerben. Die Wahl ist für den 11. Juni geplant. Vorher wird es ein Hearing vor dem Stiftungsrat geben, darüber hinaus ist ein öffentliches Hearing geplant. 

Eurovision Song Contest 2026 © DWDL.de
Die heiße Phase des Eurovision Song Contest (ESC) hat begonnen, in der nächsten Woche steigen die drei Liveshows. Seit dem 29. April herrscht in der Wiener Stadthalle die höchste Sicherheitsstufe. Deshalb wurden an diesem Tag alle Aufbauarbeiten für mehrere Stunden eingestellt, Spezial-Hundeeinheiten der Wiener Polizei führten eine intensive Überprüfung der Halle durch. In der Wiener Stadthalle gelten seither Sicherheitsmaßnahmen wie an einem Flughafen, der Zutritt erfolgt für alle Personen nur noch über Zugänge mit Röntgengeräten für Gepäckstücke und Metalldetektoren. Auch das Areal rund um die Stadthalle ist abgesperrt. "Die Sicherheit aller Beteiligten [...] hat für uns oberste Priorität. Alle Mitarbeitenden haben eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen, alles, was in der Stadthalle ist, wurde überprüft und das Publikum nach Flughafenstandards kontrolliert. Wir treffen alle uns möglichen Sicherheitsmaßnahmen, um den Eurovision Song Contest zu einem sicheren und freudvollen Fest zu machen", sagt ESC-Eventmanager Oliver Lingens.

Smart10 Kids © ORF
Der ORF hat einen Kinder-Ableger seiner Quizshow "Smart10" angekündigt. Aktuell befindet man sich auf der Suche nach geeigneten Teilnehmerinnen und Teilnehmern für "Smart10 Kids", zu sehen gibt’s die neue Show dann ab dem kommenden Herbst. Geplant sind gleich 40 Ausgaben. Wie im Original treten auch in dem Ableger Zweier-Teams gegeneinander an, in der neuen Sendung sind die Fragen aber an das Alter der Kinder angepasst - diese sind zwischen 8 und 11 Jahre alt. Die beiden Teams lösen bei jeder Frage abwechselnd bis zu zehn Optionen. Eine Fragerunde ist beendet, wenn alle zehn Optionen gelöst wurden, beide Teams falsch geantwortet haben oder keines der beiden Teams mehr eine Antwort geben kann oder möchte. Wer am Ende mehr Punkte hat, gewinnt. Das Gewinner-Team bekommt am Ende einen Preis, moderiert wird der Kids-Ableger von Caroline Athanasiadis. Sie ist auch Moderatorin des Originals. 

Wiener Zeitung © Wiener Zeitung
Gerade erst wurde bekannt, dass mit Martin Fleischhacker die "Wiener Zeitung" ihren Geschäftsführer verliert, er wechselt zum im Aufbau befindlichen Finanzsender CNBC DACH (DWDL.de berichtete). Für den Posten bei der Zeitung gibt es nun einen Nachfolger: Simon Kravagna wird neuer Chef des staatlichen Mediums. Medienminister Andreas Babler folgte mit der Ernennung der Empfehlung einer Findungskommission. Kravagna leitete zuletzt das forum journalismus und medien wien (fjum), seine journalistische Laufbahn begann er bei "Format" und "Kurier". 

Österreich in Zahlen

ORF © ORF
Der ORF hat den stärksten April seit fünf Jahren gefeiert. So kam die Sendergruppe im abgelaufenen Monat auf 32,9 Prozent Marktanteil. ORF 1 fiel zwar angesichts von 9,3 Prozent auf den bislang schlechtesten Wert des Jahres, dieser lag aber noch etwas höher als im April 2025. ORF 2 war mit 20,7 Prozent der erfolgreichste Sender. Zu den meistgesehenen Sendungen des Monats gehören nehmen vielen Info-Programmen auch "Kommissar Rex", "Tatort" und "Rosenheim-Cops", "Traumschiff", "Lena Lorenz" und "SOKO Donau". 

ATV / Servus TV / Puls 4 © ATV/Servus TV/Puls 4
ServusTV hat sowohl insgesamt als auch beim jungen Publikum verloren. Mit 4 Prozent Marktanteil (-0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum April 2025) ist man trotzdem der erfolgreichste Privatsender im österreichischen TV gewesen. Bei den 12- bis 49-Jährigen reichte es zu 3,4 Prozent, das waren sogar 0,7 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Größter Sender beim jungen Publikum bleibt Puls 4, das im April 5,5 Prozent Marktanteil verzeichnete. Und ATV zog mit seinen 3,8 Prozent wieder an ServusTV vorbei. 

Was noch passiert ist

Rechte-Rückschlag für RTL: Sky bleibt in Österreich nur ein Fußball-Trostpflaster