Die neuesten Nielsen-Zahlen zum Brutto-Werbemarkt verdeutlichen, wie angespannt die Situation für viele Vermarkter auch weiterhin ist. Im Februar lagen die gesamten Brutto-Werbeeinnahmen über die verschiedenen Gattungen hinweg bei 2,57 Milliarden Euro, das waren 3,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Befeuert wurde diese Entwicklung vom Fernsehen, wo es im Februar besonders schlecht aussah. Nachdem die TV-Vermarkter im Januar noch ein Brutto-Plus in Höhe von 2,3 Prozent verzeichneten, setzte es im Februar ein Minus in Höhe von 7,3 Prozent. 

An dieser Stelle lohnt sich ein genauerer Blick in die Gattung TV, denn die Unterschiede zwischen den verschiedenen Vermarktern und Sendern waren gewaltig. Besonders schlecht lief es im Februar für die Ad Alliance, die einen Rückgang der Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von 13,3 Prozent verzeichnete. Zurückzuführen ist das vor allem auf RTL, wo das Minus sogar bei 20,8 Prozent lag. RTL hat im zweiten Monat des Jahres also ein Fünftel seiner Brutto-Werbeeinnahmen verloren. 

Wie immer gilt es bei den Nielsen-Zahlen zu berücksichtigen, dass hier die Listenpreise zugrunde gelegt werden und Rabatte, Eigenanzeigen und Tauschgeschäfte nicht berücksichtigt sind. Die tatsächlichen Einnahmen der TV-Sender sind teils deutlich geringer, auch die prozentualen Entwicklungen können netto abweichen. Und dennoch: Das massive Minus bei RTL, dem traditionell umsatzstärksten Sender in Deutschland, ist ein deutliches Zeichen. Und es unterstreicht die aktuell schwierige Lage: Gerade erst hatte die RTL Group ihre Geschäftszahlen für 2025 veröffentlicht. Darin gab man bekannt, dass die Werbeeinnahmen über alle Länder hinweg netto um 7 Prozent zurückgegangen seien. 

RTL ist für die Ad Alliance der mit Abstand wichtigste Sender, im Februar schwächelten aber auch andere Kanäle. So verzeichneten auch Nitro (-4,8 Prozent), Super RTL (-6,9 Prozent) und Vox (-4,2 Prozent) Rückgänge bei den Brutto-Werbeeinnahmen. Im Vergleich zur Konkurrenz schlugen sich die Kölner damit deutlich schlechter: Seven.One Media verzeichnete im Februar zwar ein ein Minus, das lag aber nur bei 4,3 Prozent. Während es ProSieben (-11,2 Prozent) hier ebenfalls hart traf, verzeichnete Sat.1 sogar ein kleines Plus in Höhe von 1,6 Prozent. 

Die Olympischen Winterspiele, die im Februar ausgetragen wurden, können derweil wohl nur zum Teil als Argument gelten, weshalb die Werbeeinnahmen teils so drastisch zurückgegangen sind. Während ARD Media die TV-Brutto-Einnahmen um 14,6 Prozent steigern konnte, lag das Minus beim ZDF Werbefernsehen bei 6,0 Prozent. 

Olympia hilft Eurosport nicht

Spannend ist auch ein Blick auf die noch immer recht frischen El Cartel Brothers. Der Vermarkter verzeichnete über alle Sender hinweg ein Minus in Höhe von 5,1 Prozent. Im Januar lief es noch deutlich besser, sodass man auf Jahressicht bislang recht ausgeglichen dasteht. Überraschend ist in jedem Fall die Tatsache, dass Eurosport offenbar so gar nicht von den Olympischen Winterspielen profitiert hat - zumindest nicht in der Nielsen-Betrachtung. So brachen die Brutto-Werbeeinnahmen des Sportsenders im Olympia-Monat um 32,1 Prozent ein - nach -2,1 Prozent im Januar. Für die anderen Sender des Vermarkters lief es nicht ganz so schlecht, RTLzwei verzeichnete im Februar etwa nur -2,9 Prozent, nachdem man im Januar noch mehr als 20 Prozent zugelegt hatte. 

Auch andere Mediengattungen taten sich im Februar schwer, performten aber durchweg besser als das Fernsehen. Die Zeitungen verzeichneten einen Rückgang der Brutto-Werbeeinnahmen in Höhe von 4,8 Prozent, beim Radio betrug das Minus 3,8 Prozent. Die Bereiche Out of Home und Online, hier wie immer ohne Social, Search und YouTube, legten sogar um 1,1 und 4,8 Prozent zu. Die deutschen Kinos lagen bei -3,7 Prozent, sind mit insgesamt rund 7 Millionen Euro Brutto-Werbeeinnahmen in der Gesamtstatistik aber vernachlässigbar.