Was bei „Back to the 90s“ schon wenige Minuten nach der Zeitreise-Sprung ins Auge fällt und den Film prägt, ist ein spezieller Look. Die Farben aufgedreht, das Licht noch dazu und ein bisschen Weichzeichner kann wohl nie schaden. So sehen sie also aus die 90er Jahre, zumindest die, die nach dem Drehbuch von Juliana Lima Dehne und unter Regie von Facundo Scalerandi entstanden sind.


Wiedemann & Berg hat den Film produziert, dessen Besetzung der Story vorauseilte: Prime Video wollte einen Film mit den Elevator Boys - fünf jungen Kerlen, die mit Lächeln und Schlafzimmerblick in kurzen Social Videos schon seit 2021 für Schmacht-Content aus POV-Perspektive sorgen. Die enorme Reichweite führte zu zahlreichen Promo-Drehs mit Stars wie Heidi Klum oder zuletzt Tom Holland.
Seit 2023 machen sie Musik und standen jetzt als Gruppe zum ersten Mal in Langform vor der Kamera. Sie spielen Ben (Jacob), Oliver (Bene), Chris (Luis), Jonas (Tim) und Matteo (Julien), fünf Jungs die in der Filmlogik seit Jahren ein gemeinsamer Traum verbindet: Mit ihrer eigenen Boyband groß rauskommen. Als sich für die fünf besten Freunde endlich eine Chance auftut, gerät alles ins Wanken: Einer der fünf stellt seine Zukunft als Musiker infrage.
Was wie das Ende klingt, ist erst der Beginn einer wilden Story: Wie der Titel des Films verrät, finden sich die fünf Jungs - Achtung, überraschend: Nach einer Fahrt im Aufzug - unerwartet in den 90er Jahren wieder. Eine fremde Welt - und die eigene Freundschaft - werden zur Herausforderung. Die Prämisse des Films ist erwartbar: Sie wollen wieder zurück in die Gegenwart, nur wie. Ein mysteriöser Song könnte helfen.


Ein Flirt führt zu einer Party, Verlockungen, wertvollen Hinweisen, einer abenteuerlichen Recherche und dabei ungewohnten Problemen: Schließlich befinden sie sich im Jahr 1995 und müssen völlig ohne Handy, Internet und die heutige Technik auskommen. Was für fünf Boybandmitglieder aus der heutigen Generation die Hölle ist. Die nicht allzu komplexe Story entfaltet sich dann irgendwo zwischen Liebe, Chaos und der Bedeutung von Freundschaft.
Die einfache Botschaft des Films: Zwischen romantischen Gefühlen, persönlichen Konflikten und den (technischen) Herausforderungen des Lebens in den 90ern müssen die Jungs lernen, zusammenzuhalten und einen Weg zu finden, bei dem es nicht um Perfektion sondern etwas Echtes geht. Dass das ganz kurzweilig gerät, liegt neben dem Look auch am Sound des Films, passend zu den 90ern und dem Boyband-Kult.
Das tröstet auch ein bisschen darüber hinweg, dass der sehr klassische Aufbau der Geschichte nicht für besonders viel Spannung im Film sorgt. Dafür bekommen Fans der Elevator Boys viel erwartbaren Fan-Service: Statt tiefer Charakter-Entwicklungen steht das Miteinander der Jungs im Mittelpunkt, wobei am ehesten Jacob Rott in seiner Schauspielrolle überzeugt. Schade: Julien Brown und Tim Schäcker sind in ihren Rollen weniger sichtbar.


Aber für die Teenager-Zielgruppe der Elevator Boys sind es eh die Momente gemeinsam in der Gruppe, die auch im Film immer wieder für Lacher sorgen. Im Spiel mit dem Rest des Casts, insbesondere Mary Jane (Anja Pichler), Skyler (Helena von Have) und Olivia (Sidney Fahlisch) merkt man hin und wieder den Unterschied zwischen Schauspielern und Darstellern. Aber es ist ja auch der erste eigene Aufschlag. Und der liefert, was man erwarten konnte.

Der Film "Back to the 90s" ist bei Prime Video zu sehen