Vor etwas mehr als sechs Jahren gründete Christian Ulmen zusammen mit Produzent Carsten Kelber und ProSiebenSat.1 die Produktionsfirma Pyjama Pictures, die seither unter anderem zwei Staffeln der Comedyserie "jerks." für Joyn umsetzte. Doch auch wenn Ulmen schon seit 2023 nicht mehr als Geschäftsführer fungiert, sondern sich seitdem auf die Rolle des Gesellschafters konzentriert, stellte sich nach den Schlagzeilen dieser Woche die Frage, wie es mit der Firma weitergeht.

Frank Buchs © Pyjama Pictures / Markus Hertrich Frank Buchs
Nun ist klar: Pyjama Pictures soll möglichst ohne Christian Ulmen in die Zukunft gehen. Das geht aus einem Posting hervor, das die Produktionsfirma veröffentlicht hat. "Auch wenn die Unschuldsvermutung gilt, sind wir zum Schutz der Firma bereits mit Christian Ulmen im Gespräch, seine Gesellschafteranteile zurückzugeben", heißt es in dem Statement, das Carsten Kelber zusammen mit seinem Co-Geschäftsführer Frank Buchs im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pyjama Pictures unterschrieben haben.

Kelber und Buchs zeigen sich darin "zutiefst geschockt und entsetzt über die Vorwürfe" gegen Ulmen und betonen, bis Donnerstag "keine Kenntnisse" zu von den beschriebenen Ereignissen gehabt zu haben. Weiter schreiben sie: "Das Thema hat eine Dimension, die den prominenten Einzelfall - und im Übrigen die Film- und Fernsehbrache - weit übersteigt. Unsere ganze Loyalität und Empathie gilt Collien Fernandes, sowie allen Opfern von sexuellem, physischem, sowie emotionalen Missbrauch. Wir verurteilen Gewalt jeglicher Natur - analog und digital."

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Kelber und Buchs erklären in dem Posting außerdem, dass "keine weiteren Projekte mit Christian Ulmen als Showrunner in Planung" seien. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Pyjama Pictures noch im vergangenen Jahr eine neue Serie für den ProSiebenSat.1-Streamer Joyn drehte, in der Ulmen nicht nur eine der Hauptrollen, sondern auch Regie und Schnitt übernahm. Noch am Morgen hatte ein ProSiebenSat.1-Sprecher gegenüber DWDL.de bestätigt, dass sich die Serie "noch in Produktion" befinde. Eine Ausstrahlung sei für dieses Jahr gleichwohl nicht geplant. 

Fraglich, ob es die Produktion vor dem Hintergrund der jüngst bekannt gewordenen Vorwürfe überhaupt jemals zur Ausstrahlung bringen wird - nicht nur, weil Joyn am Freitag bereits vorsorglich alle fünf "jerks.-Staffeln" von seiner Plattform genommen hat, sondern auch, weil sich die Handlung der neuen Serie mit dem jetzigen Wissen durchaus zweifelhaft liest. Im Mittelpunkt sollte ein Au-Pair stehen, "das zwischen alle Fronten einer toxischen Familie gerät", wie Carsten Kelber vor einem Jahr im DWDL.de-Interview die Handlung beschrieb.

Ein völliger Neuanfang steht Pyjama Pictures unterdessen nicht bevor, schließlich hat sich die Produktionsfirma längst auch auf Projekte ohne Christian Ulmens Beteiligung konzentriert. So stellte Pyjama Pictures jüngst die neue Sat.1-Dailysoap "Ein Hof zum Verlieben" ebenso her wie die ZDF-Serie "Take the Money and Run".

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