Warum musste Jan Philipp Burgard bei "Welt" gehen? In der offiziellen Kommunikation vom Axel Springer Verlag wurden gesundheitliche Gründe für das plötzliche Aus des Journalisten genannt, Burgard selbst konkretisierte das kurz danach in einem Post bei LinkedIn (DWDL.de berichtete). Einige Medien, darunter "New York Times" und "Correctiv", berichteten zuletzt aber zumindest noch einen anderen möglichen Grund: Es soll nach Darstellung dieser Medien ein angebliches Fehlverhalten Burgards gegeben haben

Die Rede war von einem unangemessenen Verhalten auf einer Weihnachtsfeier im Dezember. Diese Darstellungen weisen nun sowohl der Anwalt von Jan Philipp Burgard als auch die Pressestelle von Axel Springer scharf zurück. "Die von diversen Medien verbreiteten Gerüchte, dass gegen meinen Mandanten bei Axel Springer Beschwerden wegen Belästigung oder eines übergriffigen Verhaltens vorliegen, sind nachweislich falsch", erklärte Burgards Anwalt gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Ich werde für meinen Mandanten mit allen rechtlichen Mitteln gegen diese Verleumdungskampagne vorgehen."

Und auch bei Springer fällt das Statement sehr deutlich aus. "Wir sind den Hinweisen auf ein angebliches Fehlverhalten sofort nachgegangen. Diese Hinweise haben sich nicht erhärtet", sagte ein Sprecher sowohl gegenüber der dpa als auch gegenüber dem "Spiegel". "Bis heute liegen Axel Springer keinerlei Beschwerden gegen Jan Philipp Burgard wegen Belästigung oder eines übergriffigen Verhaltens vor."

Der "Spiegel" machte nun außerdem öffentlich, in den zurückliegenden Tagen ebenfalls zu den Hintergründen des Abschieds recherchiert zu haben. Dabei habe man mit mehr als einem Dutzend Personen gesprochen, die mit den Vorgängen vertraut sein sollen. "Mit dem Ergebnis, dass es derzeit keinen Hinweis darauf gibt, dass bei Springer ein neuer Fall von Machtmissbrauch gärt", schreibt das Nachrichtenmagazin. Keine Mitarbeiterin habe sich in diesem Zusammenhang über ein mögliches Fehlverhalten Burgards beschwert, ebenso sei kein Compliance-Verfahren eingeleitet worden. 

Der "Spiegel" berichtet zudem von einem gesundheitlichen Gutachten Burgards, das man vorliegen habe. Darin heiße es, dass Burgard nach ärztlichen Untersuchungen "nicht arbeitsfähig" sei, eine weitere medizinische Abklärung sei dringend notwendig. Und dennoch schreibt auch das Nachrichtenmagazin von einem möglichen unangebrachten Verhalten des Journalisten auf der Weihnachtsfeier. Die Rede ist von übermäßigem Alkoholkonsum.