Nun ist es also ganz offiziell: Paramount Skydance erwirbt Warner Bros. Discovery für 31 US-Dollar pro Aktie. Die formelle Vereinbarung im Wert von 110 Milliarden US-Dollar haben beide Unternehmen am späten Freitagabend deutscher Zeit bekanntgeben. Überraschend kommt das nicht, nachdem Netflix zuvor erklärt hatte, aus dem Bieterstreit auszusteigen (DWDL.de berichtete).Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und der Zustimmung der WBD-Aktionäre soll die Fusion bereits im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Paramount erwartet durch den Zusammenschluss Kostensynergien in Höhe von mehr als sechs Milliarden US-Dollar - etwa durch eine Technologieintegration, Effizienzsteigerungen und die Optimierung kombinierter Immobilienflächen. Gleichzeitig wird aber auch mit massiven Entlassungen gerechnet - konkrete Aussagen dazu gibt es bislang allerdings nicht. Mehr Details könnten am Montag im Rahmen eines Calls geben, den Paramount nun angekündigt hat.
"Von Anfang an war unser Streben nach Warner Bros. Discovery von einem klaren Ziel geleitet: das Erbe zweier ikonischer Unternehmen zu würdigen und gleichzeitig unsere Vision vom Aufbau eines Medien- und Unterhaltungsunternehmens der nächsten Generation voranzutreiben", sagte David Ellison, CEO von Paramount. "Durch die Zusammenführung dieser Weltklasse-Studios, unserer sich ergänzenden Streaming-Plattformen und der außergewöhnlichen Talente, die dahinter stehen, werden wir noch mehr Wert für unser Publikum, unsere Partner und unsere Aktionäre schaffen – und wir könnten nicht begeisterter sein von dem, was vor uns liegt."
David Zaslav, CEO von Warner Bros. Discovery, zeigte sich "zufrieden mit dem Ergebnis, das wir für die Aktionäre von WBD und die Unterhaltungsbranche erzielt haben". Weiter erklärte er: "Unser Leitprinzip während dieses gesamten Prozesses war es, eine Transaktion sicherzustellen, die den Wert unserer legendären Vermögenswerte und unseres hundertjährigen Studios maximiert und gleichzeitig unseren Investoren so viel Sicherheit wie möglich bietet. Wir freuen uns darauf, mit Paramount zusammenzuarbeiten, um diese historische Transaktion abzuschließen."
Dafür müssen die Ellisons tief in die Tasche greifen: Die Transaktion wird mit 47 Milliarden US-Dollar Eigenkapital finanziert, das vollständig von der Familie Ellison und RedBird Capital Partners gedeckt wird. Unterm Strich wird es für Paramount zudem teurer als ursprünglich geplant, denn durch die Aufkündigung des vorherigen Deals mit Netflix wird auch eine saftige Vertragsstrafe in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar fällig. Paramount hatte im Rahmen seines erneuerten Angebots zugesagt, diese Strafzahlung zu übernehmen, auch Finanzierungskosten im potentiellen Milliardenbereich übernimmt Paramount. Und es könnten noch viele weitere Milliarden dazu kommen, falls der Deal doch nicht so einfach über die Bühne gehen sollte wie erwartet. Ab dem 30. September muss Paramount eine sogenannte "Ticking Fee" für jeden Tag zahlen, an dem der Deal nicht abgeschlossen ist, die Höhe liegt bei 25 Cent pro Aktie und Quartal. Falls der Abschluss noch an regulatorischen Hürden scheitern sollte, würden sieben Milliarden Dollar fällig. Die Einschätzung von Warner Bros. Discovery war in der Vergangenheit eigentlich, dass es beim Paramount-Deal noch größere Hürden gebe, Paramount hingegen behauptet stets, dass Netflix sich viel größeren regulatorischen Problemen gegenüber sehe.
Anders als es die Netflix-Plan vorgesehen hätte, übernimmt Paramount zudem Warner Bros. Discovery komplett - also auch inklusive der linearen Sender, darunter CNN. Der Nachrichtensender kommt damit - wie zuvor schon CBS - unter die Kontrolle der Ellison-Familie, die als Trump-nah gilt. Mit Blick auf das Filmgeschäft hat sich Paramount am Freitagabend derweil noch einmal verpflichtet, dass das fusionierte Unternehmen jährlich mindestens 30 Kinofilme produzieren wird - jedes Studio 15 pro Jahr - und diese weltweit mindestens 45 Tage lang im Kinos zu sehen sein werden, bevor sie auf Streamingdiensten verfügbar gemacht werden sollen. Daran hatte es zuletzt immer wieder Zweifel gegeben.
Klar ist: Im Kinomarkt entsteht durch die Fusion beider Unternehmen ein echter Riese. Und auch auf dem Streaming-Markt wird man durch die Kombination aus HBO Max und Paramount+ an Marktmacht gewinnen - natürlich nur, sofern der geplante Deal letztlich auch genehmigt wird.
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