NDR und BR haben die Rückkehr des viel diskutierten Reportageformats "Klar" in Aussicht gestellt. Die erste neue Ausgabe des Jahres ist demnach am 15. April zu sehen und wird vom NDR verantwortet. Zwei Wochen später, am 29. April, folgt eine weitere Ausgabe, die vom BR produziert wird. Alle Folgen des Formats, insgesamt sind sechs für 2026 geplant, sind sowohl im NDR Fernsehen und BR Fernsehen als auch in der ARD-Mediathek sowie auf den YouTube-Kanälen NDR Doku und BR24 zu sehen. 

In der ersten Ausgabe des laufenden Jahres kommt es direkt zu einer Premiere. Der NDR hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass die ehemalige "Bild"-Chefredakteurin Tanit Koch künftig durch die Folgen des Senders führen wird. Am 15. April wird sie also erstmals im Rahmen von "Klar" zu sehen sein, inhaltlich wird man sich dann mit dem Thema Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten beschäftigen. 

Beschimpfungen gehören für Polizeikräfte zum Berufsalltag - und längst bleibt es nicht nur bei verbalen Aggressionen. Koch und ein NDR-Reporterteam sprechen mit Polizeikräften über diese Seite ihres Alltags, von Respektlosigkeiten bis zu körperlichen Attacken. Gleichzeitig kommen Experten wie ein Psychotherapeut  zu Wort. In der Folge geht es auch um den Polizisten Tobias Braatz, der nach einem Einsatz in die Notaufnahme, ein alkoholisierter Mann kugelte ihm die Schulter aus. Heute bildet Braatz junge Polizisten aus. Sein Ziel: Sie besser auf Gewalt im Einsatz vorbereiten.

Klar ist: Die zweite Staffel dürfte von Medienbeobachtern genau unter die Lupe genommen werden. Interessant könnte unter anderem werden, wie sich die Folgen von NDR und BR unterscheiden. 2025 hatte es viele Schlagzeilen rund um "Klar" und die Ursprungsmoderatorin Julia Ruhs gegeben. Sie fungiert auch weiterhin als Moderatorin der BR-Ausgaben. Als der NDR im vergangenen Jahr ankündigte, für die eigenen Folgen einen anderen Host zu engagieren, reagierte Ruhs mit Vorwürfen der Cancel Culture - obwohl sie gleich viele Ausgaben moderiert wie noch 2025. 

In "Klar" will man nach eigenen Angaben Streitfragen aufgreifen, "die in der Mitte der Gesellschaft kontrovers diskutiert werden". Das Format ist ein bewusster Versuch, eine eher konservative Sendung zu platzieren. ARD und ZDF wird ja gerne vorgeworfen, "zu links" zu sein. Schlagzeilen machte 2025 dann vor allem Moderatorin Julia Ruhs: Schon bei der ursprünglichen Ankündigung des Formats erklärte sie, unliebsame Themen und Meinungen seien in den vergangenen Jahren ausgeblendet worden. Auch sonst inszenierte sie sich als vermeintlich einzige unabhängige Journalistin im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Inhaltliche Kritik gab es vor allem an der ersten 2025 gezeigten Ausgabe. Anders als bei populistischen Newsportalen bemühte sich die Redaktion jedoch in allen drei bislang gezeigten Ausgaben von "Klar", jeweils gezeigte Situation auch immer ein wenig zu differenzieren.