Ein weiter schwächelnder Werbemarkt und übermächtige Konkurrenz durch den Dschungel und dann noch Olympia - viele Privatsender abseits von RTL hielten sich in den ersten beiden Monaten des Jahres hinsichtlich programmlicher Investitionen noch spürbar zurück. Inbesondere ProSieben und Vox zeigten deutlich mehr Wiederholungen als man das sonst zu dieser Zeit gewohnt war. Doch im März sind nun auch diese beiden Sender aus dem Winterschlaf erwacht.

Bei Vox hat sich der Anteil am Abendprogramm (20:15 Uhr bis Mitternacht), der mit Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren bestritten wurde, im Vergleich zum Februar mehr als verdreifacht, von 16 ging es auf 54 Prozent nach oben. Auch ProSieben hat seinen Frische-Anteil fast verdoppelt und ist mit 53 Prozent nun ebenfalls über der 50-Prozent-Marke angekommen - ebenso wie Sat.1, das sich im Februar aber auch weit weniger stark zurückgehalten hatte.

Damit ist am Ende der Tabelle nun also wieder das gewohnte Bild eingekehrt mit Kabel Eins als Schlusslicht hinter RTLzwei. Und auch an der Spitze des Rankings finden sich die üblichen drei Sender wieder. Ganz nach vorne gekämpft hat sich mit einem Frische-Anteil von 94 Prozent erstmals seit Dezember wieder RTL, Das Erste (91 Prozent) und das ZDF (90 Prozent) lagen aber nur hauchdünn dahinter.

    FIX-Punkte
März 2026
Vergleich zum
Vormonat
Vergleich zum
März 2025
Jahresschnitt '26
(vs 01-03/25)
RTL 94 von 100 +8 +5 88
(-3)
Das Erste 91 von 100 -2 +6 89
(+1)
ZDF 90 von 100 +0 +2 90
(+1)
Sat.1 59 von 100 +12 -1 48
(-8)
VOX 54 von 100 +38 +5 33
(-7)
ProSieben 53 von 100 +25 -3 36
(-12)
RTLzwei 37 von 100 +7 -1 27
(-9)
kabel eins 21 von 100 -3 +2 23
(+0)

Frische-Index-Verlauf bis März 2026

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Quelle: DWDL.de-Recherche
dwdl.de/zahlenzentrale

Wie wir die Daten erheben und was sie aussagen

Wir werten Monat für Monat das Programm der acht großen Vollprogramme zwischen 20:15 Uhr und Mitternacht aus und ermitteln den Anteil an "frischem Programm", wozu wir Erstausstrahlungen und Free-TV-Premieren rechnen. Sendungen, die vorab gestreamt werden konnten, gelten hier ebenfalls als "frisches Programm". Über die Qualität des Programms sagt der Anteil der Erstausstrahlungen natürlich nicht unbedingt etwas aus, doch es ist eines von mehreren Indizien, mit welchem Aufwand ein Programm derzeit betrieben wird.

Zu beachten ist zudem: Der Frische-Index gibt einen Trend an, bildet die Situation aber nicht ganz genau ab. So gibt es beispielsweise einen systembedingten "Nachteil" für Das Erste und das ZDF: Aufgrund der Werbefreiheit müssen sie mehr eigenes Programm produzieren, um die Zeit zu füllen, während die Privatsender einen gar nicht so geringen Teil des Abends mit Werbeblöcken füllen. Eine Stunde Erstausstrahlung ohne Werbung im Ersten haben wir aber genauso gewertet wie eine Stunde Erstausstrahlung bei den Privaten mit Werbung.