Auch wenn gerade erst das erste Achtelfinale ausgetragen wurde - für die Vermarkter von ARD und ZDF ist die Fußball-Weltmeisterschaft schon über eine Woche vor dem Endspiel vorbei. Weil die Öffentlich-Rechtlichen nur in der Zeit vor 20 Uhr Werbung ausstrahlen dürfen, die noch ausstehenden Partien aber frühestens um 21:00 Uhr deutscher Zeit angepfiffen werden, besteht in den letzten Turniertagen für ARD Media und das ZDF Werbefernsehen keine Möglichkeit mehr, mit Spots im Umfeld der WM-Spiele Geld zu verdienen.
Zeit also für eine erste Bilanz - und die fällt aus Quotensicht wohl etwas ernüchternder aus als noch vor zwei Jahren bei der Heim-EM. Gelang es damals immer wieder, schon mit um 18 Uhr angepfiffenen Spielen Reichweiten von mehr als acht Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern zu erzielen, waren es diesmal oft weniger als sechs Millionen. Immerhin: Mit dem Vorrundenspiel zwischen Argentinien und Österreich gelang es der ARD ebenso wie einige Tage später dem ZDF mit dem Sechzehntelfinale zwischen Brasilien und Japan, die Marke von sieben Millionen Fans zu knacken. Verglichen mit der umstrittenen Katar-WM vor knapp vier Jahren lief es allerdings besser, während die WM 2018 - unter veränderten Marktbedingungen - am Vorabend regelmäßig höhere Reichweiten erzielte als es diesmal der Fall war.
© ARD Media
Ralf Hape
© ZDF Werbefernsehen
Hans-Joachim Strauch
Ab sofort bleibt Werbekunden nur noch MagentaTV
Pech hatten die Öffentlich-Rechtlichen aus Vermarktungssicht in diesem Jahr allerdings mit den deutschen Spielen. Zwar wurde das vom Ersten übertragene Auftaktspiel der Nationalmannschaft gegen Curaçao vor 20 Uhr angepfiffen - weil es jedoch an einem Sonntag stattfand, konnte ARD Media trotzdem nicht vom Quoten-Erfolg profitieren. Und der war bekanntlich enorm: Mit über 24 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern war es die mit Abstand meistgesehene WM-Partie und zugleich die bislang erfolgreichste TV-Sendung des Jahres. Hier blieb deutschen TV-Werbekunden also ausschließlich die Telekom, um für sich und ihre Produkte zu trommeln.
© Deutsche Telekom
Jörg Richartz
Richartz verweist aber auch auf die neu eingeführten Trinkpausen. Die gelten bei vielen Fans zwar als umstritten, von werbetreibenden Unternehmen seien sie aber "sehr gut angenommen worden" - mit der Folge, dass diese Flächen bei den MagentaTV-Übertragungen komplett ausgebucht waren.
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