Nachdem wir schon im Januar, dass sechs der acht großen Sender teils deutlich größere Teile ihres Abendprogramms mit Wiederholungen füllen, lässt sich gleiches auch im Februar fortschreiben. Erklären lässt sich das wohl vor allem damit, dass man sich angesichts der Konkurrenz zuerst durchs Dschungelcamp und dann durch Olympia lieber größere Ausgaben gespart hat. Das Erste und das ZDF liegen mit ihrer auch im Abendprogramm großflächigen Olympia-Berichterstattung mit Frische-Anteilen von 93 bzw 90 Prozent dann auch ganz vorne.
RTL folgt als stärkster Privatsender mit einem Frische-Anteil von 86 Prozent (das ist der Anteil der Zeit zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht, die mit Erstausstrahlungen oder Free-TV-Premieren bestritten wurde), was aber schon acht Prozentpunkte weniger waren als im Februar vergangenen Jahres - auch dort liefen nach dem Ende des Dschungelcamps also mehr Wiederholungen als zuletzt. Ansonsten brachte es kein anderer Privatsender auf einen Frische-Anteil von mehr als der Hälfte - und nur Sat.1 kam überhaupt in die Nähe dieser Marke.
ProSieben hingegen zeigte an den ersten zehn Februar-Tagen nur zwei "TV Total"-Folgen in Erstausstrahlung, sonst liefen nur Widerholungen. In der zweiten Februar-Hälfte legte man dann u.a. mit dem Start von "Germany's Next Topmodel" zwar doch noch los, alles in allem lag der Frische-Anteil im Februar aber nur bei 28 Prozent und damit noch unter dem von RTLzwei, das die Rote Laterne aus dem Januar damit abgab.
Die ging stattdessen an Vox, über weite Teile des Monats sein Programm fast nur mit Wiederholungen füllte und letztlich einen Frische-Anteil von mickrigen 16 Prozent vorzuweisen hatte. Im Vergleich zum Februar 2025 war das mehr als eine Halbierung. Immerhin: Die Talsohle müsste mit dem Ende von Olympia dann erst einmal durchschritten sein.
| FIX-Punkte Februar 2026 |
Vergleich zum Vormonat |
Vergleich zum Februar 2025 |
Jahresschnitt '26 (vs 01-02/25) |
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| Das Erste | 93 von 100 | +11 | +2 | 88 (-2) |
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| ZDF | 90 von 100 | +1 | +0 | 90 (+0) |
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| RTL | 86 von 100 | +1 | -8 | 86 (-6) |
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| Sat.1 | 47 von 100 | +8 | -8 | 43 (-11) |
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| RTLzwei | 30 von 100 | +16 | -3 | 22 (-14) |
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| ProSieben | 28 von 100 | +0 | -14 | 28 (-16) |
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| kabel eins | 24 von 100 | -1 | -2 | 25 (+0) |
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| VOX | 16 von 100 | -13 | -19 | 23 (-13) |
Frische-Index-Verlauf bis Februar 2026
dwdl.de/zahlenzentrale
Wie wir die Daten erheben und was sie aussagen
Wir werten Monat für Monat das Programm der acht großen Vollprogramme zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht aus und ermitteln den Anteil an "frischem Programm", wozu wir Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren rechnen. Sendungen, die vorab gestreamt werden konnten, gelten hier ebenfalls als "frisches Programm". Über die Qualität des Programms sagt der Anteil der Erstausstrahlungen natürlich nicht unbedingt etwas aus, doch es ist eines von mehreren Indizien, mit welchem Aufwand ein Programm derzeit betrieben wird.
Zu beachten ist zudem: Der Frische-Index gibt einen Trend an, bildet die Situation aber nicht ganz genau ab. So gibt es beispielsweise einen systembedingten "Nachteil" für Das Erste und das ZDF: Aufgrund der Werbefreiheit müssen sie mehr eigenes Programm produzieren, um die Zeit zu füllen, während die Privatsender einen gar nicht so geringen Teil des Abends mit Werbeblöcken füllen. Eine Stunde Erstausstrahlung ohne Werbung im Ersten haben wir aber genauso gewertet wie eine Stunde Erstausstrahlung bei den Privaten mit Werbung.
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