Von außen betrachtet ist das Jahr für Endemol Shine Germany gut angelaufen. Gerade erst feierte der Vox-Dauerbrenner "Hot oder Schrott" sein zehnjähriges Jubiläum und auch die "Höhle der Löwen" meldete sich erfolgreich zurück. Dazu kommt, dass sich "Wer wird Millionär?" kurz nach dem Jahreswechsel mit der "3-Millionen-Euro-Woche" einmal mehr als verlässlicher Quotenbringer für RTL entpuppte.
Gleichwohl tritt nun auch die Kölner Banijay-Tochter auf die Kostenbremse. Nach Informationen des Medienmagazins DWDL.de hat Endemol Shine Germany in der zurückliegenden Woche mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Kündigung ausgesprochen. Das hat eine Banijay-Sprecherin auf Nachfrage bestätigt. Die konkrete Zahl der Entlassungen ist zwar nicht bekannt, sie soll aber im niedrigeren zweistelligen Bereich liegen.
"Endemol Shine Germany ist weiterhin mit vielen Formaten stark aufgestellt - und wir müssen uns den Schwankungen im Projektgeschäft immer wieder anpassen. Das gehört zum Produktions-Geschäft dazu", erklärte die Sprecherin gegenüber DWDL.de. "Die Zahl der Entlassungen im Verhältnis zur Gesamt-Belegschaft ist gering. Aber für uns ist es natürlich immer traurig, wenn man sich von geschätzten Kolleginnen und Kollegen trennt."
Die erwähnten Schwankungen ergaben sich zuletzt etwa daraus, dass RTL Deutschland überraschend auf die Bestellung einer weiteren Staffel von "Lego Masters" verzichtete. ProSieben wiederum hat die Dosis von "The Masked Singer" inzwischen auf eine Staffel pro Jahr reduziert. Immerhin: Mit "Staying Alive" ist es Endemol Shine Germany jüngst gelungen, eine Show-Eigenentwicklung an ProSieben zu verkaufen. In dem Format werden tote Musiklegenden wie Elvis Presley und Amy Winehouse mittels moderner Technik zurück auf die Bühne geholt. Aufgezeichnet wurde die Show bereits Ende Oktober in Köln - einen Ausstrahlungstermin hat der Sender hierfür noch nicht genannt.
Die nun bekannt gewordenen Entlassungen sind indes nicht die erste Sparmaßnahme im Banijay-Konzern: 2023 wurde der Produktionstochter Noisy Pictures der Stecker gezogen, ein Jahr später folgte das Aus von Good Times. Es sind Maßnahmen, die auch Ausdruck der anhaltenden Krisenstimmung in der Branche sind. Aufgrund der TV-Werbekrise halten sich insbesondere die Privatsender mit Beauftragungen zurück - dementsprechend reagierten viele Produktionsfirmen zuletzt mit Einsparungen.
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