Eigentlich wollte der RBB die neuen Leitungsfunktionen seiner zweiten Führungsebene zum 1. April besetzen. Diesen Plan musste man zwar verwerfen (DWDL.de berichtete), bald soll es aber soweit sein. Bereits Mitte April will man die Namen der Personen öffentlich machen, die sich im Bewerbungsprozess durchgesetzt haben. Dann ist auch klar, wer die Stelle des Chefredakteurs bzw. der Chefredakteurin einnehmen wird. Wie "Business Insider" und "Tagesspiegel" berichten, ist die Wahl dabei auf Georg Heil gefallen.
Der Investigativjournalist ist seit Mai 2021 Redaktionsleiter des ARD-Politmagazins "Kontraste". Davor arbeitete er unter anderem für das "Spiegel TV Magazin" und den investigativen Rechercheverbund von WDR, NDR und "SZ". Im Rennen um den Posten in der RBB-Chefredaktion soll sich Heil, der der Bruder des ehemaligen Arbeitsministers Hubertus Heil (SPD) ist, nach Angaben von "Business Insider" gegen eine interne Bewerberin durchgesetzt haben.
Der RBB hat sich bislang noch nicht zur Personalie geäußert. In jedem Fall endet mit der nahenden Besetzung der Stelle eine monatelange Hängepartie. Vor mittlerweile rund einem Jahr trat der damalige RBB-Chefredakteur David Biesinger im Zuge der fehlerhaften Berichterstattung über den Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar zurück, auch Programmdirektorin Katrin Günther legte ihr Amt damals nieder. Die Chefredaktion des Senders wird seither kommissarisch von Stephanie Pieper geführt, Biesinger wurde kommissarischer Leiter der Hauptabteilung Programmressourcen.
Neben der Leitungsfunktion in der Chefredaktion hat der RBB auch noch die Stellen von fünf weiteren, neu zusammengestellten Führungsbereichen zu besetzen. Hinzu kommt noch die Stelle der Leitung Immobilienstrategie, die allerdings nur temporär angelegt ist. Im Zuge der Neuaufstellung verringert sich die Anzahl der Führungspositionen in der zweiten Leitungsebene von zwölf auf sechs. Dadurch soll sich perspektivisch die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die außertariflich bezahlt werden, verringern. Vorerst behalten die Personen, die aktuell noch eine der Hauptabteilungen leiten, ihre Bezüge - trotz möglicherweise weniger Verantwortung. Das ist eine Folge des deutschen Arbeitsrechts.
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