Eine Fußball-Weltmeisterschaft in drei Ländern, noch dazu mit 104 Spielen die größte aller Zeiten - für die Deutsche Telekom als einzigen Anbieter, der sämtliche Partien in Deutschland live übertragen wird, stellt das bevorstehende Turnier eine beachtliche Herausforderung dar. Erst recht, weil man bei MagentaTV diesmal auf sich alleine gestellt ist, nachdem man noch vor zwei Jahren bei der Heim-EM gemeinsame Sache mit RTL gemacht hatte.

 

Zweieinhalb Monate vor Beginn des Turniers hat die Telekom nun schon mal ins TV-Studio in Ismaning geladen, um ihr Konzept vorzustellen, an dem man zusammen mit dem Sendebetreiber Thinxpool seit mehr als einem Jahr intensiv gearbeitet hat. Im Kern steht, so viel war bereits bekannt, ein hochkarätiges On-Air-Team, das neben Johannes B. Kerner und Laura Wontorra nicht nur auf Thomas Müller und Mats Hummels als Experten setzen wird, sondern auch auf Jürgen Klopp. Teil des Teams ist darüber hinaus Tabea Kemme, Olympiasiegerin von 2016, die schon in der Vergangenheit für MagentaTV im Einsatz war. Für die großen Spiele hat die Telekom außerdem wieder Wolff Fuss als Kommentator verpflichtet. Bemerkenswert: Sie alle waren auch am Montag vor Ort.

Arnim Butzen © Deutsche Telekom Arnim Butzen
"Diese WM ist ein Sportfest der Superlative", sagt Arnim Butzen, Chef von MagentaTV. "Wir werden dem mit unserem weltmeisterlichen Team an Expertinnen und Experten, einem kreativen Sendekonzept und der umfassendsten Sendestrecke gerecht. Unser Anspruch: The coverage that never sleeps."

Ihr Studio betreibt die Telekom aber nicht nur in München, sondern auch in New York. Während Johannes B. Kerner als zentraler Anchor bei den Topspielen unterwegs sein soll, melden sich Laura Wontorra und Mats Hummels aus dem New Yorker Studio am One World Trade Center. Fester Teil der Übertragung ist außerdem wieder der Analyse-Hub mit Jan Henkel sowie Tabea Kemme und Schiedsrichter Patrick Ittich. Ebenfalls zum Analyse-Team gehören Bundesliga-Trainer Manuel Baum, Sebastian Kneißl und Tobias Schweinsteiger. Weitere Kommentatoren neben Wolff Fuss sind Christian Straßburger, Marco Hagemann, Jonas Friedrich, Jan Platte, Markus Höhner, Christina Rann, Benni Zander, Alex Klich, Julian Engelhardt, Robby Hunke und Cornelius Küpper. Als Nationalmannschaftsreporter wiederum ist Thomas Wagner im Einsatz. 

Thomas Müller soll darüber hinaus als Markenbotschafter fungieren. Er - und nicht etwa, wie in der Vergangenheit, Christian Ulmen - wird in Kürze in einem neuen Werbespot der Telekom zu sehen sein. "Bei MagentaTV wollen wir die WM auch mit einem Augenzwinkern analysieren", sagte Müller, der sich nach eigenen Angaben schon auf seinen "Schlagabtausch mit Kloppo" freut. Bei der Pressekonferenz machte er schon mal deutlich, nicht auf Zurückhaltung setzen zu wollen: "Für mich ist meine Meinung meistens okay", scherzte der Weltmeister.

An Material für die Analyse wird es indes kaum mangeln, erst recht nicht angesichts von 44 Spielen, die MagentaTV im Laufe des Turniers exklusiv übertragen wird, während alle anderen parallel auch bei ARD und ZDF zu sehen sind. Für all das sind gleich drei Sender WM-Kanäle geplant, auf denen Spiele und Hintergründe bei MagentaTV zu sehen sein werden. Während Fußball TV 1 als Hauptprogramm dient, zeigt Fußball TV 2 den Taktik-Feed. Der dritte Sender soll als "Überraschungskanal" positioniert werden - mit wechselnden Promis und Experten. Am letzten Gruppenspieltag wird MagentaTV außerdem das Geschehen in gleich zwölf Konferenzen aufbereiten.

Drei Übertragungen vor der Bezahlschranke

Eine Herausforderung der besonderen Art verspricht die Tatsache, dass es diesmal gleich 15 verschiedene Anstoßzeiten geben wird - sehr zum Unmut der übertragenden Sender, Weil zwischen 18 Uhr und 6 Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit angepfiffen wird, will die Telekom die Fans damit locken, Spiele und Höhepunkte jederzeit auf Abruf bereitstellen zu wollen. Orientierung soll außerdem der "Breakfast Club", moderiert von Kamilla Benschop und Anna Sara Lange, liefern, der ab 7 Uhr morgens auf die Spiele der Nacht blicken will - übrigens frei empfangbar auch für Nicht-MagentaTV-Kunden. "Der 'Breakfast Club' macht den Morgen zum unvergesslichen Kickstart in einen WM-Tag", trommelt Arnim Butzen.

Doch nicht nur der "Breakfast Club" soll frei empfangbar sein. Insgesamt drei Übertragungen will MagentaTV vor die Bezahlschranke stellen, darunter das erste - sehr frühe - Spiel der Südkoreaner am 12. Juni und eine der Konferenzen am dritten Gruppenspieltag. 

Und schon bevor es losgeht, wird MagentaTV am 19. Mai den ersten WM-Sender an den Start bringen - versehen mit zahlreichen Countdown-Formaten. Eines davon ist besonders ungewöhnlich: Wolff Fuss und Thomas Müller werden darin nämlich noch einmal das historische WM-Halbfinale von 2014, bei dem Deutschland mit 7:1 gegen Gastgeber Brasilien gewann, neu kommentieren. Bereits ab dem 14. Mai steht zudem die vierteilige Doku-Reihe "Wontorras World Cup - Vater. Tochter. WM.", für die Laura und Jörg Wontorra durch die drei Gastgeberländer gereist sind, zum Abruf bereit.

Unbeantwortet blieb beim Pressetermin im Ismaninger Studio an diesem Montag nur die Frage, welche Rolle eigentlich die Politik spielen wird. Dass diese bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada gänzlich außen vor bleiben kann, darf jedenfalls durchaus bezweifelt werden.