Die ARD hat auf die Kritik von unter anderem Elke Heidenreich zur Sendung "Druckfrisch" und speziell Moderator Denis Scheck reagiert. Dieser hatte im Rahmen der Sendung zuletzt Bücher von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy mit deftigen Worten kritisiert und sie dann schließlich in der Rubrik "Top Ten" in eine Mülltonne befördert. Das rief Heidenreich auf den Plan, die die Absetzung der Sendung forderte. Auch von Kürthy meldete sich zu Wort, beide warfen Scheck Frauenfeindlichkeit vor (DWDL.de berichtete).
Dagegen wehrt sich nun die ARD. "In der Sendung 'Druckfrisch' gibt es keinen Raum für Frauenfeindlichkeit. Der Redaktion ist der große Verdienst von Frauen für die Literatur sehr bewusst", teilte der öffentlich-rechtliche Sender der Nachrichtenagentur dpa mit. Gleichzeitig weist die ARD die Darstellung zurück, in der Sendung würden Frauen systematisch schlecht gemacht. Das Geschlecht der Autorinnen und Autoren spiele in der literarischen Beurteilung keine Rolle, heißt es.
Und weiter: "Rückblickend stellt die Redaktion fest, dass der Moderator bei der Liste der behandelten Bücher mehr Autorinnen gelobt als kritisiert hat. Die ARD steht für Gleichberechtigung und eine vielfältige Darstellung von Perspektiven im Programm." Denis Scheck selbst erklärt gegenüber der dpa, dass er sich seit 23 Jahre bemühe, bei der Besprechung der Bestsellerlisten "auf engstem Raum eine ebenso pointierte wie nachvollziehbare Bewertung höchst unterschiedlicher Texte" zu liefern. Seine Besprechungen würden "den Werken, nicht ihren Urhebern oder Lesern" gelten.
Auch Scheck verweist darauf, dass er in der März-Ausgabe der Sendung vier Büchern von Frauen "teilweise enthusiastisch gelobt" habe - drei seien negativ besprochen worden. Zum Buch von Sophie Passmann sagte Scheck: "Wasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines trüben Bewusstseins". Und das Werk von von Kürthy beschrieb er als "Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit." Während Passmann von einem "sexistischen Verriss" sprach, erklärte Ildikó von Kürthy, sie wolle einen solche "Verachtung der lesenden und schreibenden Frauen" nicht mehr kommentarlos hinnehmen.
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