Rainer Wemcken © UFA
DWDL.de-Interview

Grundy UFA-Chef: Unsere Qualität macht Angst

von Jochen Voß
11.05.2010 - 12:15 Uhr

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Grundy UFA-Geschäftsführer Rainer WemckenWie läuft die Zusammenarbeit mit dem Sender nach 18 Jahren? Lässt RTL Sie einfach machen?

Wir haben eine gute Beziehung zu unserer Redaktion bei RTL. Es gibt ab und zu den Hinweis, Dinge zu tun oder zu lassen. Das ist gut so, wenn es noch eine flankierende Instanz mit größerer Außenperspektive gibt. Manchmal kommt man mit den Hinweisen auch zu einem besseren Ergebnis als ursprünglich geplant.

Wenn das Verhältnis so gut ist: Wie sind die Verhandlungen über Vertragsverlängerungen mit dem Sender? Hart?

Ja! Das sind meistens sehr harte Verhandlungen.

Die „GZSZ“-Darsteller sind beim Publikum große Stars. In der Medienöffentlichkeit findet die Sendung aber kaum statt, Soap-Darsteller werden von vielen Redaktionen nicht als Stars akzeptiert. Warum ist das so?

Es gibt bei den Medien immer noch ein Zweiklassensystem, das in anderen Ländern  so nicht existiert. Es kommt aber auch hinzu, dass die Qualität, die wir abliefern, manchem Angst macht: Die Qualität unserer Sendung ist primetimefähig und wir könnten auch da bestehen. In der Medienöffentlichkeit hat es auch damit zu tun, dass einige Leute in einem inner circle leben und ihr Publikum und dessen Interessen gar nicht mehr kennen.
 

 
„GZSZ“ ist mit seiner Marktkraft und seiner Reichweite für RTL eine wichtige Sendung mit großem Publikum. Warum finden die Darsteller auch dort eher selten statt? Warum sieht man sie nicht in Promi-Panels? Ist das Format da doch noch ein Schmuddelkind?

Das ist nicht böswillig oder geringschätzend. RTL steht absolut zu „GZSZ“. Es hat etwas damit zu tun, dass unsere Sendung eine Ensembleleistung ist: Es gibt immer nur wenige Schauspieler, die aus dem Team so stark herausragen, dass man sie sofort mit "GZSZ" identifiziert.  Es kommt auch noch hinzu: Unsere Darsteller müssen sehr viel arbeiten und haben auch nicht ständig etwas Neues über unglaublich aufregende Projekte zu erzählen. Wir machen keine Sensationen sondern produzieren jeden Tag ganz solide und unspektakulär.

Ich gehe davon aus, dass „GZSZ“ auch weiterhin seinen Kern beibehalten wird und in kleinen Nadelstichen verändert. Was sind die nächsten Schritte?


Wir arbeiten stetig daran, besser zu werden. Wir haben momentan zum Beispiel die einmalige Situation geschaffen: Das Motiv ‚Mauerwerk’ ist eine hervorragende Auftrittsmöglichkeit für Musiker. Musikeinbauten haben früher nie richtig funktioniert, weil es immer etwas gewollt wirkte. Jetzt sind wir einen Weg gegangen, und das Publikum findet Künstler von ‚Nena’ über ‚Mando Diao’ bis ‚2raumwohnung’ in seiner Serie!

Herr Wemcken, vielen Dank für das Gespräch.

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