ARD-Sondersendung © Screenshot Das Erste
Mal nachgefragt

Warum der Brennpunkt gar kein Brennpunkt war

von Alexander Krei
29.07.2013 - 16:49 Uhr

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"Glutzhitze und Unwetter über Deutschland" - das war dem Ersten am Sonntag kurioserweise eine Sondersendung wert, nicht aber ein "Brennpunkt". DWDL.de hat bei ARD-Chefredakteur nachgefragt, was es damit auf sich hat...

Hitze-Rekorde sind zwar nicht gefallen, dennoch ließ es sich Das Erste am Sonntagabend nicht nehmen, einen "Brennpunkt" zu "Gluthitze und Unwetter über Deutschland" nach der "Tagesschau" ins Programm zu nehmen. Einen "Brennpunkt"? Nein, nicht ganz. Denn auch wenn die vom Hessischen Rundfunk produzierte Sendung im "Brennpunkt"-Studio-Design daherkam, handelte es sich gar nicht um einen "Brennpunkt". Schon "Tagesschau"-Sprecherin Susanne Daubner kündigte vor der Übergabe lediglich eine "Sondersendung" an. Und tatsächlich: Als "Brennpunkt" will man die 15-minütige Sendung zur Lage des Wetters bei der ARD nicht verstanden wissen.

Gegenüber dem Medienmagazin DWDL.de erklärte ARD-Chefredakteur Thomas Baumann am Montag die Entscheidung, keinen "Brennpunkt" ins Programm genommen zu haben, mit einem "begrenzten Nachrichtenwert". "Zum einen hatte die Hitze - von wenigen Einzelfällen abgesehen - erfreulicherweise keine dramatischen Auswirkungen auf die Menschen in Deutschland. Der Nachrichtenwert der einzelnen Ereignisse, die hitzebedingt waren, blieb begrenzt", so Baumann. Zum anderen seien auch keine neuen Rekordtemperaturen gemessen worden.

"Da aber sehr viele Menschen von der Hitze unmittelbar betroffen waren und das Wetter eindeutig das Gesprächsthema Nummer eins war, haben wir uns für eine Sondersendung, die nicht unter dem Titel 'Brennpunkt' lief, entschieden", sagte der ARD-Chefredakteur gegenüber DWDL.de. Eine Sondersendung trotz eines begrenzten Nachrichtenwertes - das muss man erst mal hinbekommen. Doch zumindest die Erklärung trifft es gut, denn wirklich hoch war der Informationsgehalt tatsächlich nicht. So wurde etwa nach Norderney geschaltet, wo eine Reporterin erklärte, dass dort eine "angenehme Brise" wehe, während es auf dem Festland "brütend heiß" sei. Gezeigt wurden dann noch ein paar Bilder von einem kleinen Mädchen im Wasser und schwitzenden Menschen in einer Strandsauna.

Doch ganz gleich, wie wichtig der "Brennpunkt" - Verzeihung: die "Sondersendung" - nun auch gewesen sein mag: Gelohnt hat sich die Ausstrahlung aus Quotensicht allemal. Mit 9,54 Millionen Zuschauern war das Special zwischen "Tagesschau" und "Tatort"-Wiederholung die meistgesehene Sendung des Sonntags. Zum erwarteten Rücktritt von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck ist für den Montagabend übrigens bislang weder ein "Brennpunkt" noch eine "Sondersendung" angekündigt worden. Vermutlich ist der Nachrichtenwert in diesem Fall also nicht mal begrenzt. Immerhin berichtet aber zumindest der RBB.

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