Die UEFA hat in diesen Tagen für eine echte Überraschung gesorgt. Wie der europäische Fußballverband mitteilte, soll das Finale der Champions League in Zukunft schon um 18:00 Uhr angepfiffen werden - und damit drei Stunden früher als bisher. Erstmals soll die frühe Anstoßzeit bereits beim Endspiel der neuen Saison angewendet werden, also am 30. Mai in Budapest.
"Mit dieser Änderung stellen wir das Fanerlebnis in den Mittelpunkt unserer Planung", erklärte UEFA-Präsident Alexander Ceferin. Durch die Vorverlegung auf 18 Uhr werde das Finale für "alle Beteiligten noch zugänglicher, inklusiver und wirkungsvoller". Das Ziel sei, "den Spieltag für alle, die mitfiebern möchten, zu einem echten Erlebnis zu machen und gleichzeitig eine einladende Atmosphäre zu schaffen, die es Familien und Kindern erleichtert, das größte und wichtigste Vereinsfußballspiel der Saison zu besuchen".

Gegenüber DWDL.de zeigte sich Hans-Joachim Strauch, Geschäftsführer des ZDF Werbefernsehens, entsprechend zufrieden. "Dass die UEFA entschieden hat, den Anpfiff des Champions-League-Finales von 21:00 auf 18:00 Uhr vorzuziehen, freut uns aus Vermarktungssicht natürlich sehr", sagte Strauch. "Auch bei anderen Spielbegegnungen wie beispielweise im Rahmen der EM konnten wir beobachten, dass ein früherer Anpfiff fast immer ein Reichweitengarant ist – gerade auch bei den jüngeren Zielgruppen. Daher bedeutet Ceferins 'besseres Fan-Erlebnis' für uns auch ein 'besseres Vermarktungs-Erlebnis', da das Spiel an einem Samstag im werberelevanten Zeitfenster ausgestrahlt wird."
Mit einem Quoten- und Vermarktungserfolg rechnet Strauch fest - selbst wenn es Bayern Bayern, der BVB, Eintracht Frankfurt oder Bayer Leverkusen nicht ins Endspiel schaffen sollten. "Auch ohne deutsche Beteiligung im Finale, sondern mit Mannschaften wie Paris, Real Madrid oder Manchester kann jetzt schon von Top-Leistungswerten ausgegangen werden", so der Chef des ZDF Werbefernsehens. "Sowohl Fans der Champions-League als auch wir Vermarkter freuen uns über diese Entscheidung."
Auch in diesem Jahr war übrigens keine deutsche Mannschaft im Champions-League-Finale vertreten. Gleichwohl erreichte die Live-Übertragung des Spiels zwischen Paris Saint-Germain und Inter Mailand im ZDF im Schnitt 6,39 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer sowie einen Marktanteil von mehr als 42 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen.